Kilian Fischer (hier im Trikot von Türkgücü München) im Zweikampf mit Sascha Mölders vom TSV 1860 München.
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Kilian Fischer (hier im Trikot von Türkgücü München) im Zweikampf mit Sascha Mölders vom TSV 1860 München.

PROFIFUSSBALL - Kilian Fischer aus Weyarn startet mit dem 1. FC Nürnberg in 2. Bundesliga

Kilian Fischer über seinen Wechsel zum Club: „Wachse mit den Herausforderungen“

  • VonMichael Eham
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Erste Profi-Erfahrung sammelte Kilian Fischer bereits mit Türkgücü München, jetzt will er sich in der 2. Bundesliga beweisen. Der Rechtsverteidiger im Interview.

Weyarn/Nürnberg – Kilian Fischer aus Weyarn wechselte zur neuen Saison von Türkgücü München zum 1. FC Nürnberg in die 2. Bundesliga. Etwas abseits des Radars hat er sich von der Jugend des TSV 1860 in den Profifußball vorgearbeitet. Am Sonntag (13.30 Uhr) startet der Sohn des Holzkirchner Realschuldirektors Joachim Fischer mit seinem neuen Klub in die Saison.

Im Interview spricht der Rechtsverteidiger über sein Aufnahmeritual, das Alter von FCN-Kapitän Enrico Valentini und den Reiz der prominentesten Zweiten Liga aller Zeiten.

Herr Fischer, wie wurden Sie in Nürnberg aufgenommen?

Sehr gut. Ich bin jetzt seit knapp fünf Wochen hier und in allen Bereichen gut empfangen worden. Ich habe schnell eine Wohnung gefunden, wurde in der Kabine gut aufgenommen und fühle mich schon jetzt richtig wohl. Die Bedingungen sind hochprofessionell, es macht Riesen-Spaß.

Gab es für Sie auch ein Einstandsritual?

Im Fußball ist es üblich, dass man vor versammelter Mannschaft singen muss. Da bin ich natürlich auch nicht herumgekommen. Aber ich würde sagen, ich habe das ganz ordentlich über die Bühne gebracht.

Was haben Sie gesungen?

Ich habe „Hey Baby“ von DJ Ötzi gesungen.

Kilian Fischer: „Ich bin jemand, der Herausforderungen mag und schnell neue Leute kennenlernt“

Wie geht es Ihnen damit, weg von daheim zu sein?

Ich habe davor schon knapp eineinhalb Jahre alleine in München gewohnt. Wie ein Haushalt funktioniert, ist mir also nicht neu. Aber die Entfernung zur Familie und zu Freunden ist natürlich schon etwas anderes, weil ich hier jetzt mehr oder weniger alleine bin. Das ist schon etwas Neues. Aber ich bin jemand, der Herausforderungen mag und schnell neue Leute kennenlernt.

Vergangene Saison spielten Sie regelmäßig in der 3. Liga, sind zuvor mit Türkgücü München aus der Regionalliga aufgestiegen. Wie sehen Sie Ihre persönliche Entwicklung?

Der Schritt von Sechzig zu Türkgücü war damals genau der Richtige, auch wenn es vielleicht erst mal ein kleiner sportlicher Rückschritt war. Im Endeffekt ist genau das eingetreten, was ich mir erhofft habe. Ich bekam als junger Spieler viel Spielzeit. Ich habe mich persönlich und sportlich weiterentwickeln können. Für junge Spieler ist es sehr wichtig, dass man einfach spielt.

Kilian Fischer schirmt er den Ball vor dem Holzkirchner Markus Schwabl von der SpVgg Unterhaching ab.

Ist dann der Wechsel in die 2. Bundesliga der logische nächste Schritt?

Würde ich schon sagen, ja. Jetzt heißt es für mich erst einmal: Ankommen, mich an das höhere Tempo gewöhnen und in die Mannschaft reinschnuppern.

Sie sagen selbst, dass es für junge Spieler wichtig ist, zu spielen. Wie riskant ist der Wechsel zum Club?

Es ist legitim, dass ich immer so hoch spielen möchte, wie es möglich ist. Nachdem ich eine gute Drittligasaison gespielt habe, war für mich klar, dass ich den nächsten Schritt machen will, weil ich an den Herausforderungen auch wachse. Ich möchte mich immer mit guten und besseren Leuten messen, weil ich da viel mitnehmen kann. Das Risiko ist in meinen Augen gering.

Kilian Fischer: „Ich bin sehr hungrig und will immer Gas geben“

Auch wenn Sie in Nürnberg auf derselben Position wie Kapitän Enrico Valentini spielen?

Der Verein hat jede Position zweifach besetzt. Klar ist auch, dass Enrico Valentini als Kapitän erst mal den Vorzug vor mir hat. Aber nichtsdestotrotz bin ich sehr hungrig hinten dran und will immer Gas geben. Das Spiel gegen Krasnodar (Fischer spielte bei dem torlosen Remis durch – Anm. d. Red.) hat gezeigt, wie schnell es geht. Enrico war erkältet, und ich war drin. Dann liegt es an mir, dass ich bei möglichen Chancen, die ich bekommen werde, zur Stelle bin und meine Sache gut mache.

Sie starten gegen Erzgebirge Aue in die neue Saison. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in Ihre erste Saison in der 2. Bundesliga?

Erwartungen sind immer schwer zu formulieren. Es ist Fakt, dass die Liga enorm stark ist und große Qualität hat, da wollen wir ordentlich in die Saison starten. Wir haben auch in den Vorbereitungsspielen gute Leistungen gezeigt, sind gut gewappnet und werden alles raushauen.

„Mein langfristiges Ziel ist die Bundesliga“ - Kilian Fischer über seinen „Kindheitswunsch“

Wie groß ist der besondere Reiz an der vielleicht prominentesten 2. Bundesliga aller Zeiten?

Man muss natürlich auch sagen, dass Namen alleine nicht reichen. Aber natürlich freue ich mich riesig auf Spiele gegen Schalke, Hamburg, und Bremen – ich könnte noch ganz viele andere Mannschaften aufzählen. Tolle Stadien und viele Fans, wenn sie denn wieder kommen dürfen.

Sie haben bis 2024 in Nürnberg unterschrieben. Geben Sie uns einen kurzen Ausblick: Was erwarten Sie von den nächsten Jahren?

Für mich geht es jetzt erst mal darum, Fuß zu fassen, und dann ist es schon auch so, dass der Enrico auch schon ein gewisses Alter hat (32 Jahre – Anm. d. Red.). Und wenn es so ist, dass ich meine Sache gut mache und mein Bestes gebe, dann ist es schon auch mein Ziel, immer mehr Spielzeit zu bekommen. Ich bin jetzt 20 und habe den Schritt in die Zweite Liga gemacht, und wenn ich jetzt noch weiter in die Zukunft blicke, dann ist mein langfristiges Ziel natürlich auch die Bundesliga. Das war schon mein Kindheitswunsch.

Das Gespräch führte Michael Eham.

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