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Kioyos Tricks, Fernandos weiter Weg

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- München - Ein Bier. Am liebsten wäre Falko Götz gleich rüber geeilt in den VIP-Raum, um den Sieg zu feiern, doch der Programmablauf eines Bundesligaspiels sieht nun mal zwischen Abpfiff und Prosit der Gemütlichkeit noch einen Interview-Parcours vor. "Eigentlich haltet Ihr mich nur auf", rief der Trainer den Journalisten zu, blieb dann aber doch sitzen. Über den Sieg zu reden, war auch nicht schlecht.

Später, als man ihn in lockerer Runde mit Weißbierglas sah, hat sich auch beim Trainer die Anspannung gelöst, die seine Mannschaft so offensichtlich an einer besseren Vorstellung hinderte. "Mit dem Kämpferischen" war Götz zufrieden, "dass wir spielerisch mehr können, wissen wir". Verärgert war er nicht. Das Spiel entsprach seinen Erwartungen. Für einen ideenreichen, gut organisierten Kick war der Ballast zu schwer. Eine vierte Heimpleite in Folge hätte die Löwen in unmittelbare Reichweite der Abstiegskandidaten befördert.

Nun haben sie etwas Abstand, sieben Punkte auf Platz 16 und den FCK, und können die Dinge gelassener sehen. "Viel zu wenig Mut" beklagte Götz zwar, übte aber Nachsicht mit dem Hinweis, "was mit dieser jungen Mannschaft passiert, wenn sie unter Druck ist". Nach der Pause gab 1860 sein Kombinationsspiel fast völlig auf und verschanzte sich vor dem Strafraum. Zum Schluss landete fast jeder Ball bei Francis Kioyo, was immerhin den Unterhaltungswert steigerte. Der Kameruner kann mit der Kugel erstaunliche Dinge anstellen und den Gegner ins Leere laufen lassen. Leider trickste er sich immer öfter selber aus.

Der Stürmer hat trotzdem überzeugt und ohne Zweifel eine auffällige Partie geboten. Auffälliger als die Neuzugänge. Gerhard Poschner leistete sich im Mittelfeld keine großen Fehler und fand das "schon mal nicht schlecht", hatte allerdings einen engen Aktionsradius. Den brasilianischen Verteidiger Fernando sah Götz "beim Kopfball in vielen 1:1-Situationen. Er hat auch einige gewonnen."

Aber auch einige verloren und zudem vor dem Ausgleich noch die Mauer dirigiert, als der Ball bereits unterwegs zum Torschützen Lokvenc war. Für Fernando sei es noch "ein weiter Weg, um Spitzenfußball zu spielen", kündigt Götz an, doch "das verlangen wir momentan auch nicht". Erst mal muss sich der Neue eingewöhnen. Beim nächsten Mal hat er dazu Landsmann Rodrigo Costa zur Seite. Der fehlte am Samstag nach einem Schlag aufs Knie, soll aber in Schalke wieder fit sein. Das trifft sich gut, denn Torben Hoffmann sah seine fünfte Gelbe Karte.

In Schalke, versichert Götz, "sieht das Spiel schon anders aus", weil die Angst vor einem Fehlstart nicht mehr an den Nerven nagt. Er ist nicht allein in seinem Optimismus. Präsident Karl-Heinz Wildmoser kündigt weitere Großtaten an: "Wenn wir auf Schalke einen Punkt holen und gegen Dortmund gewinnen, haben wir alles im Griff". Darauf ein Bier.

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