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Mit 1:3 verlor 1860 München das Pokalspiel gegen Kiel. Folgt in Ergolding ein Sieg?

Nach dem Pokalspiel ist vor dem Pokalspiel

Können die Löwen in Ergolding eine Reaktion auf das Kiel-Spiel zeigen?

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Nach dem Aus im DFB Pokal rätselt man beim TSV über den Trend der späten Gegentore.Im Totopokal-Spiel gegen den FC Ergolding muss der Löwe nun eine Reaktion zeigen.

München – Als der Ausgang des Pokalabends nur zu erahnen war, führten die Fans des TSV 1860 im Grünwalder Stadion ein kleines Theaterstück auf. Am Zaun der Westkurve entrollten sie zwei gemalte Tiere: einen Storch und einen Löwen. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Löwe dann den Storch verfolgte – und ihn irgendwann auch mit den Zähnen packte. Ein paar Meter weiter oben enthüllten die Fans das zur Aufführung passende Spruchband: „Dreifachbelastung uns egal! Die Störche fress ma allemal!“

Fast hätten die Münchner Fußballfans den Ausgang des Erstrundenspiels im DFB-Pokal am Sonntagabend vorhergesagt. Der TSV 1860, der Löwe, hatte Holstein Kiel, das als Maskottchen einen Storch beschäftigt, fest im Griff, führte mit 1:0, bereit für den entscheidenden Biss. Nur fiel dieser Mal wieder aus. Kiel befreite sich in der 74. Minute – mit dem ersten von seinen drei Toren. Und so verlor das Spruchband der Fans bereits nach zwei Stunden seine Aktualität: Denn eine Dreifachbelastung gibt’s für die Löwen nicht mehr.

Nun kann sich der Diskussion mit einem simplen Argument entziehen: So kann’s gehen, wenn ein Dritt- auf einen Zweitligisten trifft. Weil 1860 aber verdammt nah dran war, drehte sich die Debatte noch am späten Abend um einen Trend, der in Giesing derzeit Rätsel hinterlässt: die späten Gegentore.

Sechs Pflichtspiele haben die Löwen nun hinter sich, die Liste mit Rückschlägen in den finalen Minuten aber ist bereits erstaunlich lang: Das 0:1 in Kaiserslautern (86.), das 2:2 in Osnabrück (93.), das 0:1 im Heimspiel gegen Uerdingen (93.) – und jetzt auch noch das 1:2 (83.) plus das 1:3 (87.) gegen Kiel. Der Mittelfeldspieler Daniel Wein klagte: „Langsam fehlen einem echt die Worte.“

Es drängt sich tatsächlich kein konkreter Hinweis auf, der dieses Phänomen zufriedenstellend erklärt. Klar, es würde helfen, wenn 1860 als Schutzmaßnahme mehr Tore schießt, die Chancen sind ja vorhanden. Aber sonst? „Wenn ich das wüsste, hätten wir das schon längst abgestellt“, sagte auch Stürmer Adriano Grimaldi. An nur einem Detail will er diesen unangenehmen Trend ohnehin nicht festmachen: „Es gibt nicht die eine Formel, dass wir jetzt einen Kamillentee trinken müssen und das Ding gewinnen.“

Der Ärger über den späten K.o. erdrückte die Errungenschaften des Abends. Daniel Bierofka, der Löwen-Trainer, hatte sich einen geschickten Plan gegen die balldominanten Kieler ausgedacht, der aus taktischer Sicht eine neue Vielfalt offenbarte: Es klappt auch ohne seinen wuchtigen Zwei-Mann-Sturm. Bierofka ersetzte Sascha Mölders mit Nico Karger, der im Spiel gegen den Ball flinker ist – und nach einem feinen Konter prompt traf. Später sagte Bierofka: „Die Spieler können erhobenen Hauptes nach Hause gehen.“

Dem Auftritt im großen DFB-Pokal folgt am Dienstagabend übrigens einer im kleinen Toto-Pokal. In der zweiten Runde tritt der TSV beim FC Ergolding an (18.15 Uhr). Bierofka wird gegen den Bezirksligisten wohl auf eine B-Elf setzen, die dem Verein zumindest die Doppelbelastung erhalten soll.

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