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Mit Ach und Krach und Agostino

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- Berlin - Es war ein wunderbarer Frühlingstag, die Sonne lachte über dem Frankfurter Waldstadion, und auf der Gästetrainerbank freute sich Falko Götz über einen überraschenden 3:0-Erfolg des TSV 1860, der ihm (für ein paar Wochen und zum Leidwesen vieler Menschen) den Arbeitsplatz rettete. Was keiner an diesem 27. März ahnte: Es sollte der letzte Löwen-Sieg für sehr, sehr lange Zeit bleiben.

Der Trainer der Sechziger heißt inzwischen nicht mehr Götz, sondern Rudi Bommer, die Liga ist auch eine andere, doch gestern Nachmittag - nach exakt 149 sieglosen Tagen - durften die leidgeprüften Fans endlich mal wieder ein wenig jubeln. Zwar nur in Runde eins des DFB-Pokals beim Fünftligisten Germania Schöneiche, doch Sieg ist Sieg, auch wenn er noch so bescheiden ausfällt wie das mühsame 2:1 des Bundesliga-Absteigers im Berliner Stadion an der Alten Försterei.

Es war eine fast peinliche Quälerei über 90 Minuten. Die Löwen lagen frühzeitig hinten durch einen von Costa verursachten Foulelfmeter (Hupperle verwandelte gegen Timo Ochs), und mehr als das Ausgleichstor von Francis Kioyo, der eine Lehmann-Flanke über die Linie drückte, brachten sie mit Ausnahme eines Cerny-Hammers (28.) nicht zustande. Als Bommer beim Halbzeitstand von 1:1 in die Kabine stapfte, schien er vor Wut zu kochen - doch dann traf er die richtige Entscheidung. Kurz nach der Pause brachte er Paul Agostino und Daniel Baier für das Duo Pflipsen/Kioyo und wechselte damit praktisch den Sieg ein. Müde Brandenburger und übernervöse Münchner hatten sich bereits auf eine Verlängerung eingestellt, da passte Baier scharf in die Mitte, Agostino hielt den linken Fuß hin - und traf unhaltbar für den 43 Jahre alten Jörn Dahms zum 2:1.

Blamage verhindert, zweite Runde erreicht, und dennoch war Bommer hinterher alles andere als glücklich. "Wir hatten heute viel Sand im Getriebe", klagte der Coach. "Wir haben alles durch die Mitte versucht und unsere Chancen kläglich vergeben." Das muss gegen Trier, den nächsten Gegner in Liga und Pokal, besser werden. Am Freitag helfen Bommer und den Löwen nur drei Punkte. Nebenbei bemerkt: Der letzte Erfolg in Liga zwei liegt mehr als 3000 Tage zurück. Den 11. Juni 1994 wird dafür kein Blauer je vergessen: Meppen lässt grüßen.

 

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