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Krisen-PR und zwei Streithähne

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- München - Das "Löwen-Stüberl". Normalerweise ein Hort der Ausgelassenheit, der unbeschwerten Bierseligkeit, vor allem zur Faschingszeit. Gestern jedoch: eine der Tabellensituation (Platz 13, Tendenz fallend) angepasste Atmosphäre. Wirtin Christl Estermann sagte den geplanten Auftritt von Altrocker Paul Würges ab. Begründung: "Wir können doch hier nicht so ein Remmidemmi machen, wenn die armen Teufel da draußen zweimal am Tag trainieren müssen."

Eine lobenswerte Entscheidung, und überhaupt bemüht man sich beim TSV 1860 um einen professionellen Umgang mit der sportlichen Misere. Mal mit mehr Erfolg, mal mit weniger. Der Auftritt von Falko Götz bei ,Blickpunkt Sport: Ein Musterbeispiel für wachsweiche Krisen-PR. Der Trainer parierte sämtliche Fragen von Waldemar Hartmann, ohne etwas Handfestes preiszugeben - aber das tat er eloquent wie immer. Tenor: Alles bleibt intern. Immerhin: Er meisterte die heikle Situation besser als Peter Pacult vor Jahresfrist.

Der Österreicher hinterließ in einer vergleichbaren Lage einen derart hilflosen Eindruck, dass sich das Präsidium gezwungen sah, den Trainer zu wechseln. So geht zumindest die Mär.

Während der Coach die Ruhe bewahrt, liegen zwei andere Entscheidungsträger des Vereins offen im Clinch. Sportdirektor Dirk Dufner und Karl-Heinz Wildmoser sen. liefern sich derzeit via Boulevardpresse einen kindischen Machtkampf.

Wildmoser und Dufner liegen offen im Clinch

Der Präsident warf den ersten Stein, als er in der "Abendzeitung" lästerte, Dufner lasse sich bei Erfolgen gerne feiern und tauche dafür in Krisenzeiten unter, gestern schlug der Manager in der "Bild"-Zeitung zurück. Bezogen auf ein Wildmoser-Zitat ("Der Trainer weiß, dass er nicht mehr oft verlieren darf") sagte er: "Dass der Präsident den Trainer öffentlich angreift, ist wenig hilfreich." Vor allem die Personalie Poschner hat das Duo entzweit. Wildmoser stand der Verpflichtung des Dufner-Spezls von Anfang an kritisch gegenüber, gestern wurde er mit einer genüsslichen Hatte-ich-mal-wieder-Recht-Aussage zitiert: "Jetzt ist Dufner der gleichen Meinung wie ich - komisch oder?"

In der Chefetage liegen die Nerven blank, doch vor dem wegweisenden Spiel in Köln (Samstag, 15.30 Uhr/Abreise bereits morgen) gibt es auch ein paar Lichtblicke. Während beim Tabellenletzten Jungstar Podolski verletzt ausfällt, lichtet sich bei den Löwen allmählich das Lazarett. Neuzugang Fernando und Remo Meyer konnten gestern wieder mittrainieren - ohne musikalische Begleitung durch Paul Würges.

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