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Kurz stärkt Tschauner

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Schmerzhafte, aber lehrreiche Erfahrung: Als solche werten die Löwen (hier Béda) das Pokal-Aus in Hamburg.
Schmerzhafte, aber lehrreiche Erfahrung: Als solche werten die Löwen (hier Béda) das Pokal-Aus in Hamburg. © dpa

München - Julian Baumgartlinger, das junge 1860-Talent aus Salzburg, hat einen tiefen, beinahe narkotischen Schlaf, womit ihm der Neid vieler Menschen auf dieser Welt gewiss ist.

Baumgartlinger bekam nicht mit, was sich in der Nacht nach dem Pokal-Aus der Löwen (1:3 beim HSV) in seinem Hamburger Hotelzimmer abspielte. Etwa die halbe Nacht lief eine DVD auf dem Laptop und zeigte noch einmal die grausamsten Szenen vor dem Tor Philipp Tschauners (Olic traf dreimal). Danach, inzwischen schon so gegen drei Uhr morgens, war immer noch nicht Ruhe. Nun legte Baumgartlingers schlafloser Bettgenosse einen Spielfilm ein: "Sieben Leben" mit Will Smith. Ein Weltschmerz-Drama - passend zur Stimmung Tschauners, der nach seinem Pannenspiel "kein Auge zugemacht hat".

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Ob Marco Kurz das gemeint hatte, als er nach dem Schlusspfiff von einer "Hallo-wach"-Aktion für Tschauner sprach? Eher nicht. Vermutlich war es seine primäre Absicht, eine früh einsetzende Personaldebatte zu stoppen. "Es gibt überhaupt keine Torhüter-Diskussion", stellte der Trainer klar - und bekam von Michael Hofmann prompt das gewünschte Echo. Anstatt seine Hoffnung auf einen Wechsel im Tor zu formulieren, sagte die Nummer 2 ganz loyal: "Ich werde Tschauner so unterstützen, dass er in die Erfolgsspur zurückkehrt. So etwas macht ihn nur stärker." Laut Daniel Bierofka wird auch der Rest der Mannschaft gestärkt aus der Pokalpleite hervorgehen. "Das wirft uns nicht um", sagte der Kapitän trotzig. "Im Gegenteil. Für die jungen Spieler war es eine ganz wichtige Erfahrung, mal gegen so eine abgezockte Mannschaft zu spielen."

Videos von Merkurtz.tv:

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Entschieden trat Tschauner dann noch der Vermutung entgegen, er sei ein Masochist. Die Aufarbeitung von Spielen mittels nächtlicher Videoanalysen gehöre bei ihm zum Standardprogramm, "das mache ich auch nach guten Spielen". Eine freudige DVD-Session wünscht er sich möglichst schon von Sonntag auf Montag - im Anschluss an das Freiburg-Spiel. Tschauner verspricht Wiedergutmachung: "Ich bin der Mannschaft was schuldig."

Uli Kellner

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