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Lasche Löwen bringen die Bosse in Rage

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Da, wo’s weh tut: In Aachen gab es für Lauth & Co. wie so oft auf die Socken. © Getty

Aachen – Dieses 2:0 von Benjamin Auer, das den wieder einmal kläglichen Aachen-Ausflug der Löwen beschloss, hat das Zeug zum Klassiker. Es wird bei der Analyse der dritten Saisonniederlage eine entscheidende Rolle spielen.

Es zeigte exemplarisch auf, warum das Team von Ewald Lienen zurecht dort steht, wo es steht (auf Platz 13). Und was Innen„verteidiger“ Mate Ghvinianidze betrifft, so müsste dieses Gegentor unter normalen Umständen seine Karriere als Stammspieler beenden. Sechs Hellblaue befanden sich im Strafraum der Gäste, als Auer den Ball zu Burkhardt schob, sich in der Mitte freilief und zuschauen konnte, wie das Zuspiel ohne Gegenwehr des Georgiers auf seinem starken rechten Fuß landete. Auch der bis dato solide Radhouène Felhi hat sich lieber mal weggedreht und zugeschaut, wie Auer den Ball noch gemütlich mit der Sohle stoppte. Ein Witz, wie gesagt – leider, aus Löwen-Sicht, ein ganz schlechter.

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Auf schmerzliche Weise hat diese 0:2-Niederlage in Aachen Fehlkonstruktionen des 1860-Kaders aufgedeckt. Nicht nur im defensiven Mittelfeld, wo Florin Lovin (Kreuzbandriss) und Lars Bender (zu Bayer Leverkusen gewechselt) schmerzlich vermisst werden. Vor allem ganz hinten sind die Löwen einfach nicht aufstiegstauglich bestückt. Wer Verteidiger wie Ghvinianidze hat, ist eigentlich gestraft genug. Aber noch gestrafter ist, wer keine Alternativen zur georgischen Schlafmütze beschäftigt. Schon das 1:2 in Rostock war ihm ja mit einigem Recht angelastet worden. Aber: Wer sollte ihn ersetzen? Der ewige Torben Hoffmann? Mathieu Beda, in den das Vertrauen begrenzt zu sein scheint (nach seinem ordentlichen Sechser-Einsatz gegen Fürth spielte gestern Sascha Rösler)? U 23-Hoffnung Mathias Wittek? Andere Lösungen gibt der Kader nicht her.

Aber auch vorne lief mal wieder kaum was zusammen. Zwei gut gedachte Konter in der ersten Halbzeit, bei denen Olajengbesi und Ex-Löwe Szukala vor Benny Lauth klärten (10., 12.). Ein abgefälschter Schuss von Kenny Cooper gegen den Pfosten (70.). Zu wenig, wenn man auswärts mal was mitnehmen will. Und viel zu wenig, wenn man sich den Aufstieg zum Ziel gesetzt hat. „Das war schon enttäuschend heute“, zeigte sich der Ex-Alemanne Rösler zumindest geständig, „wir wollten eigentlich Tuchfühlung nach oben schaffen. Aber wir standen defensiv nicht so kompakt. Und dann ist es immer mal möglich, dass der Auer an den Ball kommt und das Ding reinhaut.“ Auch beim 1:0 in der 44. Minute ließ sich Aachens Torjäger nicht lange bitten. Junglas durfte frei flanken, Ghvinianidze ließ sich auf naivste Weise abschütteln – aus zwölf Metern Entfernung hatte Auer freie Schussbahn.

Entsprechend sauer waren die Bosse. „So eine Vorstellung kann sich die Vereinsführung nicht bieten lassen“, polterte Sportchef Miroslav Stevic, ohne jedoch konkrete Konsequenzen zu benennen. Lienen schimpfte: „So darf man auswärts nicht auftreten. Dass wir am Schluss fast aufgegeben haben, ist für einen Profifußballer unwürdig. Wenn einige nicht in der Lage sind, so zu spielen, wie es sein muss, dann haben sie auch kein Recht zu spielen.“ Nicht nur Ghvinianidze dürfte sich angesprochen fühlen.

„Die Niederlage war völlig verdient“, räumte Kapitän Lauth zerknirscht ein. „Jetzt stehen wir gegen Paderborn schon wieder mächtig unter Druck.“ Werbung für das Pokalspiel gegen Hertha (erst 10 000 Karten verkauft) war der Aachen-Auftritt auch nicht gerade, obwohl Lauth meinte: „Vielleicht können wir da ja was gutmachen.“

von Richard Rösener

Alemannia Aachen – TSV 1860   2:0 (1:0)

Aachen : Stuckmann – Demai (81. Oussale), Szukala, Olajengbesi, Achenbach – Fiel, Junglas (83. Burkhardt) – Müller, Kratz (67. Nemeth), Gueye – Auer.

TSV 1860: Kiraly 3 – Rukavina 5, Felhi 4, Ghvinianidze 6, Holebas 5 – Ignjowski 4, Rösler 5 – Pappas 5 (61. Camdal 3), Ludwig 5 (72. Djokaj 0), Cooper 5 (81. Mlapa 0) – Lauth 4. Schiedsrichter: Bibiana Steinhaus (Hannover).

Tore: 1:0 Auer (44.), 2:0 Auer (90.).

Zuschauer : 24 830. – Gelbe Karten : Fiel (3), Szukala – Cooper.

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