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Lienens Groll auf Lovin

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Benny Lauth verschoss einen Elfmeter.
Benny Lauth verschoss einen Elfmeter. © sampics

Nach dem schwachen Spiel gegen Karlsruhe droht der Löwen-Coach Ewald Lienen mit personellen Konsequenzen.

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Am Tag danach war der Zorn von Ewald Lienen noch lange nicht verraucht. Und wie schon nach der misslungenen Dienstreise nach Rostock hatte der Trainer des TSV 1860 auch nach dem bitteren 1:3 gegen den Karlsruher SC schnell den Sündenbock fürs so gepflegte Scheitern gekürt. Hatte vor Wochenfrist Verteidiger Mate Ghvinianidze Lienens geballten Unwillen gespürt, so bekam diesmal Mittelfeldrenner Florin Lovin die Hauptverantwortung für die neuerliche Pleite attestiert.

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Ein Bann mit Ansage – schon seit Wochen habe er den angriffslustigen Rumänen erfolglos zur Rückbesinnung auf seine Defensivaufgaben ermahnt. Am Montagabend habe man nun mit dem Karlsruher SC einen Gegner vorgesetzt bekommen, der die von dem Routinier aus Osteuropa eröffneten Lücken bemerkenswert effektiv nutzte. „Lächerlich und unprofessionell“, wetterte Lienen.

Was durchaus bedrohlich klingt vor dem Hintergrund dass der Löwen-Coach schon in der ersten Erregung nach dem Schlusspfiff personelle Konsequenzen ankündigte („Wir haben einen breiten Kader“). Doch ganz so erkaltet ist Lienens Liebe zu seinem einstigen Lieblingseinkauf Lovin denn doch noch nicht. Zumindest am Freitag in Ahlen (18 Uhr) darf sich der 27-Jährige noch einmal versuchen. Der Zeigefinger des Trainers freilich bleibt drohend erhoben: „Ich hoffe, dass er die Fehler nicht noch einmal macht. Denn wenn er wieder so spielt, dann sitzt er beim nächsten Mal draußen!“

Vor allem das Offensivpersonal darf wohl mit weniger Geduld rechnen. Lienen jedenfalls kündigte an, dass „wir bis Freitag intensiv darüber nachdenken werden, wie wir unser Offensivspiel besser organisieren können“. Wen die Ersatzbank treffen könnte, darüber hüllte sich der Trainer fürs Erste noch in Schweigen. Gut denkbar allerdings, dass der bislang noch hinter den Erwartungen zurückgebliebene Alexander Ludwig eine Denkpause verordnet bekommt. Der bisherige Joker Ardijan Djokaj oder sogar Neuzugang Marcos Antonio könnten die ersten Alternativen für den Ex-St.Paulianer sein.

Ungeachtet derartiger Diskussionen war bei den Löwen-Verantwortlichen nach der ernüchternden zweiten Saisonpleite ansonsten allerdings vor allem Beschwichtigungungskurs angesagt. „Ich habe nie angenommen, dass wir mit sieben, acht, neun neuen Spielern vom ersten Tag an alle Gegner überrollen“, betonte Lienen. Auch Miki Stevic warb um Geduld. „Der Blick auf die Tabelle wird momentan sicherlich niemanden glücklich machen“, meinte der Sportdirektor, „aber auf dem Boden liegen und weinen wird uns nicht weiterbringen – die Mannschaft ist gerade im taktischen Bereich in einem Prozess, der Zeit braucht.“

Einzig Kapitän Benny Lauth, der gegen den Karlsruher SC mit dem verschossenen Elfmeter („Den werde ich in den nächsten Tagen wohl noch ein paar Mal im Traum verwandeln“) ein Karriere-Novum erlebte, sah schon größeres Unheil aufkommen: „Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir nicht gleich wieder den Anschluss verlieren.“

Von Patrick Reichelt

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