1. Startseite
  2. Sport
  3. TSV 1860

Lienens internationale Erfolgsachse

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
In der Ruhe liegt die Kraft: Gabor Kiraly, die neue Stütze im Löwen-Tor. © sampics

München – Die 1860-Bosse haben Wort gehalten. Eine „Erfolgsachse“ hatten Sportchef Stevic und Trainer Lienen angekündigt, und wer beim Auftaktsieg gegen Koblenz genau hingeschaut hat, konnte sie erkennen: Fünf international erprobte Stützpfeiler, die das neue Team tragen.

Im Nachhinein wirkt es, als hätten sich Sportdirektor Miroslav Stevic und Trainer Ewald Lienen systematisch von hinten über die Mitte vorgearbeitet. Torhüter Gabor Kiraly war der erste Neuzugang, danach kam Abwehrchef Radhouène Felhi, bald darauf Mittelfeldabräumer Florin Lovin, und ganz zum Schluss der neue Sturmtank Kenny Cooper. Ein Ungar, ein Tunesier, ein Rumäne, ein Amerikaner. Benny Lauth , der aus dem oberbayerischen Fischbachau stammende Kapitän, war bereits da und komplettiert die neue Führungsachse. Gemeinsam kommt das Quintett auf 103 Länderspiele, 30 Champions-League-Einsätze und 39 Jahre Profi-Erfahrung. Die neuen Leitlöwen im Überblick.

Der Sieg gegen Koblenz in Bildern und Noten

Fotostrecke

Gabor Kiraly

Ein neuer Torwart. Das hatte viele gewundert. Doch der Experte atmet auf. „Endlich haben wir einen Torwart, der auch mal Spiele gewinnt“, sagt ein Ex-Funktionär, der nicht als Besserwisser dastehen will (und daher auf eine namentliche Erwähnung verzichtet). „Über die Saison gesehen“, prophezeit der eingefleischte Löwe, „wird Kiraly genau die sechs, sieben Punkte retten, die am Ende den Ausschlag geben können.“ Kiraly selbst wiegelt bescheiden ab. Seine Heldentaten beim Pokalsieg in Paderborn seien „eine normale Leistung“ gewesen, sagte er. Und beim 2:0 gegen Koblenz sei seine Haupttugend, das motivierende Dirigieren, schon kaum mehr gefragt gewesen. Kiraly: „Ich musste wenig organisieren, weil fast alles gestimmt hat. Die Kommunikation war überragend.“ Trotzdem: Kiraly (33) hilft der Mannschaft schon alleine durch seine Präsenz und Erfahrung. Auch für den Routinier selber hat sich der Wechsel von Leverkusens Ersatzbank ins Löwen-Tor schon gelohnt: Nach dreijähriger Pause wurde er wieder zur ungarischen Nationalelf eingeladen, wird dort beim morgigen Testspiel gegen Rumänien zum Kader gehören.

Radhouène Felhi

Benny Lauth gibt zu: Er konnte mit dem Namen Felhi nichts anfangen. Das hat sich schnell geändert. Der Tunesier ist genau der umsichtige, abgeklärte Abwehrchef, den die Löwen gesucht haben. Sein größtes Plus: Er kann das Spiel mit schlauen Pässen von hinten eröffnen. Dass er darüber hinaus Vollstrecker-Qualitäten besitzt, zeigte er bei seinem Siegtor im Pokal. Doch auch in der Liga hat er sich offensive Großtaten vorgenommen. Felhi kündigt selbstbewusst 9 (!) Treffer an.

Florin Lovin

Die 1860-Fans feierten Kenny Cooper , doch der heimliche Matchwinner am Sonntag hieß Florin Lovin – nicht nur weil er das 1:0 vorbereitete und Cooper eine weitere Kopfballchance auf den Kopf zirkelte. „Wie er Gas gibt, hilft uns enorm“, sagt Lauth über den laufstarken Rumänen, der schon der Chef im Ring ist. Ein freundlicher übrigens: Geradezu liebevoll nahm er während der Koblenz-Partie den jungen Sandro Kaiser zur Seite und erklärte ihm – vermutlich – ein paar Laufwege.

Kenny Cooper

Video

Er kam, sah und traf, ach was: Er wuchtete den Ball mit der Stirn unter die Latte. Die Statistiker zählten am Ende seines 72-Minuten-Einsatzes acht Torschüsse. Cooper hat alles, was ein Stürmer haben muss: Zug zum Tor, Übersicht, Technik, Beweglichkeit – und viel Kondition. Lienen sagt: „Mit seiner Spielweise ist er nicht so von anderen abhängig.“ Bedeutet: Er ist Vorbereiter und Vollstrecker in einer Person. Ein größeres Kompliment gibt es kaum.

Fotostrecke

Benny Lauth

Nach mäßig erfolgreicher Odyssee (Hamburg, Stuttgart, Hannover) hat er in München Glück und Form wiedergefunden. Ohne seine 14 Tore, erinnert Lienen, „wäre 1860 letztes Jahr abgestiegen“. Auch darum ernannte ihn der Trainer zum Kapitän – und damit letztlich zum Vorsitzenden der neuen Chefriege.

Die neuen Leit-Löwen

Gabor Kiraly: 33 Jahre alt, seit 16 Jahren Profi, 70 Länderspiele für Ungarn, 12 Champions-League-Einsätze.

Radhouène Felhi: 25 Jahre alt, seit 4 Jahren Profi, 19 Länderspiele für Tunesien, Champions-League-Sieger in Afrika mit Etoile Sportive Sahel.

Florin Lovin: 27 Jahre alt, seit 7 Jahren Profi, 14 Champions-League-Spiele.

Kenny Cooper: 24 Jahre alt, seit 5 Jahren Profi, 9 Einsätze für die USA (4 Tore).

Benny Lauth: 28 Jahre, seit 7 Jahren Profi, 5 Länderspiele für Deutschland, 4 Champions-League-Einsätze.

von Uli Kellner

Auch interessant

Kommentare