Die Löwen feiern Biankadis Treffer zum 2:0-Endstand im Drittligaderby gegen den TSV 1860.
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Traumstart ins neue Jahr: Nicht nur für die Derbyhelden des TSV 1860 läuft es...

Kommentar zum Traumstart des TSV 1860 ins neue Jahr

Ski-Linus und Köllner-Löwen: Die Ideallinie gefunden

  • Uli Kellner
    vonUli Kellner
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Der eine mischt den Ski-Weltcup auf, die anderen untermauern mit dem Derbysieg ihre Aufstiegsambitionen: Linus Strasser und Köllners Drittligalöwen - zwei Erfolgsgeschichten aus einem Verein, für den es nicht immer so gut lief. Ein Kommentar von Uli Kellner.

Das Jahr 2021 – zumindest für den TSV 1860 hätte es kaum besser anfangen können. Erfolgsmeldungen, wo man hinschaut und hinklickt. Die Seite tsv1860.de steht noch unter den Eindrücken des Derbysiegs vom Samstag („Wir singen humba, humba, humba…“). Die Seite tsv1860.org dagegen, zuständig für den Gesamtverein, widmet sich jenem jungen Mann, der gerade als Skilöwe für Schlagzeilen sorgt: Linus Straßer. Slalomsieg in Zagreb, mit Platz zwei gekrönte Aufholjagd in Adelboden. Ein später Aufstieg in die Weltklasse, den nicht mehr viele dem 28-jährigen Münchner zugetraut hatten.

Sicher, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Drittligaprofis fahren selten Ski, und Straßer denkt bei Toren eher an blaue oder rote Stangen, um die es herumzuwedeln gilt. Aber wie heißt es so schön? Erfolg ist ein Geschenk, eingepackt in harte Arbeit.

Skilöwe Straßer belohnt sich gerade für seine Beharrlichkeit in den Jahren des Hinterherfahrens. Und die Fußballlöwen? Die scheinen nach ihrem sportlich-vereinspolitischen Schlingerkurs ebenfalls eine Ideallinie gefunden zu haben. Personelle Kontinuität gepaart mit Ruhe im Umfeld, einer gewachsenen Hierarchie auf dem Rasen (Hiller, Moll, Mölders) und einem smarten Trainer und Talententwickler am Spielfeldrand – fertig ist eine Erfolgsmischung, die sogar ohne ein paar der bewährten Zutaten auskommt. In der Coronakrise fehlt die Energie, die sonst von einem voll besetzten Grünwalder Stadion ausgeht. Gefordert wird auch immer wieder, dem Kader noch ein paar erfahrene Kräfte zuzuführen. Trotzdem kommen Köllners Löwen besser voran, als das ihr Durchschnittsetat vor der Saison erwarten ließ.

... auch für Skirennfahrer Linus Strasser, der seine Aufholjagd in Adelboden mit Platz zwei krönte

Das wiederum verbindet den Ski-Linus und die Köllner-Löwen: Beide sind nicht als Favoriten in diese Saison gestartet, beide konnten und können nur gewinnen.

Für Shootingstar Straßer geht es am Wochenende mit zwei Slaloms in Kitzbühel weiter, für die Drittliga-Löwen am Montag mit dem Topspiel gegen Ingolstadt. Mit einem Sieg würden sie die Hinrunde auf einem Aufstiegsplatz beenden, wobei auch der Slalomlöwe Straßer weiß: Platz zwei nach dem ersten Lauf ist keine Garantie dafür, glatt ins Ziel zu kommen. Einfädeln kann man bis zum Schluss. Andererseits: Das Vertrauen in die eigene Stärke wächst, Tor für Tor, im Skisport wie im Fußball.

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