1. Startseite
  2. Sport
  3. TSV 1860

Aufgalopp ins Jubiläumsjahr

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Von der Kabine in den Wald: Alexander Ludwig (vorn) & Co. © al

München - Dem noch nicht angekommenen oder bereits abgeklungenen Winter sei Dank:

Als die Spieler des TSV 1860 am Montag um 13.47 Uhr aus der Kabine kamen, wies wenig darauf hin, dass dies der früheste Vorbereitungsstart der Vereinsgeschichte war. Auch knapp dreihundert Trainingskiebitze hatten sich von Sonnenschein und milden Temperaturen nach Giesing locken lassen – und schauten ernüchtert drein. Denn nach einigen Autogrammen verabschiedeten sich die Löwen wieder. Trainer Ewald Lienen hatte einen Waldlauf verordnet: „Wir können nicht von null auf hundert starten“, erklärte er den Aufgalopp ohne Ball.

Auftakt bei 1860: Waldlauf statt Showtraining

Eine Woche nur hatten Lienens Mannen frei. Ehrgeizig gibt er zu Protokoll: „Zwei Wochen Pause können wir uns nicht gönnen.“ Dennoch ist die Kürze des Urlaubs nicht als Strafe zu verstehen. Das Credo lautet vielmehr: den Schwung mitnehmen. Fünf Spiele blieben die Löwen vor der Winterpause unbesiegt – an dieser Serie soll beim Rückrundenauftakt am 17. Januar gegen die TuS Koblenz weitergestrickt werden. „Was wir in den letzten Wochen gezeigt haben, kann nur der Anfang gewesen sein“, fordert Lienen fürs neue Jahr.

Das hat im blauen Kalender ohnehin besondere Bedeutung: Der Verein feiert sein 150-jähriges Bestehen. Lange diente dieses Jubiläum als Projektionsfläche für die Träume vom Aufstieg, von der Rückkehr zu altem Ruhm. Als Geschäftsführer Manfred Stoffers das A-Wort kürzlich aber tatsächlich in den Mund nahm, sorgte das doch für einige verwunderte Gesichter. Trainer Lienen gibt als Ziel aus, „weiter nach oben zu klettern“. Und auch sein Kapitän Benny Lauth lässt Vorsicht walten. „Wir sind jetzt gerade noch auf eine halbwegs ordentliche Position gekommen“, sagt er und mahnt: „Ich glaube, wir fahren gut damit, nicht schon wieder vom Aufstieg zu reden.“

Die Winter-Transferbörse der Löwen: Wer könnte kommen, wer gehen?

Abwarten also. Auch darauf, was passiert, wenn sich am 1. Januar das Transferfenster öffnet. Priorität hat die Verpflichtung eines defensiven Mittelfeldspielers. Wunschkandidat ist das Freiburger Talent Eke Uzoma. „Das könnte was werden, wenn wir wollen“, bestätigt Ewald Lienen. Im Raum steht ein Ausleihgeschäft. Umgekehrt würde Lienen gerne Manuel Schäffler verleihen, um dem Stürmer, der zurzeit einen schweren Stand hat, Spielpraxis zu ermöglichen. Will der Verein weiteren Spielraum auf dem Transfermarkt haben, müsste er erst unnötigen Gehalts-Ballast abwerfen. Antonio di Salvo und Mathieu Beda waren schon im Sommer beauftragt, sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen, hinzu kommt nun Linksverteidiger Benny Schwarz, der es sich mit dem Trainer verscherzt hat.

Lange stand auch Sascha Rösler auf der Abschussliste, zuletzt überzeugte er jedoch und fehlte gestern nur wegen einer Familienfeier. Auch Stefan Aigner darf mit einem Tag Verspätung ins Training einsteigen. Sonderurlaub bis zum 2. Januar wurde Aleksandar Ignjovski sowie den beiden Südamerikanern Marcos Antonio und Emanuel Biancucchi gewährt, da sie „ihre Familien so selten sehen“, wie Lienen begründete. Bleibt zu hoffen, dass sie der Klima-Schock danach nicht allzu hart trifft. Auf das Trainingslager in Teneriffa verzichten die Löwen in diesem Jahr. Und der Winter könnte noch kommen.

Christoph Fuchs

Auch interessant

Kommentare