TSV 1860 Muenchen Spieler auf dem Oktoberfest 2016
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Pokerface: 1860-Sportchef Thomas Eichin (mit Freundin Eva) weiß zum Thema Ayre mehr, als er öffentlich zugeben kann, darf oder soll.  

Löwen gehen Fragen nach neuem Boss aus dem Weg

Eichin cool: „Bin komplett informiert“

  • Uli Kellner
    vonUli Kellner
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München – Beim TSV 1860 will sich noch niemand zum neuen Chef aus England äußern. Ex-Profi Didi Hamann wird da schon deutlicher.

Junge Freundin an der Seite, Masskrug in der Hand – Thomas Eichin, 49, war mal wieder die Coolness in Person. Auch als zu Beginn des Wiesn-Abends seiner Löwen die bohrenden Fragen kamen, seinen künftigen Vorgesetzten betreffend. Wusste er davon, dass Ian Ayre, 53, vom FC Liverpool mittelfristig sein neuer Chef werden wird? „Ach, dazu äußere ich mich nicht“, sagte Eichin betont gelassen: „Ich lebe und arbeite in der Gegenwart.“ Die Pläne des Investors, so viel ließ er immerhin durchblicken, die seien ihm natürlich vertraut: „Über die Strategie und über die Dinge, die in der Zukunft passieren, bin ich komplett informiert. Ich habe von Anfang an gesagt: Ich übernehme hier kommissarisch die Geschäftsführung. Und was Hasan Ismaik jetzt im Interview gesagt hat, das weiß ich natürlich alles.“

So also lief das ab auf der gut besuchten Empore des Hackerzelts. Das Thema Ayre schwebte über allem, auch später, als Ismaik dazustieß. Doch so schwer es ihnen auch fiel: Die Bestätigung für die spektakuläre Personalie wollte oder durfte keiner geben. Aus England ist zu hören, dass das Thema auch deshalb so defensiv behandelt wird, weil Ayre zwar seinen Abschied aus Liverpool, nicht aber sein neues Ziel bekannt gegeben hat. Die Investorengruppe der „Reds“ soll zudem darauf bestehen, dass Ayre seinen bis Juni 2017 fixierten Vertrag erfüllt. Auch Peter Cassalette, der stets freundliche 1860-Präsident, beließ es bei beredtem Herumgeeiere. „Ach, Ihr meint den Neuen vom AC Mailand!?“ scherzte er zunächst. Um einen Tag später sämtlichen Gesprächsanfragen aus dem Weg zu gehen. Das Handy von Peter Cassalette „klingelt heiß“, meldete die Pressestelle. Verbunden mit der Ansage, „dass wir diese Thematik (Ayre) zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren werden“.

„Er ist ein richtig Guter“

Didi Hamann, 2005 Champions-League-Sieger mit dem FC Liverpool, sprach umso bereitwilliger über den Mann, den er bei den „Reds“ um ein Jahr verpasst hat. „Wir hatten zwar nicht mehr unmittelbar miteinander zu tun“, sagte der Ex-Profi der tz . Aber, so viel hat er gehört: „Er ist ein richtig Guter. Beim FC Liverpool hinterlässt er ein bestelltes Feld.“ Auch dank des Trainers Jürgen Klopp ist der Traditionsklub wieder in aller Munde. In der Liga belegt der Achte des Vorjahres Platz 4. „Das ist schon fabelhaft“, sagt Hamann anerkennend.

Und weil man sich in der Branche eben kennt, haben sich in der Vergangenheit diverse zufällige Treffen ergeben, von denen Hamann nur das Beste zu berichten weiß: „Ian kann beides sein“, sagt der Ex-Nationalspieler: „Ein harter Hund, aber auch ein Kumpel, der keine Probleme hat, mit den Fans im Pub ein Bier zu trinken.“ Diese Treffen dürften zwar zwischenzeitlich getrübt gewesen sein, weil die „Reds“ unter Ayre eine drastische Erhöhung der Ticketpreise geplant hatten (die dann doch nicht so extrem ausfiel). Familie Klopp jedoch, so Hamann, zähle in jedem Fall zu denjenigen, die kein böses Wort über den Liverpool-Boss verlieren würden. „Immer wenn ich mich mit Jürgens Frau Ulla unterhalte, hat sie von den Vereinsoberen in höchsten Tönen geschwärmt.“

Das tut auch Hamann. Sein Fazit: „Wenn 1860 so einen Mann bekommen kann, dann bedarf es keiner Überlegung.“ Stand jetzt sind diese Überlegungen auch abgeschlossen. Offen ist nur noch, wann die Liverpooler ihn freigeben. Einen Vorteil immerhin hat die ganze Aufregung aus Sicht der Löwen: Die Sache könnte durch die vorzeitige Enthüllung sehr schnell eine gewisse Eigendynamik entwickeln.

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