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Die Januar-Euphorie hatte einen Namen: Stefan Reuter

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Im Januar präsentierte Sportdirektor Stefan Reuter gleich drei Neuzugänge, darunter Sascha Rösler. © Sampics

München - Pourie wird als eines der größten Sturmtalente Deutschlands angekündigt, Rösler soll die Löwen wieder in die erste Liga führen, und Reuter wird von den Fans gefeiert. Wir blicken zurück auf das Löwen-Jahr 2009: der Januar.

Januar 2009: Die Sektgläser von Sylvester hallten noch nach, als die Münchner Löwen  am 9. Januar pünktlich zum Start in die Rückrunde ihre Sachen für das Trainingslager in Teneriffa packten. Wahrlich, mit Ruhm hatte sich der TSV 1860 in der Hinrunde nicht bekleckert. Mit gerade mal 22 mageren Pünktchen auf dem Konto waren die Aufstiegsträume der Löwen im Grunde schon im Januar begraben. Doch 2009 sollte alles besser werden - wieder einmal. Und das obwohl Hinrunden-Senkrechtstarter Timo Gebhart die Löwen in Richtung Stuttgart verlassen hatte.

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Sascha Rösler schloss sich im Januar den Münchner Löwen an. © Sampics

Die Januar-Euphorie der Löwen hatte einen Namen: Stefan Reuter. Der in der Vergangenheit viel gescholtene Sportdirektor durfte zum Rückrunden-Start seinen Augen nicht getraut haben, als er Fanforen und Zeitungen durchstöberte. Fans und Medien lobten Reuters Verhandlungsgeschick in den höchsten Tönen. Timo Gebhart war vergessen, denn die Löwen hatten einen neuen Star, der als echter Experte in Sachen Aufstieg zu den Löwen kam und bei einem seiner ersten Pressegespräche gleich mal verriet, dass er als Kind in Bayern-Bettwäsche geschlafen hat: "Aufstiegsexperte" Sascha Rösler.

In Gladbach vergrault, ruhten in München jetzt alle Hoffnungen auf dem Blondschopf, der bei seinem zweiten Anlauf an der Isar nochmal allen beweisen wollte, dass er auch bei den Löwen Fußballspielen kann. Mit Rösler fand ein weiterer Altbekannter seinen Weg zurück zu den Löwen: Stefan Aigner, der „Löwen-Fan auf dem Fußballplatz“, kehrte aus Bielefeldt nach München zurück.

Der Löwen-Januar in Bildern

Doch Stefan Reuter wäre nicht Stefan Reuter, hätte er nicht noch einen vermeintlichen „Knaller“ zum Rückrunden-Auftakt im Ärmel gehabt. Eines der größten Sturmtalente Deutschlands sollte die Löwen in den nächsten zweieinhalb Jahren nach oben ballern: Marvin Pourie, 18 Jahre jung. Er kam vom FC Schalke, durchlief die Nachwuchsabteilung des FC Liverpool und sollte nun bei den Löwen den letzten Schliff bekommen. „Marvin ist ein sehr talentierter Stürmer. Torgefährlich, beidfüßig stark, dynamisch und selbstbewusst“, feierte Stefan Reuter den Neuzugang. Insgesamt sei man jetzt „besser aufgestellt als 2008“, fand der Sportdirektor. Selbst der Langzeitverletzte Markus Schroth packte kurzerhand seine Sporttasche, um sich vom nasskalten Wetter in München zu verabschieden - Reha-Einheiten bei strahlendem Sonnenschein auf Teneriffa.

Bei den Löwen ging also wieder die Euphorie um, die Hinrunde war vergessen. Jetzt, knapp ein Jahr vor dem 150-Vereinsjubiläum sollten endlich die Weichen in Richtung erste Liga gestellt werden. „Wir spielen uns für den Aufstieg ein“, ließ etwa Präsident Rainer Beeck verkünden. Auch die Fans träumten nach den Vorbereitungsspielen gegen CD Marino (1:0) und einem Ausrufezeichen beim FC Schalke 04 (2:2) wieder von besseren Zeiten.

Die "Fisch stinkt vom Kopf her"-Rede geht vor Gericht

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Im Januar verklagte Stefan Ziffzer die Löwen auf Wiedereinstellung. © Sampics

Dennoch wären die Löwen nicht die Löwen, hätte die „Vorbereitung der Euphorie“ nicht auch jede Menge Zündstoff zu bieten gehabt: Drei Kamerateams und ein halbes Dutzend Fotografen hatten sich am 9. Januar im Justizgebäude am Lenbachplatz eingefunden, wo vor dem Landgericht München I eine Klage gegen den TSV 1860 verhandelt wurde. Das Problem: Die Hauptperson fehlte. Neun Monate nach der legendären „Der Fisch stinkt immer vom Kopf her, und ich sage Ihnen: Unser Kopf ist der Präsident.“-Rede von Stefan Ziffzer trafen sich der Verein und der ehemalige Geschäftsführer vor Gericht wieder. Ziffzer klagte auf Wiedereinstellung.

Für Wirbel sorgte zudem die Gerüchteküche um Lars Bender. Der Kicker brachte den Hoffnungsträger mit Bayer Leverkusen in Verbindung, doch beide Benders beteuerten: „Wir bleiben Löwen.“ Nach all der Vorbereitungs-Euphorie ließ jedoch der erste Dämpfer im Januar nicht lange auf sich warten: Mit 1:3 gingen die Löwen im DFB-Pokalfigth gegen den Hamburger SV unter. Tragischer Held an diesem Abend: Torwart Philipp Tschauner, der an allen drei Gegentoren Schuld hatte.

Lesen Sie am Dienstag, was bei den Löwen im Februar los war.

von Christoph Seidl

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