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Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?

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Von: Ludwig Krammer

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Mit Zusammenhalt wollen die Löwen die zweite Relegation in drei Jahren packen. Doch wie viel Zusammenhalt steckt noch in der Mannschaft?

München - „Zam hoid’n & drin bleim“ – mit diesem Slogan wirbt der TSV 1860 vor den beiden Schicksalsspielen gegen Jahn Regensburg um Unterstützung. Was in der Führungsetage ganz passabel hinhaut (aktuell kein Köpferollen), scheint in der Mannschaft nur bedingt der Fall zu sein. Echter Zusammenhalt war in Heidenheim lediglich beim Torjubel zu erkennen, als sich nach dem 1:0 alle auf den Schützen Stefan Aigner stürzten. Der Rest des Spiels verdiente eher den Hashtag #fliehkraft.

Dort, wo der Zusammenhalt am nötigsten wäre, ist er bei diesen Löwen am wenigsten ausgeprägt. Die Mannschaft ist weniger als die Summe ihrer Teile, eine grobkörnige Mischung aus Aussortierten, Perspektivlosen und Frustrierten. Das war 2015 unter Trainer Torsten Fröhling noch anders. Und trotzdem war die Last-Minute-Rettung gegen Holstein Kiel mehr Glück als Verstand.

Unruhe im Team - bei den Löwen Programm

Ein kurzer Überblick: Mit Jan Mauersberger, Daniel Adlung, Filip Stojkovic, Nico Karger, Daylon Claasen und Fanol Perdedaj gibt es eine ganze Reihe von Spielern, die unter Vitor Pereira keine Rolle mehr spielen. Zur Garde der aktuell noch Benötigten mit auslaufendem Vertrag zählen neben Michael Liendl und Ivica Olic auch Kai Bülow, Romuald Lacazette, Maximilian Wittek und Torwart Stefan Ortega. Unumstritten ist im Grunde nur einer: Abwehrchef Abdoulaye Ba, der die Talente Milan Pongracic und Felix Uduokhai unter seine Fittiche nehmen soll. 

Sebastian Boenisch wurde vor dem Arbeitsgericht als Fehleinkauf bezeichnet, obwohl er zum damaligen Zeitpunkt Stammspieler war (gibt’s nur bei 1860), Ex-Kapitän Stefan Aigner hat zu viel mit sich selbst zu tun, um Verantwortung für andere zu übernehmen. Auch Levent Aycicek und Christian Gytkjaer unterliegen zu großen Formschwankungen, um verlässliche Größen in der Offensive zu sein. Dazu kommen die von Ismaiks Lieblingsberater Kia Joorabchian nach Giesing geschleusten Lucas Ribamar und Frank Boya, für deren Arbeitsnachweis ein halber Bierdeckel ausreicht.

Wettberg greift die Verantwortlichen an

Welche Schuld den Cheftrainer trifft, wird heiß diskutiert. „Wenn ich mir anschaue, wie ein Stefan Aigner von Vítor Pereira behandelt wird, ist das ein Trauerspiel“, sagt Karsten Wettberg. „Dabei ist er einer der ganz wenigen Anführer im Team. Da kann ich es mir als Trainer nicht leisten, ihn immer mal wieder zu übergehen.“ Der „König von Giesing“ wird in der Mittelbayerischen Zeitung noch deutlicher: „Wie kann ich mit 34 oder 35 Profis in eine Saison starten? Bis auf ganz wenige Ausnahmen alles Legionäre! Und 90 Prozent davon überbezahlt! Wenn ich das höre: Ribamar, eines der größten Talente Brasiliens! Der wird meines Erachtens nie Bundesliga spielen – außer, man wechselt ihm die Beine aus.“

Was bei den Löwen noch alles ausgewechselt werden muss, um den Kopf wieder aufrecht tragen zu können, darüber sind sich die Fans uneins. Bei den Ismaik-Gegnern führt derzeit ein Song namens Scheiß auf den Scheich die internen Charts an. Die blauen Realos verweisen auf die Alternativlosigkeit in der Geldfrage: ohne Ismaik kein Profifußball.

Der von Knabenbeinen an dem TSV 1860 zugeneigte TV-Kommentator Fritz von Thurn und Taxis ließ seine Resignation in Sachen Sechzig am Montagabend in der BR-Sendung Blickpunkt Sport durchblicken: „Für mich ist der Verein seit Jahr und Tag zerrissen. Ich verstehe den Verein nicht mehr“, sagte der 66-Jährige. „Wenn ich mich intensiv mit 1860 beschäftigen würde, dann wäre ich im Irrenhaus.“

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