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Ein Wolf wird leise und im Training fliegen Fäuste

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Zumindest auf dem Trainingsplatz ging es heiß her. Im April flogen zwischen Marvin Pourie und Torben Hoffmann die Fäuste.

München - Ein Wolf wird leiser, die Nachwuchshoffung Marvin Pourie erhält einen neuen Spitznamen, zahlreiche Löwen kehren dem Rudel den Rücken zu und der Aufstiegsexperte wird auf Kur geschickt. Der Löwen-April 2009.

April 2009, es war ein Monat der Abschiede: Gregg Berhalter weg, Dr. Markus Kern weg und auch Günther Gorenzel-Simonitsch von der Gehaltsliste endgültig weg.

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Viel zum Jubeln gab es für die Löwen im April nicht.

Doch während die Fans die letzten Grußworte der drei Genannten ziemlich teilnahmslos zur Kenntnis nahmen, schmerzte ein Abschied ganz besonders: der von Ernst Tanner, dem langjährigen Leiter des Nachwuchszentrums. Nach 15 Jahren verabschiedete sich Tanner in Richtung Hoffenheim, um künftig bei der TSG junge Fußballer auszubilden. Ein herber Schlag für die Löwen, die Tanner eigentlich behalten wollten. „Leider waren jedoch seine Karriereplanungen im Rahmen der Möglichkeiten von 1860 München nicht zu verwirklichen", betonte Manfred Stoffers. 

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Sportlich stagnierten die Münchner Löwen nach starken Ergebnissen im März. 1:1 gegen Osnabrück, 2:3 in Koblenz, 1:1 gegen Kaiserslautern und ein klägliches 1:1 gegen Oberhausen. Die Löwen hatten das Siegen verlernt. Das zeigte sich am deutlichsten in den Pressekonferenzen des TSV 1860 München. Brüllte der Wolf im März noch, war knapp einen Monat später nur noch ein leises Jaulen vom Mann auf der Trainerbank zu hören. An ein langfristiges Engagement von Uwe Wolf ("Ich bleibe Löwen-Trainer bis zur Rente") glaubte längst niemand mehr.

Die Löwen im April 2009

In den Medien kochte derweil die Gerüchteküche, wer als Cheftrainer in der kommenden Saison bei den Löwen an der Linie stehen könnte. Doch nicht nur auf der Trainerposition gab es Spekulationen, auch die Mannschaft sollte in der kommenden Saison ein komplett neues Gesicht bekommen. Einer sollte in dieser Mannschaft keine Möglichkeit mehr bekommen, sich zu beweisen: der hochgelobte Nachwuchsstürmer Marvin Pourie. Nach einer Schlägerattacke im Trainig gegen Torben Hoffmann machte sich "Prügel-Pourie" vom Acker und zog sich damit den Zorn von Uwe Wolf ein.

Von all diesen Querelen bekam einer nur aus zweiter Hand mit. Der neue "Zehner" der Löwen, Sascha Rösler, der die Münchner eigentlich als angepriesener "Aufstiegsexperte" zu Toren und Siegen führen sollte, verbrachte den April am Chiemsee. Wegen mangelnder Fitness schickten ihn die Löwen kurzerhand auf Kur.

von Christoph Seidl

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