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Emanuel Biancucchi ist Lionel Messis Cousin

Messi-Cousin: Hoffnung auf Pass und Spiele

München - Emanuel Biancucchi, Cousin von Barcelonas Zauber-Dribbler Lionel Messi, will dem TSV 1860 internationales Flair einhauchen. Doch bislang stoppt ihn die Bürokratie.

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Seine Dribblings erinnern zumindest ein klein bisschen an den großen Cousin Lionel Messi, und auch rein optisch sind sich der Weltstar aus der Primera División und sein Münchner Cousin Emanuel Biancucchi recht ähnlich. Dann hören die Gemeinsamkeiten aber auch auf. Denn während Messi zur fußballerischen Elite gehört, tänzelt Biancucchi nur im Training des Fußball- Zweitligaclubs TSV 1860 München herum. Seit einem Jahr ist der 21- Jährige dort, bisher aber stehen auch wegen Problemen mit der Spielgenehmigung nur zwei Pflichtspiele zu Buche. Zweimal Regionalliga. Am Samstag hofft der Argentinier auf seinen ersten Profieinsatz - damit Biancucchi nicht nur der kleine Vetter des berühmten Verwandten bleibt.

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“Ich wünsche mir, gegen den MSV Duisburg dabei zu sein. Ich will Profi werden“, sagte der Mittelfeldspieler der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es wäre das Ende einer wahren Odyssee, denn seit fünfzehn Monaten bewegt sich Biancucchi praktisch im Niemandsland. Natürlich: Er trainiert, mal bei den Sechziger Profis, mal bei den Amateuren. Aber spielen darf er nicht. Weil Trainer Lienen ihm die 2. Bundesliga bisher nicht zugetraut hat - und weil ihm für die Regionalliga der EU-Pass fehlt. Denn als Argentinier ist er dort nicht spielberechtigt. Aber Biancucchi hatte italienische Ur- Großeltern. Der Zweitpass ist lange beantragt, seit diesen fünfzehn Monaten eben. Bewilligt wurde dieser bisher nicht.

Ein wahres Hin und Her. Als Biancucchi mit Anfang 20 nach München kam, schien die Spielgenehmigung nur eine Formsache zu sein, so wurde ihm das jedenfalls erklärt. Aber die Formsache wurde zur Irrfahrt; und Biancucchi, der gekommen war, um in Europa seinen Durchbruch zu schaffen, verkörperte mehr und mehr eine tragische Figur. Im August 2009 hatte ihn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kurz einmal für spielberechtigt erklärt. Nur warum, das wusste so recht keiner. Der EU-Pass fehlte immer noch, trotzdem durfte der Argentinier zweimal ganz offiziell in der Regionalliga auflaufen. Danach hieß es für Biancucchi erneut: trainieren. Das soll vorbei sein.

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Die Papiere für die Regionalliga sind zwar nach wie vor nicht da, aber die Hoffnung, “meinen Trainer“ überzeugt zu haben, die schon. Denn als Profi darf er auch mit argentinischem Pass ran. “Es wäre schön, bald in der 2. Bundesliga spielen zu können, auch wenn ich nicht weiß, wie mit mir geplant wird“, sagt Biancucchi.

Trainer Lienen bescheinigt dem Argentinier, sich in den vergangenen Monaten verbessert zu haben - und macht ihm zumindest Hoffnung auf einen Platz im Kader für das Duisburg-Spiel. Er fragt aber auch: “Wie kommen Sie eigentlich darauf, dass Emmanuel jetzt der große Hoffnungsträger beim TSV 1860 sein soll?“ Ein 21-Jähriger, der kaum deutsch spricht und kein englisch. Mit einer guten Technik, aber derzeit überschaubarem Durchsetzungsvermögen im Zweikampf. Einem ohne Spielpraxis. “Nicht mehr lange“, hofft Biancucchi.

dpa

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