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„Rostock ist wie ein angeschlagenes Tier“

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Ewald Lienen schwor seine Spieler am Donnerstag auf das Rostock-Spiel ein. Doch er jonglierte nicht nur mit Worten, sondern auch mit Hütchen. Mehr sehen Sie in der Fotostrecke unten. © sampics

München - 1860-Trainer Ewald Lienen warnt vor dem kommenden Gegner Hansa Rostock - und trifft am Samstag seinen einstigen Co-Trainer Andreas Zachhuber wieder.

Raus im Pokal (1:2 in Osnabrück), frisch versenkt in der Liga (1:3 in Bielefeld) – für Hansa Rostock hätte die Saison kaum übler beginnen können. „Wir müssen uns zusammenraufen und am Samstag gegen 1860 München richtig Gas geben, um die ersten drei Punkte einzufahren“, sagt Torhüter Alexander Walke. Und Stürmer Enrico Kern verspricht: „Da werden wir wie verwandelt sein. Wir wollen wieder eine Heim-Macht werden und bleiben.“

Wie „angeschlagene Tiere“ halt so reden…

Als solche nämlich bezeichnet 1860-Coach Ewald Lienen die Rostocker. „Sie werden sich in ihrer Mini-Drucksituation noch mehr wehren, mit Aggressivität ihr Letztes geben. Darauf müssen wir eingestellt sein. Das werde ich meinen Spielern vermitteln.“

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Bei Alexander Ludwig haben ­Lienens Worte bereits gefruchtet. „Da prallen am Samstag zwei Mächte aufeinander“, weiß der Zugang aus St. Pauli. „Rostock gehört wie wir zu den stärkeren Klubs in der zweiten Liga.“

Selbstvertrauen meets Respekt. „Ludes“ Einstellung wird Lienen gefallen. Auch am historischen Background soll’s nicht scheitern. Vor zehn Jahren wirkte Lienen als Trainer beim FC Hansa. „Viele sind nicht mehr da von damals“, erinnert er sich. „Der Manfred Wimmer, der Juri Schlünz…“

…und Andreas Zachhuber. Lienens ehemaliger Co-Trainer ist seit März zurück an Bord beim Ostsee-Klub. „Ich freue mich, Ewald wieder zu treffen“, sagt er. „Ich habe nur gute Erinnerungen an ihn, auch wenn wir uns in den vergangenen zehn Jahren nicht gesehen oder gesprochen haben.“

Von 1997 bis 1999 bildeten Lienen und Zachhuber ein Duo auf der Hansa-Bank, in der Saison 97/98 verpassten sie die Uefa-Cup-Qualifikation nur um einen Punkt. Unvergessen: Lienens Aktion gegen Schiri Dardenne, dem er nach einem Platzverweis für Rostocks Dowe die Rote Karte aus der Hand schlug – und dafür 5000 Mark Strafe zahlen musste.

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In der neuen Saison folgte der Absturz. Nach der 18. Niederlage im 21. Spiel wurde Lienen im März 1999 entlassen, Zachhuber übernahm den Chefposten und schaffte den Klassenerhalt. Lienen heuerte in Köln an und stieg dort zum „heiligen Ewald“ auf.

Davon ist der Ostwestfale bei den Löwen noch ein Stück entfernt. Ein Sieg in Rostock dürfte zumindest die Fans selig machen. Schon jetzt genießt Lienen Sympathiewerte wie noch keiner der bisherigen Lorant-Nachfolger.

Abschied nehmen heißt es für die Fans dagegen von Lars Bender. Das blaue Eigengewächs wird vermutlich Anfang nächster Woche nach Leverkusen wechseln, die Klubs sollen sich weitgehend einig sein. Nach tz-Informationen kassieren die Löwen für den vorzeitigen Transfer insgesamt rund 2,7 Millionen Euro. Ob Lienens Wunsch nach externem Ersatz erfüllt werden kann, ist trotzdem noch nicht gewiss.

Ludwig Krammer

Das Video von der Löwen-Pressekonferenz

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