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Maximal große Herausforderung: Michael Köllner traut es sich zu, die Löwen zu bändigen.

„Papa, das wär das Geilste, wenn du mal Löwen-Trainer wirst“

Michael Köllner: Ein Trainer für alle Löwen

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Punkt 12 Uhr – und der neue Löwen-Trainer tritt durch die Schiebetür des Besprechungsraums im dritten Stock der Geschäftsstelle.

München – Kurzes Blitzlichtgewitter, dann kann sie losgehen, die Vorstellungsrunde mit Michael Köllner. Fast. Denn zuerst ergreift Geschäftsführer Günther Gorenzel das Wort. Nach dem so aufwühlenden wie ungeklärten Rücktritt von Daniel Bierofka hält es der sportlich verantwortliche Löwe für angebracht, die Umstände der flotten Nachbesetzung zu erklären. „Wir brauchten eine schnelle und überzeugende Lösung“, sagt der Österreicher. „Für mich war es sehr sehr wichtig, dass ich im Verein, in den Gremien, gespürt habe, dass alle Beteiligten ein Interesse hatten, diese Lösung auch sehr rasch zu finalisieren.“ Am Mittwochabend (während Köllner daheim die Champions League verfolgte) sei die Kontaktaufnahme erfolgt. Nach einem ausführlichen Treffen am Donnerstag sei beiden Seiten klar gewesen, dass man zusammenfinden werde. „Willkommen in der Höhle der Löwen!“

Was Köllner dort erwartet? „Für mich waren drei Faktoren ausschlaggebend“, sagt Köllner, 49, der 2018 mit dem 1. FC Nürnberg den Bundesliga-Aufstieg schaffte und im Februar nach einer Negativserie beurlaubt wurde. „Mache ich es mit Freude? Kann ich hier erfolgreich sein? Und fühlt sich meine Familie wohl mit der Entscheidung?“

Punkt eins und zwei seien schnell mit ja beantwortet gewesen, sagt Köllner. Und auch bei Punkt drei gab’s keine Widerstände. Im Gegenteil: Ehefrau Petra sei ein „großer Fan des Grünwalder Stadions“, sein Sohn, der in München studiere und es mit 1860 halte, habe ihm schon vor einiger Zeit gesagt: „Papa, das wär das Geilste, wenn du mal Löwen-Trainer wirst.“

Schwere Spiele und Derbys stehen an

Mit München und Sechzig verbindet Kölner so einiges. 2004 hospitierte er im Rahmen seiner Trainerausbildung an der Grünwalder Straße, während seiner Zeit als Koordinator der DFB-Talentförderung wohnte er fünf Jahre in der Lindwurmstraße. Nun ziehe es ihn nach Giesing oder Harlaching. Wie lange sein Vertrag laufe? „Solange es uns Spaß macht. Das ist eine ganz neue Klausel“, witzelt Köllner, der heute um 11.15 Uhr erstmals mit den 1860-Profis trainieren wird.

Von der Qualität des Kaders ist Köllner überzeugt. Der Auftritt in Halle habe gezeigt, welch starken Charakter die Mannschaft habe. Nun gelte es, das Ganze zu stabilisieren, um das Ziel – eine sorgenfreie Saison – zu erreichen. Oder sogar mehr? „Wenn wir die nächsten fünf Spiele gewinnen, gehen wir als Dritter in die Winterpause“ – wer könne das jetzt schon sagen?

Bayern II, Haching, Großaspach, Ingolstadt, Münster – das ist Köllners Startprogramm nach der Länderspielpause. Abseits des Rasens sind die Herausforderungen nicht kleiner. Köllner sagt, er wisse um die komplizierte Lage: „Ich habe bei der Entscheidung schon auch mein Hirn eingeschaltet.“ Seine Aufgabe sei es, den Funken zu „installieren“, der dann von der Mannschaft auf die Fans und den ganzen Verein überspringen müsse.

Um final eine Einigung der Gesellschafter zu erreichen? Das will sich Köllner nicht anmaßen: „Ich bin ein Trainer für alle und will ein Trainer für alle sein.“ Sollte fürs Erste genügen.

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