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Karl-Heinz Rummenigge hat nichts gegen einen Auszug der Löwen aus der Allianz Arena.

Rummenigge: "Das Angebot steht!"

Wo liegt die Zukunft des TSV 1860? Kein Thema polarisiert die Löwen-Fans wie dieses, kaum eines nervt auf der anderen Seite die Verantwortlichen des FC Bayern mehr.

Rot gegen Blau – wenn es schon seit der Saison 2004/ 2005 keine Bundesliga-Derbys mehr gibt, so wird wenigstens in der Stadiondebatte weiter gekämpft. Den Löwen hängt die Allianz Arena wie ein Klotz am Bein. Eine jährliche Miete von 5,3 Millionen Euro ist für den Zweitligisten nur schwer zu stemmen – und die gültigen Verträge laufen noch bis ins Jahr 2025.

Der FC Bayern würde den ungeliebten Untermieter lieber heute als morgen loswerden – das wiederholte Uli Hoeneß zuletzt Anfang Februar: „Wenn 1860 aus dem Stadion raus will, sollen sie uns die Frist sagen. Dann sollen sie doch das Grünwalder Stadion ausbauen.“ Dieser Weg ist seit der Gründung der Projektgruppe Stadionzukunft beim TSV 1860 wieder eine echte Alternative.

Der Haken: Die Bayern-Bosse wurden von diesem Vorhaben bisher nicht informiert. „Mir ist von den Plänen des TSV 1860 nichts bekannt. Ich habe davon auch nur in der tz gelesen“, erklärte Karl-Heinz Rummenigge am Dienstag. Doch der Vorstands-Boss macht klar: Das Angebot der Bayern steht! Rummenigge zur tz: „Ich muss offen und ehrlich sagen, dass es wie immer ist in einem Mietverhältnis: Wenn der Mieter aus einer Wohnung – oder in diesem Fall eben aus einem Stadion – ausziehen möchte und noch einen Vertrag mit einer Laufzeit von 16 Jahren hat: Wenn man gewillt ist, den dadurch entstehenden Schaden zu ersetzen, sind wir bereit, darüber zu diskutieren.“

Doch dieser „Schaden“, wie es Rummenigge nennt, ist beträchtlich. Denn von dem Ende 2008 geforderten Betrag wollen die Bayern auf keinen Fall abweichen. „Wenn 1860 natürlich glaubt, sie könnten ausziehen, ohne irgendwelche Dinge zu ersetzen, dann sind sie sehr naiv“, sagt Rummenigge deutlich. „Bei 16 Jahren liegt der Schaden für die Allianz-Arena-GmbH ganz emotionslos geschätzt im achtstelligen Bereich.“

Sprich: Die Löwen müssen mindestens zehn Millionen Euro berappen, wenn sie in absehbarer Zeit in ein neues Revier wechseln möchten. Was die Löwen jedoch tatsächlich planen, steht noch in den Sternen. Umbau des Grünwalder? Olympiastadion? Oder gar übergangsweise in den Generali Sportpark Unterhaching? „Wohin sie gehen, das ist eine Entscheidung, die 1860 fällen muss“, meint Rummenigge gleichgültig. Einen zusätzlichen Auszugs-Rabatt wird es für die Löwen aber auf keinen Fall geben.

Rummenigge: „Es ist ein klarer Vertrag abgeschlossen worden, der zu Gunsten des TSV 1860 schon absolut verbessert wurde. Wir haben sehr große Zugeständnisse gemacht – dementsprechend ist unsere Gesprächsbereitschaft damit erledigt.“ Über die Vorgehensweise des Nachbarn ist man bei den Roten sowieso alles andere als glücklich. Erst der Streit um Manfred Stoffers’ unterlassene Allianz-Nennung, der das Schlauchboot lediglich als „die Arena“ bezeichnete – und Uli Hoeneß gegen sich aufbrachte. Jetzt die neuerlichen Auszugspläne, ohne den Stadion-Partner darüber zu informieren. „Es haben noch keine Gespräche stattgefunden. Wir haben die Dinge aus der Zeitung erfahren“, äußert sich Rummenigge wenig erfreut. „Das ist ja auch irgendwie typisch für den Stil von 1860 – aber das sind wir ja gewohnt.“

Quelle: tz

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