1. Startseite
  2. Sport
  3. TSV 1860

Interview mit Ewald Lienen - dem neuen Löwen-Trainer?

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Ewald Lienen im Jahr 2001.
Ewald Lienen im Jahr 2001. © dpa

Seitdem sich abzeichnet, dass Uwe Wolf keine Zukunft als 1860-Trainer hat, fällt ein Name immer wieder: Ewald Lienen. Insider behaupten, dass sich Sportdirektor Miroslav Stevic bereits einig mit dem 55-Jährigen sein soll. Wir erreichten den derzeit vereinslosen Coach in seiner Heimatstadt Mönchengladbach am Telefon.

-Grüß Gott, Herr Lienen. Wissen Sie, dass in München derzeit viel über Sie getuschelt wird?

Aha. Nein, das wusste ich nicht. Warum ist das so?

-Es heißt, Sie seien der Favorit auf den Trainerjob bei den Löwen.

Oh, da muss ich Sie gleich enttäuschen. Ich verstehe Ihr journalistisches Interesse, aber ich habe mir angewöhnt, Spekulationen über meine Person prinzipiell nicht zu kommentieren. Egal, was ich sagen würde, einer Seite gegenüber wäre das immer unkorrekt. Es gibt genug Trainerkollegen, die „Hier“ schreien, wenn irgendwo ein Job zu vergeben ist. Das finde ich höchst unprofessionell.

-Können Sie wenigstens bestätigen, dass Sie zu Miroslav Stevic in der jüngeren Vergangenheit Kontakt hatten?

Wissen Sie: Wir kennen uns schon sehr lange und hatten immer einen intensiven Kontakt. Seit der Zeit, als ich Trainer in Köln oder Rostock war und ihn als Spieler haben wollte. Durch diese gewisse Nähe, die wir zueinander haben, kommen wahrscheinlich auch die Spekulationen.

-Haben Sie sich bewusst eine Auszeit genommen, nachdem im vergangenen Herbst bei Panionios Athen Schluss war? Oder war bisher einfach nicht das richtige Angebot dabei?

Ach, es gab eine ganze Reihe von Angeboten, vornehmlich von kleineren Klubs aus Griechenland. Für mich war aber klar, dass ich in dieser Saison nirgends mehr einsteigen möchte. Na gut: Ein paar Klubs aus der Ersten Liga gibt es schon, bei denen man schwach werden könnte, aber die waren nicht dabei. Die zweieinhalb Jahre in Griechenland waren sehr anstrengend, deswegen ist es mir ganz recht, dass ich mich mal ausruhen und andere Dinge erledigen kann. Ich habe jetzt endlich mal Zeit für Familie, Freunde und Finanzen und das tut mir supergut.

- Spüren Sie keinerlei Entzugserscheinungen?

Als Fußballjunkie, der ich ja auch bin, bleibt das nicht aus. Ich schaue mir natürlich regelmäßig Fußballspiele an, aber nur in Stadien, in denen ich unverdächtig bin. Also in Mönchengladbach, Duisburg oder Bielefeld.

-Stimmt es, dass Sie wie einst Hitzfeld und Henke nur im Paket mit Ihrem Schwiegersohn Abder Ramdane zu haben sind?

Im Moment stimmt das. Wir haben fest vor, gemeinsam weiterzumachen.

-Und was würde Sie eher reizen: Ein Verein im In- oder im Ausland?

Da bin ich völlig offen. Jedes (Land und jede Liga hat Vor- und Nachteile. In einem schönen Land wie Griechenland zu leben, war eine tolle Erfahrung. Das war Fußball pur. Es gibt zwar zehn täglich erscheinende Sportzeitungen, also zehnmal den „kicker“, aber wenn man den Marsch durch die Redaktionen und TV-Studios einmal hinter sich hat, kann man sich zu 90 Prozent auf das Tagesgeschäft konzentrieren. Herrlich!

-Würde Sie eine Medienstadt wie München nicht abschrecken?

Ich weiß, worauf Sie hinaus wollen . . . Wissen Sie: Das Vorurteil, ich sei schwierig im Umgang, stammt aus grauen Vorzeiten. Da habe ich schon viele Ihrer Kollegen überrascht. Wenn man korrekt miteinander umgeht, bin ich zu jeder Kooperation bereit.

-Gibt es Ihr berühmtes blaues Hemd eigentlich noch?

Ein Exemplar hab ich noch zu Hause, das Original hängt im Kölner Sportmuseum. -Würde so ein blaues Hemd nicht auch wunderbar zu 1860 passen? (Schmunzelt) Jetzt verstehe ich die Frage. Das Hemd ist ja eher hellblau und würde daher auch gut zu Manchester City passen, zu Schalke 04 und zu vielen anderen interessanten Vereinen.

Interview: Uli Kellner

Auch interessant

Kommentare