1. Startseite
  2. Sport
  3. TSV 1860

Nur Hoffmann lässt die Muskeln spielen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Bewundert mich! Nach seinem Kopfballtor zum 1:1 zeigte Torben Hoffmann, was für ein starker Typ er ist.
Bewundert mich! Nach seinem Kopfballtor zum 1:1 zeigte Torben Hoffmann, was für ein starker Typ er ist. © dpa

Oberhausen – In einem über weite Strecken schwachen Spiel sammeln die Löwen ein weiteres Pünktchen für den Klassenerhalt

Spannender als dieses 1:1, das die Tabellennachbarn Oberhausen (9.) und TSV 1860 (10.) gestern auf niederem Zweitliganiveau zusammenstiefelten, werden die daraus resultierenden Fragen sein: War das jetzt der Klassenerhalt? Können nun endlich die über die Saison hinausweisenden Gespräche beginnen? Die Positionen der Protagonisten sind bekannt. Der forsche Löwen-Trainer Uwe Wolf neigt dazu, etwaige Restrisiken auszublenden und vorzeitig die Rettung auszurufen. Sportchef Miroslav Stevic dagegen hält an seiner konservativen Interpretationslinie fest und will sich erst dann zur Zukunft äußern, wenn auch rechnerisch nichts mehr anbrennen kann.

Die Bilder zum Spiel in Oberhausen

Fotostrecke

Bei acht Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz und nur noch fünf ausstehenden Spielen sollte unter normalen Umständen nicht mehr allzu viel schief gehen, doch Stevic beließ es mal wieder bei Andeutungen. Als die erschreckend schwache erste Halbzeit zur Sprache kam, gab der Sportchef ein Statement ab, das viel Raum für Spekulationen lässt. „Ich weiß, woran es liegt, dass sich bei uns keiner den Arsch aufgerissen hat“, sagte er, „aber ich werde mich dazu nicht äußern.“ Die frühsommerlichen Temperaturen im Niederrheinstadion dürfte er nicht gemeint haben.

löwen
Chancen blieben auf beiden Seiten Mangelware. © dpa

Doch was war es dann, das die Löwen vor der Pause so hemmte? Die Einstellung? Die taktische Ausrichtung? Eine Rolle könnte gespielt haben, dass die Mannschaft erneut früh in Rückstand geriet. Seit 15 (!) Spielen warten die Löwen auf ein Zu-Null, und so wie sich Thorandt & Co. beim 0:1 anstellten, verwundert das auch nicht. Nöthe spielte Doppelpass mit Schüßler, vier 1860-Spieler standen Spalier und sahen zu, wie der junge Oberhausener alleine vor Michael Hofmann aus 16 Metern in die rechte obere Ecke schlenzte (13.).

Immerhin: Die Löwen nutzten den einzigen Eckball der ersten Halbzeit, um durch einen Kopfball von Torben Hoffmann zum Ausgleich zu kommen (40.). Am Freitag musste sich der Abwehrroutinier vom inzwischen suspendierten Teamkollegen Marvin Pourie einen einschenken lassen, diesmal teilte er aus – eine ereignisreiche Woche für den 34-Jährigen. Triumphierend zeigte Hoffmann seinen tätowierten Bizeps.

Das Signal für mehr Mumm in der zweiten Halbzeit? Zumindest für ein bisschen mehr Engagement. Die Löwen bissen sich nach der Pause energischer ins Spiel, hatten eine weitere gute Chance, als die Bender-Brüder nach einem Schick-Freistoß verpassten – doch auch Pech, dass Lüttmann in der 89. Minute frei vor Hofmann den Ball nicht unter Kontrolle brachte. „Unter dem Strich eine gerechte Punkteteilung“, befand Wolf. „Die erste Halbzeit ging an Oberhausen, in der zweiten haben wir viel investiert und uns den Punkt verdient.“

Pünktchen für Pünktchen schleppen sich die Löwen zum Klassenerhalt. Am Freitag geht es in Augsburg weiter, die Woche drauf gegen Rostock könnte dann theoretisch die für Stevic wichtige 40-Punkte-Marke geknackt werden. Klarheit gibt es also frühestens am 8. Mai.

von Richard Rösener

Auch interessant

Kommentare