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Rösler ab ins Fitnesscamp

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Uwe Wolf (r.), Sascha Rösler
Uwe Wolf (r.) hat Sascha Rösler ins Fitnesscamp geschickt © sampics

Vor kurzem erst hatte Löwen-Sportdirektor Miki Stevic in der tz die mangelnde Fitness der Mannschaft beklagt – jetzt wurden die ersten Konsequenzen gezogen.

Sascha Rösler nimmt seit Donnerstag nicht mehr am Trainingsbetrieb teil, sondern wurde in ein Fitnesscamp in der Nähe von München geschickt. „Dort bleibt er mindestens eine Woche“, erklärte Trainer Uwe Wolf. Oder länger, je nachdem, was Röslers Körper verlangt. Wolf: „Sascha wird erst dann wieder zurückkommen, wenn er sich in einem Zustand befindet, der uns und ihn selbst weiterbringt.“

Eins ist aber auch klar: Sieben Spieltage vor Schluss ist das eine außergewöhnliche Maßnahme. Angesichts der Tabellensituation allerdings auch irgendwie verständlich. Rösler per Spielpraxis in der 2. Liga zu einer vernünftigen Form zu verhelfen, ist derzeit ein zu großes Risiko. Wenn nämlich alles richtig dumm läuft am kommenden Spieltag, könnten die Löwen nach der Partie am Montag gegen den 1. FC Kaiserslautern nur noch vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz (Drittletzter) aufweisen. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr hatten die Löwen nach dem 27. Spieltag zehn Punkte Vorsprung auf Rang 15, den ersten Abstiegsplatz, und schafften erst im letzten Heimspiel gegen Osnabrück mit einem erzitterten 1:1 den Klassenerhalt…

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Dass es in dieser Saison nicht mehr zu solch einer brenzligen Situation kommt, dafür wurde Rösler unter anderem im Winter von Borussia Mönchengladbach verpflichtet. Der 31-jährige Routinier sollte die Nachfolge von Timo Gebhart im offensiven Mittelfeld antreten, aber er konnte seinen zwölf Jahre jüngeren Vorgänger (wechselte zum VfB Stuttgart) nie ersetzen. Rösler wirkte meist matt und kraftlos, eine Tatsache, die Uwe Wolf jetzt zu einer Reaktion zwang: „Nach dem Spiel bei Greuther Fürth habe ich gedacht, Saschas Formkurve ist im Ansteigen, aber dann war er im Heimspiel gegen Osnabrück und in den 15 Minuten, die er gegen Koblenz spielte, schwach.“ 

Und wohl auch den Fans in dieser Verfassung nicht mehr vermittelbar. Mit hämischem Beifall hatten die Zuschauer die Bekanntgabe von Röslers Auswechslung zur Halbzeit gegen Osnabrück quittiert. „Jetzt will ich Sascha helfen“, sagte Wolf, „deshalb diese ungewöhnliche Maßnahme mit dem Fitnessprogramm. Ich frage mich ja auch, warum er nicht auf die Füße kommt. Jetzt werden seine Fitnesswerte geprüft und das individuelle Training wird darauf aufgebaut.“ Wie lange es dauert, Rösler wieder zu einem wertvollen Spieler aufzupäppeln, weiß derzeit niemand. Wolf: „Ich gehe aber nicht davon aus, dass Sascha in dieser Saison kein Spiel mehr machen wird.“

Claudius Mayer (tz)

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