1. Startseite
  2. Sport
  3. TSV 1860

Schiri Gräfe raubt Löwen den Sieg

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Stefan Aigner setzt sich gegen Florian Dick (l.) und Martin Amedick durch. © dpa

München – Umstrittener Handelfmeter, nicht gegebenes Tor – nach 1:1 gegen Lautern geht das Zittern weiter

Immerhin: Diesmal musste Uwe Wolf nicht auf die Tribüne. Obwohl es in der Schlussphase ganz schön turbulent wurde. Zunächst hielt 1860-Torhüter Michael Hofmann einen umstrittenen Handelfmeter von Kaiserslauterns Dzaka (85.), zwei Minuten später traf Fabian Johnson mit einem Heber über die Unterkante der Latte ins Tor, doch Schiedsrichter Gräfe hatte den Ball nicht hinter der Linie gesehen. Beide Teams hatten Glück, beide Pech, deswegen war das 1:1 am Ende wohl das gerechteste Ergebnis. „Es wäre bitter gewesen, wenn wir das Spiel verloren hätten“, sagte Löwen-Trainer Uwe Wolf, der nun „mit Selbstbewusstsein“ nach Oberhausen fahren will – um dort die gestern liegen gelassenen Punkte für den Klassenerhalt zu holen.

Die besten Bilder des Spiels sowie die Löwen in der Einzelkritik:

foto

Nach dem enttäuschend verlaufenen Osterausflug zur TuS Koblenz (2:3) wollte Wolf nur noch auf Spieler setzen, „die für 1860 durchs Feuer gehen“. Er brachte jene elf Männer, die ihm in seinem allerersten Spiel als alleinverantwortlicher Coach ein Torfestival gegen St. Pauli beschert hatten. 5:1 endete die Partie am 1. März, und ähnlich furios legte die Mannschaft seines Vertrauens auch gestern los. Aggressiv, dynamisch, mit viel Leidenschaft. Die Folge: Schon nach sechs Minuten stand es 1:0. Knappe 20 Meter vor dem Lauterer Tor hatte es einen Freistoß gegeben, drei Löwen analysierten die günstigste Flugbahn und überließen dem Unerfahrensten die Ausführung. Über die Unterkante der Latte schickte Michael Schick den Ball ins Netz. Sein erstes Tor im bezahlten Fußball.

Allerdings: Die guten Vorsätze hielten nur 15 Minuten. Urplötzlich riss der Faden, Lautern wurde stärker, und nach einem Warnschuss von Kai Hesse, den der genesene Torhüter Michael Hofmann mit einem erstaunlichen Reflex parierte (17.), war es zehn Minuten später soweit: Hesse flankte von rechts, Hoffmann und Thorandt kamen zu spät – Jendrisek hatte keine Mühe, aus sechs Metern Entfernung gegen die Laufrichtung von Hofmann zu vollstrecken.

Das 1:1 war der Startschuss zu vielen zerfahrenen Aktionen bis zur Halbzeit. Allerdings: Lautern war jetzt besser, die Löwen schlugen die Bälle nur noch planlos nach vorne, die Kräfteverhältnisse hatten sich verschoben. Optischer Beweis: Lautern sah in dieser Phase dreimal Gelb, die Gastgeber nur einmal durch Markus Thorandt.

Fotostrecke: Tour durch das Sechzger Stadion

Fotostrecke

In der Pause hatte Löwen-Boss Manfred Stoffers einiges zu verkünden. Erstens: Die Lizenz ist da. Die schlechte Nachricht: Sie ist an Bedingungen geknüpft. Dann aber wieder eine gute Nachricht: „Wir werden sie bis Freitag erfüllen.“ Laut Stoffers handelt es sich um „langweilige buchhalterische“ Dinge, nichts Ernstes. Ernst ist es der Vereinsführung aber mit den Bender-Zwillingen. Sie sollen nun doch beide gehalten werden. Stoffers sagte: „Ich bin da sehr optimistisch.“

Optimistisch betrachtet wurde das Spiel nach der Pause wieder etwas besser. Realistisch betrachtet blieb es jedoch bei glücklosen Bemühungen auf beiden Seiten. Hesse verpasste für Lautern eine gute Einköpfmöglichkeit (67.), zehn Minuten danach hätte Bender das 2:1 machen müssen, als er freistehend nach einem Schick-Freistoß nur den Pfosten traf.

Große Aufregung dann in der Schlussphase. Holebas sprang der Ball an den Arm – Hofmann hielt den Elfmeter bravourös. Lauterns Sippel eilte aus dem Tor, Johnsons Lupfer zählte nicht, doch selbst diese Fehlleistung von Gräfe lockte Wolf nicht aus der Reserve: „Ich habe kürzlich 4000 Euro Strafe zahlen müssen, daher sage ich lieber nichts zum Schiedsrichter.“

Von Uli Kellner

TSV 1860 München – 1. FC Kaiserslautern 1:1 (1:1)

TSV 1860: Hofmann 1 – Rukavina 3, Thorandt 3, Hoffmann 4, Schick 3 – Béda 4, Lars Bender 3 – Aigner 3 (82. S. Bender 0), Johnson 4 – Lauth 3, Schäffler 4 (75. Holebas 0).

Kaiserslautern: Sippel – Dick, Amedick, Damjanovic, Bugera – Demai, Kotysch – Hesse (90.+1 Fuchs), Dzaka (90+2. Pinheiro 0), Simpson (81. Paljic 0) – Jendrisek.

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin).

Tore: 1:0 Schick (6.), 1:1 Jendrisek (27.).

Bes. Vorkommnis: Hofmann hält Handelfmeter von Dzaka (85.).

Zuschauer: 25 100.

Gelbe Karten: Amedick, Damjanovic, Hesse, Dzaka, Kotysch– Hoffmann (3), Lars Bender (2), Lauth (4), Thorandt (8).

Auch interessant

Kommentare