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Mohamad Awata konnte beim SV Heimstetten überzeugen und schließt sich nun dem 1. FC Schweinfurt an. 

Der Ex-Löwe im Interview

Awata über Türkgücü-Angebot: „Ich hatte Angst, nicht zu spielen“

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Mohamad Awata schließt sich zur neuen Saison dem Aufstiegsaspiranten in der Regionalliga Bayern 1. FC Schweinfurt an. Im Interview erklärt er, warum er Schweinfurt dem SV Türkgücü-Ataspor München vorzog.

Mohamad Awata kam als Flüchtling aus Syrien nach Deutschland. Beim TSV 1860 fand er eine sportliche Heimat. Nach eineinhalb Jahren bei der zweiten Mannschaft der Löwen zog es ihn im vergangenen Sommer nach Jordanien zu Al-Jazeera Club Ammam. Von dort kehrte der Stürmer bereits im Winter wieder nach München zurück. Ein halbes Jahr schnürte er seine Fußballschuhe für den SV Heimstetten. Nun wechselte der 25-Jährige zum 1. FC Schweinfurt, einem der Aufstiegsaspiranten der Regionalliga Bayern. Im Interview mit Fußball Vorort spricht Awata über die Gründe seines Wechsels und Angebote anderer Teams.

Wie kam es zum Wechsel nach Schweinfurt?

Ich habe in der Rückrunde sehr viele gute Spiele gemacht. Deshalb hat Schweinfurt meinen Berater zwischen den Spielen gegen die Bayern Amateure und den VfB Eichstätt kontaktiert. Ich wollte mich noch auf die restlichen Partien mit Heimstetten konzentrieren, weshalb ich erst noch abgewartet habe. Der Verein hat mir viel gegeben. Ich wollte die Spieler, Verantwortlichen und Fans nicht im Stich lassen und bis zum Ende voll unterstützen. Neben Schweinfurt hatte ich noch Kontakte zu acht bis neun anderen Vereinen, darunter viele Mannschaften aus dem Nahen Osten und auch aus anderen Regionalligen. 

Was hat den Ausschlag zugunsten von Schweinfurt gegeben?

Schweinfurt ist eine gute Mannschaft und hat einen großen Namen. Ich wollte Profi sein und auch unter Profibedingungen arbeiten. Das alles kann ich dort. Sie haben hohe Ziele und wollen in die 3. Liga aufsteigen. Das stimmt mit meinen Ambitionen überein. Bei Heimstetten haben wir nur drei- bis viermal in der Woche trainiert, bei Schweinfurt sieben bis achtmal. 

Wie ist es bei Schweinfurt geregelt?

Dort bin ich Profi. Wir haben oft zweimal am Tag Training. Ich konzentriere mich nur auf Fußball. Das macht es allerdings schwer für mich, Kurse oder eine Schule zu besuchen, um weiter Deutsch zu lernen. Bisher habe ich alles durch den Fußball und von meinen Mannschaftskollegen gelernt. Ich versuche so viel es geht Deutsch zu sprechen. Fernsehen schaue ich eigentlich nur auf Deutsch. 

„Ich wollte kein Risiko eingehen und habe dann Schweinfurt zugesagt“

Du hast vor kurzem gesagt, dass du gerne in die 3. Liga gehen würdest: Warum hat das nicht geklappt?

Es gab einen Verein aus der 3. Liga, der mich angefragt hat. Allerdings hatte er zu diesem Zeitpunkt kein Geld für Neuzugänge. Die verantwortlichen haben mich eine Woche warten lassen und wollten mich danach noch weiter warten lassen. Das konnte ich nicht. Ich wollte kein Risiko eingehen und habe dann Schweinfurt zugesagt. 

Wie sieht dein Zukunftsplan aus, wenn der Aufstieg nicht klappen sollte?

Wenn wir nicht aufsteigen, würde ich mir sehr gut überlegen, wie es weitergeht. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dann in den Nahen Osten zurückzugehen.   

Türkgücü-Ataspor ist ein aufstrebender Verein in München: Gab es dahingehend auch Kontakt?

Ja, es gab eine Anfrage. Ich habe mich auch mit den Verantwortlichen getroffen. Wir hatten gute Gespräche, allerdings hatte ich Angst, wie beim TSV 1860, nicht zu spielen, weil sie sie schon so viele Spieler verpflichtet haben. Ich habe vielleicht nur noch ein bis zwei Jahre in Deutschland, deshalb wollte ich kein Risiko eingehen. Schweinfurt ist ein sehr guter Verein und ich glaube, sie werden im nächsten Jahr mit Türkgücü-Ataspor um den Aufstieg in die 3. Liga kämpfen.

Du triffst bei Schweinfurt mit Christian Köppel auf einen Ex-Kollegen vom TSV 1860: Wie verstehst du dich mit ihm?

Ich freue mich sehr, dass ich mich wieder auf Köppel treffe und wir wieder zusammen spielen. Nico ist ein sehr guter Junge. Als ich zu 1860 kam, konnte ich weder Deutsch noch Englisch. Er war für mich da und hat mir immer geholfen, genauso wie Christian Köppel und Lukas Aigner, der jetzt bei Burghausen spielt. Köppel ist wie ein Bruder für mich. Wir sind immer noch in Kontakt und sind gegenseitig für einander da, wenn jemand etwas braucht. Ich freue mich, in der nächsten Saison gegen Lukas zu spielen. Benedict Laferty ist auch von Heimstetten zu Schweinfurt gewechselt. Er ist ein guter Mensch und ich freue mich weiter mit ihm zusammenzuspielen. 

Teil zwei des Interviews folgt am Mittwoch im Laufe des Tages.

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