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Zwei Fußballherzen in einer Künstlerseele: Kabarettist Hannes Ringlstetter ist Club-Fan, hegt aber Sympathien für 1860.

Musik-Kabarettist und Moderator Ringlstetter im Interview

Hannes Ringlstetter: „1860 ist wie ein niederbayrisches Wirtshaus“

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Leidenschaftlicher Fan des 1. FC Nürnberg, Sympathisant des TSV 1860 – Musik-Kabarettist und Moderator Hannes Ringlstetter hat’s nicht leicht in Fußballdingen.

München – Nun haben sowohl der Club als auch die Löwen neue Cheftrainer vorgestellt, dazu steht Uli Hoeneß vor dem Abschied als Bayern-Präsident. Grund genug, um Ringlstetter um seine Einschätzung zu bitten.

Im bayerischen Profifußball herrschen turbulente Zeiten. Wie schwer fällt es ihnen, den emotionalen Überblick zu behalten?

Ringlstetter: Ich hab keinen mehr. Und ich frage mich, warum mich das Ganze eigentlich noch interessiert. Es gibt so viele wirkliche Probleme auf der Welt – da sind die selbst geschaffenen beim Club und bei 1860 doch ein Schoaß dagegen. Die Woche hab ich mir gedacht: Warum kann ich nicht einfach Freiburg-Fan sein? Die machen alles richtig. Auch menschlich. Bei 1860 weißt du nicht mehr, was du denken sollst.

Michael Köllner haben Sie beim Club erlebt. Was haben sich die Löwen für einen geangelt?

Einen, der mit einer super Nürnberger Mannschaft aufgestiegen ist, und danach bald weg war. Ich weiß nicht, wie Köllner diesen desolaten TSV aus dem Dreck ziehen soll – und trotzdem wünsch ich ihm natürlich viel Glück. Seiner Oberpfälzer Gemütsruhe und seine Stressresistenz sollten ihm zu Gute kommen.

1860-Investor Hasan Ismaik hat seinen Klub zuletzt mit Nordkorea und der DDR verglichen, bei dem im Gegensatz zum FC Bayern die Ideologie ein Wachstum verhindere.

Das ist mir zu hochtrabend – mal ganz davon abgesehen, dass ja auch Wachstum eine Ideologie sein kann. Mich erinnert Sechzig viel eher an ein niederbayerisches Wirtshaus, wo jeder über alles schimpft, fünf Halbe sauft und mit dem Gefühl heimwankt, recht zu haben, ohne dass irgendwas vorwärts geht. Andererseits... die DDR gibt’s ja nicht mehr, vielleicht hat Ismaik das gemeint. Dann ist Sechzig auf einem guten Weg.

Gibt es nächste Saison ein Derby zwischen den Löwen und dem Club gibt?

So schlimm es derzeit ausschaut, aber absteigen wird der Club nicht. Auch nicht mit Jens Keller. Und für einen Löwen-Aufstieg fehlt mir die Fantasie.

Am Freitag erwartet uns die Abschiedszeremonie von Uli Hoeneß. Haben Sie die Taschentücher parat?

Nein. Er geht ja auch gar nicht. Als Glucke hockt er künftig über allen - die werden sich freuen. Ich schwanke bei Hoeneß immer zwischen zwei Gefühlen: Respekt vor der Leistung, einen schuldenfreien Topklub in Europa hingestellt zu haben. Und Abneigung gegen diese komplette Reflexionsfreiheit. Als er neulich bei dieser Enke-Veranstaltung über die Verrohung der Sprache schwadroniert hat, da hab mir gedacht: Was redest DU da jetzt mit? Ich finde Weisheit und Ruhe zwei erstrebenswerte Eigenschaften im Alter. Beides kann ich bei Hoeneß nicht erkennen.

Wie schwer fällt es Ihnen, das Geschehen ohne Ironie an sich heranzulassen?

Immer schwerer. Als am Samstag bei Bayern gegen Dortmund mein SkyGo gestreikt hat, war mein erster Gedanke nach der Wut: So, Schluss mit dem Schmarrn! Dieser ganze Irrsinn mit zig Anstoßzeiten, den Überschneidungen mit der 2. Liga, der Nations League und was weiß ich noch alles - will ich dieses Auspressen noch lange mitmachen und befördern? Nein.

Und jetzt?

Immerhin beruhigt mich der Schmarrn am Ende immer noch. Wenn Ärgern über Fußball nicht diese reinigende Wirkung hätte, wär ich schon lang weg.

Wo stehen 1860, Nürnberg und Bayern in fünf Jahren?

Sechzig ist der gegenwärtigen Struktur nicht zukunftsfähig, also bestenfalls 3. Liga. Der Club wird in der 2. Liga rumdümpeln, solange die Ablösen für die besten Spieler nicht reinvestiert werden können. Und Bayern wird es schwer haben, den aktuellen Status zu halten. International sowieso - aber auch in der Bundesliga. Ich glaube an die Renaissance von Borussia Mönchengladbach. Max Eberl ist der beste Manager der Liga. Die Frage ist nur, ob er in fünf Jahren noch da ist. INTERVIEW: LUDWIG KRAMMER

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