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Scharold will Ismaik überzeugen - „Müssen an Stadion-Lösung arbeiten“

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Michael Scharold ist neuer Geschäftsführer bei 1860.
Michael Scharold ist neuer Geschäftsführer bei 1860. © sampics / Stefan Matzke

Dass ein neuer Geschäftsführer den Mehrheitsgesellschafter davon überzeugen muss, dass er der richtige Mann ist, klingt kurios. Doch genau das hat Michael Scharold vor. Viel Arbeit wird auch „eine der wichtigsten Aufgaben in den nächsten Jahren“ erfordern.

München - Als neuer Geschäftsführer will Michael Scharold den TSV 1860 München in eine positive Zukunft führen und muss auf diesem schwierigen Weg besondere Überzeugungsarbeit leisten. „Es ist eine Chance, eine Herausforderung und jetzt muss ich mich halt beweisen. Ich werde arbeiten und versuchen, mir das Vertrauen von der anderen Seite zu holen“, sagte Michael Scharold bei seiner Vorstellung im neuen Job am Mittwoch in München nach dem Trainingsauftakt, bei dem die Löwen neben einem Probespieler auch einen alten Bekannten begrüßten.  Die Kür von Scharold als Nachfolger von Michael Fauser war nicht nach dem Geschmack von Investor Hasan Ismaik, der einen anderen Kandidaten favorisiert hatte und ihn als „schwach titulierte.

Man müsse unterschiedliche Meinungen respektieren, sagte der 37 Jahre alte Scharold. „Ich hoffe, dass ich durch meine Arbeit überzeugen kann, dass ich doch die richtige Besetzung bin.“

Scharold: „Es ist sensationell, wo wir im Moment stehen“

In der Winterpause führen die Löwen die Regionalliga-Tabelle an und hoffen auf den Aufstieg. „Es ist sensationell, wo wir im Moment stehen“, sagte Scharold, der auch die Verdienste von Fauser lobte. „Wir haben ein super Fundament geschaffen, von dem aus wir eine positive Zukunft von 60 München gestalten können.“ Er strebe den „sportlich maximalen Erfolg unter wirtschaftlich nachhaltigen Bedingungen an“.

Der in die vierte Liga abgestürzte Traditionsverein, der in den vergangenen Jahren reihenweise Geschäftsführer verschlissen hat, hatte in der Nacht zu Dienstag Scharold als neuen Geschäftsführer verkündet. Dessen Vertrag läuft über anderthalb Jahre bis 2019. Ismaik wollte dem Vernehmen nach den früheren Jahn-Regensburg-Sportdirektor Franz Gerber als Geschäftsführer einsetzen. Auf einer Beiratssitzung wurde jedoch die Übergabe von Fauser zu Scharold vollzogen.

Ismaik wollte Scharold nicht als neuen Geschäftsführer

„Mit Bedauern muss ich feststellen, dass der TSV 1860 zu keiner Zeit bereit ist, außerhalb der 50+1-Regel zu agieren, sondern nur seinen eigenen Willen - wie jetzt bei der Besetzung des Geschäftsführerpostens - durchzusetzen“, hatte Ismaik geäußert. Der Geschäftsmann aus Abu Dhabi ist zwar Mehrheitseigner bei den Löwen, die Mehrheit der Stimmen liegt jedoch beim Verein. Die 50+1-Regel soll verhindern, dass Investoren die Macht in einem Verein übernehmen.

Michael Scharold (l.) übernimmt die Geschäfte von Markus Fauser (r.).
Stabübergabe am Mittwoch: Michael Scharold (l.) übernimmt die Geschäfte von Markus Fauser (r.). © sampics / Stefan Matzke

Der Diplom-Kaufmann Scharold, der kurioserweise im April 2017 von Ismaik vom FC Schalke 04 zu den Löwen zurückgelockt wurde, blickt ohnehin lieber nach vorne. „Die Vergangenheit kann man nicht mehr verändern, jetzt schauen wir in die Zukunft“, sagte der gebürtige Münchner, der schon unter dem nur kurz bei 1860 weilenden Ian Ayre im Einsatz war.

Zur Personalie Günther Gorenzel-Simonitsch als neuen sportlichen Leiter äußerte sich Scharold ebenso wenig wie über die mögliche Verpflichtung des ehemaligen Zweitliga-Spielers Michael Görlitz. Als eine der „wichtigsten Aufgaben in den nächsten Jahren“ sehe Scharold die Stadionfrage an. „Wir müssen an einer Lösung arbeiten. Wie die Lösung aussieht, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Wir werden alle Optionen prüfen“, kündigte er an.

Im Sommer waren die Löwen aus der Allianz Arena des FC Bayern ausgezogen. Eine Rückkehr ist ausgeschlossen. „Das Grünwalder Stadion war für die momentane Situation genau richtig“, sagte Scharold. Doch spätestens bei einem angestrebten Aufstieg in die 2. Liga würden die Löwen Probleme bekommen, da die traditionelle Spielstätte nicht den Anforderungen des Profifußballs genügt.

dpa

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