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OB Reiter: "Unterstütze ein Sechzgerstadion"

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Von: Felix Müller

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Dieter Reiter
Dieter Reiter setzt sich für ein eigenes Löwen-Stadion in Riem ein. © Schlaf

München - Der TSV 1860 will raus aus der Allianz Arena. Von der Münchner Stadtspitze gab es lange keine positiven Signale mehr. Das ändert sich jetzt. OB-Reiter will helfen.

Dieter Reiter hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er ein Roter ist. In seinem Büro im Wirtschaftsreferat hing ein Trikot des FC Bayern an der Wand, die Meisterfeier dürfte sein Lieblingstermin in den ersten Wochen als Oberbürgermeister gewesen zu sein – und nicht zuletzt hat der SPD-Mann als Wahlkämpfer seinen ersten Skandal erlebt, als er sich umstrittenerweise zum Champions-League-Finale nach London einladen ließ. Reiter und der TSV 1860 – das schien hingegen bisher ein unbeschriebenes Blatt zu sein. Es gibt ein Foto von ihm mit Löwen-Schal am Tag des Pokalspiels gegen Borussia Dortmund im Herbst. Das war’s. Jetzt aber könnte sich Reiter auch bei den Löwen-Fans positiv ins Gespräch bringen. Denn er signalisiert, dass er für ein eigenes Löwen-Stadion in Riem ist.

Die Situation für den TSV ist seit Jahren vertrackt. Das Dasein als Mieter des großen FC Bayern in der viel zu großen Allianz Arena hat aus Sicht vieler Löwen-Fans keine Zukunft. Bis 2020 sind die Sechzger, denen einst die Hälfte der Arena selbst gehörte, durch einen Mietvertrag noch an den FC Bayern gebunden. Der Erhalt des Grünwalder Stadions ist zwar mittlerweile gesichert. Zweit- oder Erstligafußball dürfte hier aber nie wieder gespielt werden. Zu hoch sind die Anforderungen – etwa in Sachen Sicherheit und Parkplätze. Bleibt der Traum von einem eigenen „Löwen-Käfig“.

Stadt wird kein Geld in die Hand nehmen

Die Rede war stets von einer Kapazität von 40.000 Zuschauern. 2012 hatten die Sechzger offiziell ihr Interesse an einem Grundstück in Riem bekundet. Das 82.500 Quadratmeter große Areal gegenüber dem Messegelände liegt zwischen der A94 und der Hofbräuallee, direkt am östlichen Stadtrand. Das Gelände gehört der öffentlichen Hand – die wollte damals aber ausdrücklich nicht mitspielen, das Grundstück sei auf Jahre an ein Logistikunternehmen verpachtet, hieß es. Das Gelände müsse als „Güterverteilzentrum“ dienen. So lange der Stadtrat keinen anderen Beschluss fasse, seien der Stadtverwaltung die Hände gebunden. Das heißt: Es fehlte der politische Wille. Und das könnte sich jetzt ändern.

Kürzlich trafen sich Dieter Reiter, der komplette Vorstand der Löwen und Investoren-Vertreter Noor Basha zu einem diskreten Treffen im OB-Büro im Rathaus. Thema: eine eigene Löwen-Arena. „Ich würde ein Sechzgerstadion selbstverständlich unterstützen“, sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) im Gespräch mit unserer Zeitung. „Beispielsweise bei der Standortsuche und Planung.“ Aktuell favorisiert Reiter den Standort Riem, betont aber, dass die Stadt kein Geld in die Hand nehmen werde. Den Münchnern klarzumachen, dass es schon wieder ein neues Stadion brauche, sei nicht schwer, glaubt Reiter. „So lange klar ist, dass die Stadt keine Kosten auf den Steuerzahler umwälzt.“

Sechzger zurück ins Olympiastadion?

Der dauerklamme TSV bräuchte also wohl einen potenten Geldgeber für das ambitionierte Projekt. Bei den Sechzgern ist man mittlerweile vorsichtiger geworden, will nicht zu schnell zu große Hoffnungen wecken. „Dieter Reiters Signal sehen wir positiv“, sagt Löwen-Geschäftsführer Markus Rejek. „Es freut uns, dass der Oberbürgermeister unserer Stadt uns bei diesem wichtigen Projekt unterstützen will.“ Die „langfristigen Planungen zum Thema Stadion“ wolle er aber nicht öffentlich kommentieren. „Unser Stadion ist die Allianz Arena. Darauf liegt aktuell unser Fokus. Wir müssen alles dafür tun, damit unsere Fans dort ein echtes Heimspielgefühl haben.“

Kein Heimspielgefühl hatten viele Sechzger zu Erstliga-Zeiten auch im Olympiastadion. Die Stadt sucht dringend nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für das Denkmal. Im Herbst soll eine Sanierung beschlossen werden. Der Oberbürgermeister macht keinen Hehl daraus, dass die Stadt ein Interesse an einer Rückkehr der Löwen ins Olympiastadion hätte. Er verweist aber auf die Vertraulichkeit der Gespräche mit dem TSV. „Deshalb nur so viel: Die Stadt könnte es sich vorstellen. Ich glaube nur, dass der TSV 1860 sich das nicht vorstellen kann, im Olympiastadion zu spielen.“

Felix Müller

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