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Rückkehr in die neue, alte Heimat? Das von den Fans eher ungeliebte Olympiastadion, in dem der TSV 1860 bis 2004 residierte, wurde von Hasan Ismaik als mögliche künftige Spielstätte genannt. 

Die Löwen auf Stadionsuche

Olympiastadion als 1860-Spielstätte? Eher unwahrscheinlich

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München – Nach der Riem-Absage hat eine eigene Spielstätte für den TSV 1860 weiterhin Priorität - OB Dieter Reiter sichert Hilfe bei Standortsuche zu, die Kosten eines Umbaus des Olympiastadions müsste der Zweitligist tragen.

Peter Cassalette weiß, dass der 1860-Anhang höchst empfindlich reagiert, wenn es um seine Heimatgefühle – also die Stadionfrage – geht. „Durch die Erwartungen der Fans stehen wir zeitlich unter Druck“, sagte der Löwen-Präsident am Dienstag, „wir müssen zügig eine Alternativlösung anbieten.“ Seine kämpferische Haltung unterstrich er mit den Worten: „Der Traum von einem eigenen Stadion lebt weiter. Ich bin da sehr optimistisch.“ (Hier gelangen Sie zur Themenseite TSV 1860 München)

Die Diskussion um die Spielstätte der Sechziger war am Montag neu entflammt, nachdem Hasan Ismaik auf Facebook bekannt gemacht hatte, dass sich die Planungen für eine Fußball-Arena in Riem zerschlagen hätten. Die größte Überraschung dabei war allerdings, dass der 1860-Hauptanteilseigner das Olympiastadion als mögliche Heimstatt der Löwen ins Spiel brachte. Cassalette erklärte am Dienstag, dass er dieser Idee „völlig neutral“ gegenüber stehe. Auch wenn er zugab: „Ich bin kein Fan des Olympiastadions. Es ist aber wahrscheinlich besser als die Allianz Arena.“ Man müsse sich erst einmal „ganz genau anschauen und prüfen, ob das machbar ist“. Grundsätzlich meinte er: „Das Olympiastadion löst bei den Wenigsten große Begeisterung aus.“ 

Olympiapark München GmbH ist überrascht von Ismaiks Worten

Überrascht vom Vorstoß Ismaiks zeigt sich nicht zuletzt die Olympiapark München GmbH (OMG). Direkten Kontakt mit den Verantwortlichen der Löwen gab es zwar immer wieder mal, nun aber schon länger nicht mehr. OMG-Chefin Marion Schöne zeigt sich dennoch offen: „Wir sind zu ernsthaften Gesprächen bereit.“ Allerdings müssten zahlreiche Punkte geklärt werden. Falls es 1860 ernst meine, müsste der Verein auch die Kosten für einen Umbau des Olympiastadions tragen, so Schöne. Beispielsweise gebe es derzeit keinen fußballtauglichen Rasen und keine Rasenheizung.

Prinzipiell sei ohnehin nur ein Minimalumbau möglich. Aufgrund des Denkmal- und Ensembleschutzes für den Olympiapark sowie der Urheberrechte der Architekten für das Stadion halte sie einen Umbau in eine reine Fußballarena für „äußerst unwahrscheinlich“. Gewünscht wäre dieser von der OMG sowieso nicht. „Wir hatten eine Super-Saison mit Open-Air-Konzerten – und das dürfte auch in den kommenden Jahren so sein.“ Schöne sieht derzeit keinen Grund, an der von der Stadt favorisierten Aufteilung etwas zu ändern: „Fußball in der Allianz Arena, Konzerte im Olympiastadion.“ Falls der TSV 1860 mit der Rückkehr ins Olympiastadion liebäugele, müsste es „ein Bekenntnis zu einer dauerhaften Lösung“ sein, erklärt die OMG-Geschäftsführerin. Ein weiteres Problem im Olympiastadion: Dort gibt es zwar Ehrenlogen, aber keine VIP-Tribünen, wie sie in allen modernen Stadien gang und gäbe sind. Auch hier würde ein Umbau wohl mit den Vorgaben des Denkmalschutzes kollidieren.

OB Reiter bei münchen.tv: Deshalb gibt es keine Löwen-Arena in Riem

„Die erste Option“, so Cassalette, sei aber nach wie vor „ein eigenes Stadion in München“. Wobei ihm auch im Rathaus bereits Unterstützung signalisiert worden ist. „OB Dieter Reiter wird uns bei der Suche helfen, das hat er uns zugesagt.“ Ein für am Dienstag terminiertes Treffen mit dem Stadtoberhaupt ist allerdings kurzfristig verschoben worden. „Wir müssen das alles erst einmal sacken lassen“, sagte Cassalette. Ganz offensichtlich ist in der heiklen Stadionfrage noch eine Feinabstimmung mit Ismaik erforderlich.

Der Vereinschef hält es aber grundsätzlich keineswegs für ausgeschlossen, dass für den Stadionbau auch ein Areal „im nahen Umfeld“, also am Stadtrand, in Frage kommt. „Als Münchner Verein würden wir natürlich lieber in München spielen“, sagte Cassalette. Andererseits wäre er unter Umständen auch einem Umzug in die Peripherie nicht abgeneigt. „Wenn wir dort ein Superstadion bauen könnten, wäre das eine Alternative.“ Zur Veranschaulichung behalf er sich eines hypothetischen Beispiels: „Ob Taufkirchen oder Fröttmaning – da sehe ich keinen Unterschied.“

Wichtig sei nun vor allem, so der 1860-Präsident, die Planungen rasch voranzutreiben. „Ansonsten nimmt uns das keiner mehr ernsthaft ab“, sagte Cassalette, „aber wir wollen alle ein neues Stadion: Hasan Ismaik, die Fans und der Verein.“

Video: TSV 1860 München - Traumtor von Lacazette gegen Wacker Innsbruck

Und sehen Sie hier Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter im Video. Darin erklärt Reiter, warum mögliche Standorte in Riem ausscheiden.

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Video: snacktv

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