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„Die Bremer Brücke wird brennen!“

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Von: Jacob Alschner

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Ulrich Taffertshofer
Ulrich Taffertshofer avancierte beim VfL zum Leader © imago

Ulrich Taffertshofer spielte bis 2012 in der Löwen-Jugend. Nun trifft er mit dem VfL Osnabrück auf seinen Ex-Klub.

München – Bis 2012 spielte Ulrich Taffertshofer in der Löwen-Jugend, 2018 wechselte er zum VfL Osnabrück , mit dem er zwei Jahre in der 2. Bundesliga spielte. Im Interview spricht der VfL-Kapitän über seine Zeit in Giesing, seine Ambitionen mit dem VfL und das Spiel am Samstag (14 Uhr).

Herr Taffertshofer, steigt die Vorfreude schon auf das Duell gegen die Löwen?

Auf jeden Fall. Das ist für mich kein Spiel wie jedes andere. Auch wenn meine Zeit bei Sechzig schon ein bisschen her ist.

Aus der aktuellen Mannschaft von 1860 spielten Sie mit Philipp Steinhart und Marius Willsch zusammen. Haben Sie zu denen noch persönlichen Draht?

Eigentlich nicht. Klar, man verfolgt die Wege natürlich über Instagram und Co. aber regelmäßigen Kontakt haben wir nicht.

Wie ist denn Ihr Verhältnis zum Verein noch?

Allzu viel Kontakt besteht nicht mehr, um ehrlich zu sein. Aber ich verfolge den Verein natürlich noch. Seitdem wir durch unseren Abstieg wieder in einer Liga sind, noch etwas mehr. Die Löwen verliert man nie ganz aus den Augen. Das war eine gute Zeit.

Das Umfeld bei Sechzig ist ja immer so eine G‘schicht.

U. Taffertshofer

Ihr Weg nach Osnabrück führte über Burghausen und Unterhaching. Wie kommen Sie zurecht in der niedersächsischen „Provinz“?

Sehr gut, das muss ich wirklich sagen! Das hat von Anfang an gepasst wie die Faust aufs Auge. Das Publikum in Osnabrück mag solche Spielertypen wie mich und auch in der Stadt fühle ich mich wohl. Mittlerweile habe ich Familie hier. Insgesamt hätte es nicht viel besser laufen können.

Wenn Sie – wie Sie sagen – die Löwen noch verfolgen, wie nehmen Sie den Verein in der aktuellen Situation auf Platz 13 war?

Ich gehe davon aus, dass Sie sich vor der Saison für den 15. Spieltag einen anderen Tabellenplatz vorgestellt hätten. Wie die Stimmung aktuell ist, weiß ich nicht. Dafür bin ich zu weit weg. Das Umfeld ist bei Sechzig ja immer so eine G‘schicht. In beide Richtungen geht man oft gleich ins Extreme. Aber es ist nach dem (Fast-)Erfolg im letzten Jahr auch gar nicht so einfach, den zu bestätigen. In der 3. Liga sowieso, die wahnsinnig eng ist. Das Ausrufezeichen mit dem Pokalerfolg haben aber auch wir wahrgenommen. 

Marco Hiller sagte zuletzt, ein Unentschieden für die Löwen in Osnabrück sei zu wenig. Ist das trotz der Konstellation „Zweiter gegen 13.“ gerechtfertigt?

Wäre ja schlimm, wenn er was Anderes sagen würde. Das Gleiche gilt für uns: Wir wollen auch gewinnen. Die Bremer Brücke wird brennen und dann wird es brutal schwer für Sechzig. 

Die Fans machen den VfL aus.

U. Taffertshofer

Sie sprechen es an: Die Bremer Brücke ist berüchtigt für ihre gute Stimmung, liegt ähnlich wie das Grünwalder mitten in einem Arbeiterviertel. Wie würden Sie beide Stadien vergleichen?

Sie sind sich schon ähnlich. Die Lage auch, das stimmt. Unseres ist noch etwas enger und vollüberdacht, das macht auch noch einen kleinen Unterschied. Von der Stimmung her müssen wir uns nicht verstecken, im Gegenteil: Da ist es bei uns eher noch etwas lauter. Die Fans hier machen den VfL aus.

Der VfL kann die Löwen mit einem Sieg auf zehn Punkte Distanz halten. Ist das ein Ansporn für Ihre Mannschaft?

Eher nicht. Wir wollen unser Ding machen und nach dem Sieg gegen Verl am Montag eine Serie starten. Wenn wir oben dabeibleiben wollen, müssen wir das Ding gewinnen.

Wie sind die Ambitionen generell für den VfL? Nach dem Abstieg aus der zweiten Liga wollen Sie doch sicher direkt wieder hoch, oder nicht?

Grundsätzlich ist es nicht so einfach, sich nach einem Abstieg zurechtzufinden in der 3. Liga. Deswegen, glaube ich, können wir mit dem zweiten Platz aktuell zufrieden sein. Und wenn man den einmal innehat, will man ihn auch nicht mehr abgeben. Um vom Aufstieg zu sprechen, dafür ist es aber noch zu früh.

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