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Ex-Löwe Pentke im tz-Interview: „Bei uns ist immer Spektakel“

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Von: Florian Fussek

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Interview am Trainingsplatz: tz-Redakteur Florian Fussek (r.) befragt Regensburgs Keeper Philipp Pentke.
Interview am Trainingsplatz: tz-Redakteur Florian Fussek (r.) befragt Regensburgs Keeper Philipp Pentke. © fkn

Bei den Löwen kam Philipp Pentke in der 2. Liga nicht zum Zug. Nun kann der Keeper mit Regensburg den Sprung schaffen - im Interview spricht er über die Relegation gegen Sechzig.

Regensburg - Von 2003 bis 2007 trug Philipp Pentke das Löwen-Trikot. Bei den Profis kam der gebürtige Freiberger nicht zum Zug, stand aber immerhin 40 Mal in der Regionalliga-Mannschaft zwischen den Pfosten. Nun steht er in der Relegation mit Jahn Regensburg den Blauen gegenüber (Hinspiel am Fr., 18 Uhr, hier im Live-Ticker). Wir haben mit dem 32-Jährigen gesprochen.

Philipp Pentke, wie haben Sie am Sonntag die Zweite Bundesliga geschaut?

Pentke: Mit einem freudigen Gefühl! Für uns ist es toll, dass wir es in die Relegation geschafft haben. Mit einem zwinkernden Auge sage ich, dass der Gegner uns egal war. Insgeheim habe ich aber schon auf Sechzig gehofft.

Warum?

Pentke: So ein Derby ist toll für die Region und viele haben ja auch eine Vergangenheit bei 1860. Ich kann jetzt nur für mich sprechen. Es ist einfach eine tolle Sache wenn man gegen eine solche Mannschaft spielt. Man merkt auch schon was in der Stadt los ist. Vom Drumherum sind das zwei Spiele, die wir uns als Mannschaft verdient haben.

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Sie haben selbst eine blaue Vergangenheit. In Ihrer Bilanz stehen 41 Einsätze für die zweite Mannschaft, aber keine Minute bei den Profis. Ist da jetzt ein bisschen Genugtuung bei Ihnen dabei?

Pentke: (lacht) Ich war Nummer zwei und hatte Michl Hofmann vor mir - das war ein bisschen schwierig. Als Torwart kann halt nur einer spielen. Nee, ich spüre gar keine Genugtuung. Ich hatte wirklich vier tolle Jahre in München. Aber das ist jetzt auch schon zehn Jahre her und in dieser Zeit ist viel passiert bei Sechzig. Das ist schon ein bisschen traurig, weil ich das Ganze noch verfolge. Das Potenzial ist einfach groß, gerade mit den überragenden Fans. Das ist sehr schade, dass die seit zehn Jahren fast nur negative Erlebnisse mitmachen müssen.

Wie wird der Jahn in die Partie gehen?

Pentke: Wenn wir uns verstecken würden, könnten wir zu Sechzig gleich sagen „ihr bleibt in der Liga und wir bleiben hier“. Wir haben die letzten drei Spiele gewonnen, auswärts 2017 noch kein Spiel verloren. Wir wissen. was wir können, trotzdem ist die Favoritenrolle klar. Die Löwen haben große individuelle Qualität, aber auch den größeren Druck. Wir haben weniger zu verlieren.

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Als Aufsteiger spielt der Jahn eine überragende Saison. Mit Platz drei haben wohl nicht mal die größten Optimisten gerechnet. Wie konnte es so weit kommen?

Pentke: Unsere große Stärke ist, dass wir immer wissen, was auf uns zukommt. Wir bereiten uns sehr gut auf die Gegner vor und haben die Spielertypen, die perfekt für das System des Trainers sind. Ich muss zugegeben, das hat ein bisschen gedauert, bis wir das System verinnerlicht hatten. Heiko Herrlich hat gesagt, dass wir ihm vertrauen sollen und das haben wir. Wir hatten in dieser Saison viele Rückschläge, auch personell. Es haben sich Spieler verletzt, die in der letzten Saison noch Stammspieler waren. Teilweise ist uns eine ganze Mannschaft ausgefallen und wir sind mit 14 Spielern zum Auswärtsspiel gefahren. Das hat uns alles noch näher zusammenrücken lassen. Bei uns ist auch kein Spieler beleidigt, wenn er mal nicht spielt. Jeder in der Mannschaft ist Diener und hilft dem Team - das ist einfach unsere Mentalität. Und dazu können wir auch noch ein bisschen kicken (lacht).

62 geschossenen Tore stehen 51 Gegentreffer gegenüber. Wird Regensburg sein Heil auch in der Relegation in der Offensive suchen?

Pentke: Bei uns ist es oft rund gegangen, das stimmt. Wir haben gerade in der Hinserie viel zu viele individuelle Fehler hinten gemacht. Das war aber ein Lernprozess für uns. Wir sind nun mal sehr offensiv ausgerichtet. Wir haben auch mal auf die Schnauze bekommen wie beim 0:4 in Zwickau. Bei uns ist halt immer Spektakel. Wir wissen aber, dass wir in der Relegation nicht ohne Verteidigung spielen dürfen.

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Interview: Florian Fussek

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