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Staatsanwaltschafts-Sprecher Florian Weinzierl zeigt eine rausgerissenen Sitzschale.

Prozess zur Skandal-Relegation

Gericht verurteilt Löwen-Randalierer: „Sie haben das ganze Stadion zerlegt!“

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Hunderte Fans des TSV 1860 sind beim Relegations-Rückspiel gegen Regensburg ausgerastet – und randalierten in der Allianz Arena. Einer der Randalierer bekam jetzt sein Urteil.

München - Selbst anderthalb Jahre nach dem Skandalspiel beschäftigen die schweren Ausschreitungen noch die Justiz. Mit Andreas P. (23) stand am Freitag erneut ein Hooligan vor Gericht. Die Anklage: besonders schwerer Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung. Wie rund 100 andere Chaoten hatte P. sich vermummt – er riss am Fanggnetz und warf seine 4,5 Kilogramm schwere Sitzschale in Richtung der Polizisten. Eine ganze Hundertschaft musste anrücken, um den Mob zu bändigen. Rund zehn Minuten drohte sogar der Spielabbruch!

Andreas P. randalierte beim Relegationsspiel und wurde vom Amtsgericht verurteilt: Er bekam ein Jahr und vier Monate auf Bewährung

„Man muss schon sagen: Was da passiert ist, ist schier unglaublich“, schimpfte Richterin Christiane Thiemann. „Bei allem Verständnis für Frust und Enttäuschung: Sie haben das ganze Stadion auseinander genommen. Nur mit Glück wurde niemand schwer verletzt.“

„Es war ein Platzsturm zu befürchten“

Denn die Randalierer warfen auch Fahnenstangen, Batterien, Glasflaschen und sogar scharfkantige Winkeleisen auf die Polizisten. „Es war ein Platzsturm zu befürchten“, sagte ein Einsatzleiter der Polizei als Zeuge aus. Er hatte Andreas P. per Videoauswertung überführt. Szenekundige Beamte identifizierten den Hooligan, der vor Gericht nun ein Geständnis ablegte. „Mir tut die ganze Sache extrem leid, das hat sich alles hochgeschaukelt“, sagte Andreas P. „Wir wollten niemanden verletzen. Unsere Aktion ist leider völlig aus dem Ruder gelaufen.“

Brisant: P. hatte bereits ein zweijähriges Stadionverbot und war illegal in der Arena. „Was haben Sie sich dabei gedacht?“, fragte die Richterin. „Offensichtlich nicht viel“, antwortete der Angeklagte. Ihn verdonnerte das Gericht zu einem Jahr und vier Monaten Haft auf Bewährung.

Mehr zum Thema: Münchener Skandal-Spiel: Diese Partie hätte abgebrochen werden müssen

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