Alles fix! FC Bayern bestätigt Coutinho-Deal:  Pressemeldung irritiert

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Jubelt er auch gegen den FC Bayern?: Robert Glatzel spielt die beste Saison seiner Karriere und hat in der 2. Bundesliga schon zwölf Mal getroffen. Ein Tor gegen den Topfavoriten in seiner Heimatstadt ist sein großer Traum. 

Münchner trifft im Pokal auf den FC Bayern

Ex-Löwe Glatzels steiniger Weg zum Top-Torjäger

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Der Weg von Robert Glatzel zum Profi passt in kein Schema. Der Mittelstürmer des FC Heidenheim spielte in Oberbayern in der Bezirks-, Bayern- und Regionalliga. Mit dem Pokalkracher in der Allianz Arena geht für den Top-Torjäger ein Traum in Erfüllung.

Den 14. August 2013 hat Robert Glatzel nicht vergessen. In der 90. Minute erzielte Michael Hachtel den 2:1-Siegtreffer für Ottobrunn. Glatzel lief damals im Trikot des unterlegenen SV Heimstetten II auf. „Es war auf jeden Fall mit Abstand der größte Tiefpunkt. Ein halbes Jahr vorher war ich noch bei Sechzig und habe mit den Profis trainiert. Später wurde ich in die Bezirksliga geschickt.“ Fünf Jahre und acht Monate danach sieht die Welt anders aus. Glatzel ist inzwischen 25 und spielt die bisher beste Saison seiner Karriere. Obwohl er zwischen dem 9. und 19. Spieltag wegen Verletzungsproblemen nur 24 Minuten auf dem Platz stand und ohne Treffer blieb, ist er der beste Torjäger des FC Heidenheim. Mit zwölf Toren in 19 Spielen liegt er sogar drei Tore vor Vereinslegende Marc Schnatterer.

Das Viertelfinale im DFB-Pokal in der Allianz Arena gegen den FC Bayern ist für Glatzel ein besonderes Spiel. „Ich war früher immer bei den Spielen von Sechzig oder auch mal bei Bayern in der Champions League. Damals habe ich immer gedacht, es wäre ein Traum, in der Arena spielen zu dürfen“, erinnert sich der Mittelstürmer, der als Jugendspieler bei den Löwen und in Unterhaching spielte. „Das es jetzt so kommt, ist natürlich ein Hammer.“

Tolle Zeit beim SC 1906 München

Begonnen hat alles beim TSV Waldtrudering. „Da war ich ganz klein, daran kann ich mich kaum erinnern“, gesteht Glatzel. Vier oder fünf Jahre alt muss er gewesen sein. Nachdem er nach Berg am Laim gezogen war, wechselte er zum SC 1906 München. „Daran habe ich eine super Erinnerung“, sagt der Heidenheim-Profi mit einem breiten Grinsen. „Das war eine wunderschöne Zeit. Wir haben nur Schmarrn gemacht und hatten nur Fußball im Kopf.“ Der SC Fürstenfeldbruck war die nächste Station. „Das war der Zwischenschritt zu Sechzig und Haching. Bruck war eine gute Adresse“, blickt Glatzel zurück. „Ab Haching habe ich dann gemerkt, dass es Leistungssport ist.“ Er musste sich umstellen, wie so oft in seiner späteren Karriere. Die Disziplin sei der größte Punkt gewesen. „Da bin ich dann an meine Grenzen gestoßen.“ Mit 18 beim TSV 1860 habe er unter Alexander Schmidt viel gelernt. „Er hat einem gezeigt, was man haben und mitbringen muss, um Profi zu werden.“

Bis der Fußball endgültig zum Beruf wurde, musste sich Glatzel aber immer wieder beweisen. In Heimstetten wollte er in der Regionalliga für Furore sorgen und wurde nach vier Spielen in die Bezirksliga versetzt. Zwei Monaten nachdem er in Heimstetten unterschrieben hatte, floh er 2013 zu Wacker Burghausen. Über die zweite Mannschaft in der Bayernliga kämpfte er sich zu vier Drittliga-Einsätzen.

Van Ahlen gibt Glatzel bei 1860 keine Chance 

Danach folgte ein weiteres Jahr bei den kleinen Löwen in der Regionalliga. Obwohl er regelmäßig bei den Profis trainierte, bekam er an der Grünwalder Straße keine Chance. Trainer Markus von Ahlen gab Fejsal Mulic den Vorzug. Glatzel wechselte in die Pfalz. Eineinhalb Spielzeiten bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern später platzte der Knoten dann im Trikot der Roten Teufel, mehr als drei Jahre nach dem Tiefpunkt in Heimstetten. Dennoch gab es Momente, wo es nicht nach einer Karriere im Leistungssport aussah. „Ich war nicht immer überzeugt und hatte natürlich Zweifel“, erinnert sich Glatzel. „Es gab aber keinen zweiten Weg für mich. Ich habe alles auf eine Karte gesetzt und hatte nie die Gedanken, einen anderen beruflichen Weg einzuschlagen.“

Im Rückblick ging er aus seiner Zeit im Amateurbereich gestärkt hervor. Vor allem Durchhaltevermögen bekam er in den unteren Ligen vermittelt: „Ich habe gelernt, dass man viel Scheiße fressen und sich durchbeißen muss. Davon profitiere ich schon, auch jetzt. Wenn Rückschläge kommen, weiß ich, dass es immer weitergeht und dass man nie aufgeben sollte.“

Privattraining auf eigene Kosten

Glatzel glaubt sogar, dass er einen entscheidenden Vorteil gegenüber Spielern hat, die schon in jungen Jahren in einem Nachwuchsleistungszentrum ausgebildet wurden. „Denen wurde viel abgenommen und denen fehlt manchmal vielleicht das Durchsetzungsvermögen, wenn Schwierigkeiten kommen oder sie vor Probleme gestellt werden.“

Während sich die jungen Spieler bei Nachwuchsklubs unter perfekten Bedingungen aus- und weiterbilden können, ging Glatzel seinen eigenen Weg. „Ich war überall, wo es die Möglichkeit gab, sich zu verbessern“, erinnert sich der Torjäger. Damit der Traum vom Profi-Fußball doch noch Wirklichkeit wurde, arbeitete Glatzel mehrmals mit Privattrainer Ralf Jaser zusammen. Die Trainingseinheiten musste er aus eigener Tasche bezahlen. „Beim Speedclub geht es um Reaktionsschnelligkeit, also nicht nur Schnelligkeit für die Beine, sondern auch für den Kopf. Das fand ich sehr gut. Es hat auf jeden Fall etwas gebracht.“

In der Allianz Arena schließt sich ein Kreis für Glatzel

Der Aufwand hat sich gelohnt. Glatzel ist unumstrittener Stammspieler beim Tabellensechsten der 2. Bundesliga. Am Mittwoch kehrt er mit Heidenheim in seine Heimatstadt München zurück. „Damit schließt sich ein Kreis“, sagt Glatzel, der zwar zwei Mal für ein Jahr bei den Löwen gespielt hat, aber nur für die zweite Mannschaft im Einsatz war.

Auf ihn und seine Mitspieler wartet eine einzigartige Atmosphäre. Heidenheim wird von mehr als 7.000 Fans unterstützt - Rekord für die knapp 50.000 Einwohner umfassende Kreisstadt. Bei Glatzel sind viele Ticketanfragen eingegangen. „Ich habe über 20 Karten bestellt, aber das reicht längst nicht aus. Es haben sich zu viele gemeldet“, sagt er lachend. „Ich komme überhaupt nicht hinterher.“

Familie und Freunde werden ihm im Stadion die Daumen drücken, damit es mit der Sensation klappt. „Daran dürfen wir gar nicht denken. Es wird schwer genug gegen die Bayern“, sagt Glatzel. Sollte der Provinzklub den Rekordpokalsieger ausschalten, ist eine rauschende Feier vorprogrammiert. „Wenn es so kommt, muss man sich keine Gedanken machen. Da ist dann schon Party“, ist er sich sicher.

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