Fit für die Löwen: Sascha Rösler tritt heute mit 1860 die Reise nach Teneriffa an.
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Fit für die Löwen: Sascha Rösler tritt heute mit 1860 die Reise nach Teneriffa an.

Röslers zweiter Anlauf – mit der 10

München – Am Ende ging alles ganz schnell. Gestern Nachmittag absolvierte Sascha Rösler die sportärztliche Untersuchung, heute fliegt er mit dem TSV 1860 ins Trainingslager nach Teneriffa. Und es gibt noch einen weiteren Neuzugang.

Seinen ersten Auftritt im Trikot des TSV 1860 hat Sascha Rösler schon hinter sich. Gestern Nachmittag, zwischen Vertragsabschluss und Einstellungsuntersuchung, posierte der Offensivspieler für die Löwen-Autogrammkarte. Er bestritt den Termin gemeinsam mit Stefan Aigner, dem Neuzugang aus Bielefeld, und trug das Leibchen mit der 10 auf dem Rücken. Seit dem Abschied Berkant Göktans war die Zahl vakant.

Nicht nur an diesem Detail kann man ermessen, wie viel sich die Löwen von Rösler erhoffen. Mit ihm könne man „die durch den Transfer von Timo Gebhart entstandene Lücke adäquat schließen“, ist Geschäftsführer Stefan Reuter überzeugt. „Er ist ein im Offensivbereich vielseitig einsetzbarer Spieler, der neben seinen Spielmacherqualitäten viel Erfahrung mitbringt.“

Die Karriere von Sascha Rösler in Bildern

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Seine sportlichen Qualitäten waren der eine Grund, warum sich die Löwen so für ihn ins Zeug legten. In der Hinrunde hakte es im Zentrum oft gewaltig. Bei allem Talent tat sich auch Timo Gebhart gegen Ende der Halbserie schwer, Struktur ins Spiel der Löwen zu bringen. Rösler soll, ähnlich wie der Rechtsaußen Aigner, Abhilfe schaffen.

All seine Fähigkeiten hätten aber nichts bewirkt, wenn nicht in den letzten Tagen die Mönchengladbacher ihre Ablöseforderungen drastisch reduziert hätten. Nur so konnten sich die Löwen Rösler leisten, der in der Bundesliga rund 600 000 Euro jährlich verdient haben soll und bei den Löwen auf 350 000 geschätzt wird. Damit würde er gehaltsmäßig neben Benjamin Lauth und Daniel Bierofka einen Spitzenplatz einnehmen.

Zu dem Erfahrungsschatz, der ihm nun attestiert wird, gehört ein kurzes Gastspiel bei den Löwen. Nach nur vier Monaten verließ Rösler den Verein im Herbst 2001 und schloss sich Rot-Weiß Oberhausen an, bis dahin hatte er weder unter Werner Lorant noch nach dessen Entlassung unter Peter Pacult auch nur eine Sekunde für den TSV gespielt. Im Nachhinein gestand sich Rösler ein, „dass ich mich hätte durchbeißen müssen“.

Über die Stationen Oberhausen, Greuther Fürth und Aachen landete er vor anderthalb Jahren bei Borussia Mönchengladbach. Mit neun Toren war er maßgeblich am Aufstieg beteiligt, doch unter dem neuen Trainer Hans Meyer wurde er im Herbst ein Opfer der großangelegten Umbauarbeiten. So landete er wieder bei 1860, bereit zum zweiten Anlauf. „Diesmal“, verspricht Rösler, „klappt es umso besser.“

Marvin Pourie wird ausgeliehen

Er ist nicht der einzige, um den sich die Löwen in den letzten Tagen erfolgreich bemüht haben. Mit U 18-Nationalspieler Marvin Pourie wird die Offensive um ein Talent erweitert. Der Stürmer kommt auf Leihbasis von Schalke 04. Vor zwei Jahren war Pourie von Borussia Dortmund über die Hammer SpVgg (wo er ein halbes Jahr unter Vertrag stand) zum FC Liverpool gewechselt. Bei Schalke unterschrieb er zu Wochenbeginn einen Vertrag bis 2013. Bevor er in der Bundesliga angreift, soll er eine Klasse tiefer Spielpraxis sammeln. Für Pourie beginnt in zweifacher Hinsicht ein neuer Lebensabschnitt: Gestern feierte er seinen 18. Geburtstag.

von Marc Beyer

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