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1860 ist ein guter Gast

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Der Duisburger Dorge Kouemaha (l) köpft gegen den Löwen Mathieu Beda zum 1:0 ein.
Der Duisburger Dorge Kouemaha (l) köpft gegen den Löwen Mathieu Beda zum 1:0 ein. © dpa

Duisburg - Nach einem desolaten Auftritt unterliegen die Löwen dem MSV Duisburg mit 1:4 - der jüngste Aufschwung ist gebremst.

Fast wäre Mathieu Beda der Mann des Tages gewesen. Als der Spieler mit der Nummer sechs auf dem Löwentrikot gestern den Platz in der Duisburger MSV-Arena verließ, klatschte und herzte ihn die ganze Mannschaft. Das Dumme war nur: Beda, der Innenverteidiger des TSV 1860, hatte den Trikottausch schon hinter sich.

Im gelben Löwen-Leibchen steckte nun Dorge Kouemaha. Der hatte gerade drei Treffer zum 4:1 der Duisburger beigesteuert und konnte sich feiern lassen. Die Gäste hingegen trafen am Fanzaun auf konsternierte Fans.

Der Münchner Anhang hatte gute Gründe, sich zu wundern über die seltsame Vorstellung ihrer Mannschaft. Vier Punkte aus den letzten zwei Spielen sollten nach den Turbulenzen an allen Fronten beruhigend wirken - hätte man meinen können. Doch in der Praxis präsentierte sich eine Mannschaft, die nahezu alles vermissen ließ, was nötig gewesen wäre, um hier zu bestehen: Sie verlor die entscheidenden Zweikämpfe, entwickelte keine Ideen und beging in Offensive und besonders Defensive haarsträubende Fehler. Die Selbstanzeige des Löwen-Trainers Marco Kurz ("Wir haben sie zur Entfaltung kommen lassen") war noch untertrieben. Tatsächlich machten die Sechziger einen Gegner, der vor der Pause trotz einer 2:0-Führung längst nicht nur gelungene Aktionen zeigte, überhaupt erst stark.

Los ging es schon nach sieben Minuten. Von der rechten Seite trat Tiffert, der an drei von vier MSV-Treffern beteiligt war, den Ball in den Strafraum. Dort vollendete Kouemaha per Kopf, nur unzureichend gestört von Ghvinianidze. Dessen unorthodoxe Flugbewegung ließ allerdings erahnen, dass der Kameruner sich per Schubser einen unerlaubten Vorteil verschafft hatte.

Wenig später hatte Ghvinianidze seine Ruhe vor Kouemaha. Nach 19 Minuten und einem erneuten Zweikampf, bei dem er umknickte, musste er mit lädiertem Sprunggelenk vom Platz, ihn ersetzte Berhalter. Weil nach nicht mal einer halben Stunde auch noch Bierofka passen musste (28.), waren die Löwen wieder früh zum Umbau gezwungen, wie schon vorige Woche gegen Ahlen.

Als dann auch noch nach 35 Minuten das zweite Kouemaha-Tor fiel, wurde der Nachmittag endgültig unerfreulich. Mit simplem Steilpass hatte der MSV die auf einer Linie postierte Löwen-Abwehr überwunden, Heller brauchte nur noch auf die Sturmspitze quer zu legen. Von den vermeintlich guten Ansätzen der letzten Wochen war nicht mehr viel zu sehen. Antonio Rukavina, der nach seinem Tor gegen Ahlen noch überschwänglich als Verstärkung gefeiert worden war, ordnete sich nun bei den Blassblauen ein. Das dritte Gegentor nach einem weiten Flankenball von Tiffert, ging ganz persönlich auf das Konto des schlecht posierten Serben. Über den Scheitel Rukavinas hinweg segelte die Kugel zu Makiadi, der sie volley in die Maschen beförderte (70.). Immerhin: Das Tor war wirklich sehenswert.

Doch dafür hatten die Gäste natürlich keinen Blick. Sie schöpften kurz Hoffnung nach Schäfflers Treffer zum 1:3 (73.) und wurden, we es bei den Löwen halt so geht, gleich wieder kalt erwischt. Diesmal döste Berhalter im Abwehrzentrum, als der lange Ball heransegelte. Neun von zehn Innenverteidigern hätten in diesem Moment geklärt. Berhalter aber ließ ihn passieren. Kouemaha war es recht. (76.).

Das einzig Positive aus Löwen-Sicht war an diesem Nachmittag das couragierte Zweitliga-Debüt des 18-jährigen Marvin Pourie. Aber auch das ging unter angesichts der desolaten Leistung seiner Mitspieler. "Heute war ein perfekter Tag", sprach der Duisburger Christian Tiffert , ohne sich zu sehr darüber zu freuen, denn eine eigene Gala "liegt immer auch ein bisschen am Gegner". Einen dankbareren Gegner als 1860 hätte sich gestern kein Klub wünschen können.

Dieter Kaul

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