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Saison für Schwarz beendet

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- Gelsenkirchen - Der Ausfall von Martin Stranzl (muskuläre Probleme) kurz vor dem Anpfiff war aus Sicht der Löwen nicht die einzige Programmänderung am Samstag. Auch der Film "Danny, der Libero" musste schon nach wenigen Spielminuten abgesetzt werden: Der in der Not vom Mittelfeld ins Abwehrzentrum zurückbeorderte Schwarz wurde Opfer einer Szene, die wie aus einem Slapstick-Streifen entlehnt wirkte - aber in einem echten Drama endete. Schwarz zog sich bei einem Zusammenprall mit Torhüter Michael Hofmann einen Knöchelbruch zu und fällt vier Monate aus. Das vorzeitige Saisonende für den 28 Jahre alten Schwaben.

Das Unglück geschah in der 6. Minute. Schwarz, im offensiven Mittelfeld groß geworden, wurde als letzter Mann vom Schalker Gerald Asamoah attackiert; dabei versprang ihm der Ball, was beim Keeper der Löwen die Alarmglocken schrillen ließ. Hofmann stürmte aus dem Tor, fiel auf das Bein seines Mitspielers, und Falko Götz ahnte sofort: "Er hat sich wahrscheinlich alles im Knöchel kaputt gemacht, was geht." Zu seinem Bedauern hatte er Recht. Schwarz brach sich nicht nur das linke Sprunggelenk, er zog sich auch einen Innenbandriss zu. Der Pechvogel wurde in der Gräfelfinger Wolfart-Klinik operiert und muss sechs Wochen Gips tragen. "Eine absolute Katastrophe", sagte Unfallverursacher Hofmann, als er von der Schwere der Verletzung erfuhr.

Bitter ist die Geschichte für Schwarz auch aus einem anderen Grund. Am Saisonende läuft sein Vertrag aus, er hatte noch kein Folgeangebot vorliegen. Der Verein wollte abwarten, ob der ehemalige Unterhachinger seine guten Eindrücke aus der Vorrunde bestätigt. Schwarz stand zwar in allen 19 Spielen von Beginn an auf dem Platz, trug sich sogar dreimal in die Torschützenliste ein, doch das Geld ist knapp bei den Löwen. Das Motto lautet: Im Zweifel für den eigenen Nachwuchs.

Was Schwarz Hoffnung machen könnte: Präsident Karl-Heinz Wildmoser lehnt es zwar ab, mit verletzten Spielern zu verhandeln ("Das gebietet die Fairness"), doch in einem ähnlichen Fall hat sich der Verein vorbildlich verhalten. Als sich der Tscheche Tomas Votava 1999 kurz nach seiner Verpflichtung schwer verletzte, verlängerten die Löwen den Vertrag - obwohl der noch zweieinhalb Jahre gelaufen wäre.

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