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Aaron Berzels Vertrag bei den Löwen wird nicht verlängert.

Zwei Probespieler beim TSV 1860 

Löwen-Schreck Sascha Marinkovic spielt vor – und Aaron Berzel schaut zu

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An der Ecke des Fanshops lehnte ein alter Bekannter. Nicht nur die jungen Teilnehmer der Löwen-Fußballschule hatten ihn blitzschnell identifiziert:

München – Es war Aaron Berzel, der in den vergangenen zwei Jahren das 1860-Trikot getragen und bei der Aufstiegsfeier als Vorsänger geglänzt hatte („Die Nummer 1 der Stadt sind wir“). Die Fans verehren ihn als „Mentalitätsmonster“ und Stimmungskanone. Am Dienstag jedoch blickte Berzel, 27, drein wie der Hund vor der Metzgerei, der leider draußen bleiben muss.

Schlechte Laune, die einen Grund hat. Obwohl sich beim TSV 1860 eine gewisse finanzielle Handlungsfähigkeit abzeichnet, scheint Berzel kein Thema mehr zu sein für eine Weiterverpflichtung. Der Defensivmann bedauert das sichtlich. Er hätte gerne mittrainiert – schon wegen seines formal juristisch noch bis 30. Juni laufenden Vertrages. Es waren dann aber zwei andere externe Spieler, die vor 300 Kiebitzen im Pulk der bekannten Profis auftauchten.

Der eine ist Sascha Marinkovic, Stürmer und 26 Jahre alt. Vielen Löwen-Fans dürfte er aus dem Regionalligajahr bekannt sein, als er im Trikot von Wacker Burghausen 1860 fast im Alleingang besiegte und sich damit als Wechselkandidat empfahl (was aber schnell wieder von Tisch war, weil Wacker eine halbe Million als Ablöse aufrief). Der andere heißt Tim Wöhrle, 20, wurde in Hoffenheim ausgebildet und ist im defensiven Mittelfeld zu Hause. Er gilt als hochtalentiert, körperlich aber noch nicht ganz gerüstet für höherklassigen Männerfußball. Sportchef Günther Gorenzel sagte zu den beiden Trainingsgästen: „Sie begleiten uns jetzt diese Woche. Das macht schon organisatorisch Sinn, weil wir sonst nur 19 fitte Spieler hätten.“ Alles andere werde man sehen.

Und Berzel? Der durfte sich damit trösten, dass ihn zumindest die Fans nicht vergessen haben: Während seine Ex-Kollegen trainierten, schrieb er fleißig Autogramme. ULI KELLNER

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