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Sascha Mölders: Erfolg gibt’s nur mit „alten Säcken“

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Von: Uli Kellner

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Online-Star der DFB-Pressekonferenz: 1860-Torjäger Sascha Mölders, live aus seinem Wohnzimmer in Mering.
Online-Star der DFB-Pressekonferenz: 1860-Torjäger Sascha Mölders, live aus seinem Wohnzimmer in Mering. © privat

Sascha Mölders ist der älteste Torschützenkönig im deutschen Profibereich. In einem Online-Interview mit dem DFB stand der Oldie Rede und Antwort.

Frankfurt/München – Der Fluch der guten Tat – er hat Sascha Mölders einen Pflichttermin beschert, derweil seine Mitspieler vom TSV 1860 einen freien Montag genossen. Zur Erinnerung: Der 36 Jahre alte Löwen-Kapitän ist nicht nur amtierender Torschützenkönig der 3. Liga, er ist zugleich der älteste Spieler, der je in einer deutschen Profiliga 22 Tore geschossen hat.

Mit so einem schmückt sich auch der DFB gerne, der vier Tage vor dem Drittligastart zu einer Auftaktpressekonferenz lud. Online, versteht sich – mit Mölders, der für eine gute Stunde vergessen zu haben schien, dass er eigentlich gar nicht so gerne mit der Presse spricht. Vor der Kulisse des heimischen Wohnzimmers in Mering ließ sich der aufgeräumt wirkende Kultstürmer zu einem bunten Strauß an Themen vernehmen. U.a. sprach Mölders über . . .

Sascha Mölders: „Spieler der Saison“ in der 3. Liga - ältester Torschützenkönig im Profifußball in Deutschland

 . . . seine Auszeichnung als „Spieler der Saison“, gewählt von Fans, Drittliga-Trainern und Kapitänen: „Das ist für mich nicht hoch genug zu bewerten. Wenn man gegen mich spielt, dann mag man mich nicht so – das muss man schon ehrlich sagen. Es gibt Trainer, mit denen zoffe ich mich so’n bisschen, auch Gegenspieler. Dass sie mich alle gewählt haben, war auch für mich ein Stück weit überraschend. Das hat mich persönlich sehr gefreut. Ja, und den Rest haben dann wohl unsere Löwen-Fans beigetragen.“

 . . . seinen Frust nach der unglücklich verpassten Relegation: „Ich bin ganz ehrlich: Ich hab mindestens zwei Wochen gebraucht, um das alles zu verarbeiten. Wir sind marschiert, haben elf der letzten zwölf Spiele nicht verloren – und am Ende hat es wegen einer dummen Roten Karte nicht gereicht. Aber: Hilft ja nichts. Du musst immer wieder nach vorne schauen.“

TSV 1860 München : Der Kader konnte gehalten werden und wurde punktuell verstärkt

 . . . die eigenen Erwartungen, die neue Saison betreffend: „Unser großes Plus ist, dass wir fast die komplette Mannschaft zusammengehalten haben. Dazu haben wir uns punktuell verstärkt. Wir brauchen aber nicht von irgendeiner Zielsetzung zu reden, denn wir kennen alle die 3. Liga – da kann wirklich jeder jeden schlagen. Und was mich persönlich angeht: Ich werd’ halt auch nicht jünger. Ich hab mit Sechzig 2. Liga gespielt und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass wir nicht hoch wollen. Wenn du letztes Jahr Vierter warst, dann macht es jetzt keinen Sinn zu sagen: Wir wollen Siebter oder Achter werden. Das glaubt eh kein Mensch.“

 . . . seine Tormarke: „Für mich persönlich wird’s schwer, wieder so viele Tore zu schießen, aber darum geht’s auch gar nicht. In dieser Liga geht es nicht darum, wer die besten Spieler hat, sondern wer das beste Team hat. Dazu zähle ich auch den Zeugwart und die Physios. Deswegen möchte ich wieder einbringen, was ich kann – und der Mannschaft helfen.“

 . . . die Mitfavoriten auf den Aufstieg: „Die Liga ist wie in all den Jahren sehr, sehr stark. Es gibt gute Absteiger, Wehen Wiesbaden und noch viele andere . . . Lautern hat sich verstärkt. Duisburg muss man auch immer auf der Rechnung haben Von dem her wird’s wieder brutal.“

TSV 1860 München: Knackiges Programm zum Auftakt - Erstes Spiel gegen Würzburg

 . . . das Auftaktprogramm mit Würzburg, Wehen, Türkgücü und Co.: „Jeder hat die ersten sechs Gegner von uns gesehen – da weißt du direkt was los ist. Trotzdem: Wir freuen uns auf jedes einzelne Spiel – mit Zuschauern hoffentlich. Ohne ist es nur halber Fußball – eine Katastrophe.“

 . . . die 2:3-Niederlage beim Liga-Härtetest in Nürnberg: „Ich glaube, dass wir eine gute erste Halbzeit gespielt haben. Nürnberg ist Zweitligist, das darf man nicht vergessen. Wir hatten die Chance, das 2:0 zu schießen, aber wir wissen alle, wie Fußball ist. Nach der Pause war dann der Club besser als wir. Am Ende ist das Ergebnis aber zweitrangig. Für uns war es ein super Test zum Abschluss der Vorbereitung. Wir haben uns die letzten Prozente geholt und sind jetzt guter Dinge, dass wir am Samstag das Spiel (gegen Würzburg) gewinnen.“

 . . . seinen neuen Sturmpartner Marcel Bär: „Marcel Bär ist ein Spieler, der Qualitäten hat, das wissen wir alle. Er hat 2. Liga gespielt – sonst hätte Sechzig ihn nicht geholt. Ich denke, das kann sehr, sehr gut passen mit ihm – auf dem Platz, aber auch daneben. Er ist ein super Typ, ganz ruhig, macht Witze. Wie gesagt: Wir sind von seinen Qualitäten überzeugt, aber auch Lex wird seine Tore machen, Biankadi, wer auch immer. Gut für mich, dann brauch’ ich vielleicht nicht so viele Tore zu schießen.“

„Man hat ganz klar gesehen, dass es nicht ums Alter geht“

Sascha Mölders über erfahrene Spieler bei der EM

 . . . „alte Säcke“, die auch bei der EURO ihren Wert gezeigt haben: „Man hat ganz klar gesehen, dass es nicht ums Alter geht, sondern darum: Wie führe ich eine Mannschaft? Wie gehe ich mit Druck um? Chiellini und Bonucci haben das hervorragend gemacht. Für mich haben sie Italien zum Titel geführt. Bei Ronaldo ist es nicht anders. Sicher macht er auch mal Sprüche und erzählt Mist – aber er liefert dann halt. Entscheidend ist immer auf dem Platz. Man hat es bei der EM ganz deutlich gesehen: Mannschaften, die solche Typen hatten, sind relativ weit gekommen. Mannschaften, die solche Typen nicht hatten, sind leider früh ausgeschieden.“

 . . . die nächste Idee für den eigenen Fanshop: „Ich habe eine eigene Kollektion. Da wird’s demnächst wieder das eine oder andere geben. Man soll ja im Vorfeld nicht zu viel verraten, aber es wird noch ordentlich was kommen.“ (Uli Kellner)

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