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O-lala: Neulöwe Kamara gibt keinen Ball verloren.

Norweger trifft auch gegen Aalen

„Sauhund“ Kamara sammelt Pluspunkte

München - Nach dem Sieg gegen Aalen ist "Sauhund“ Kamara  offenbar auf dem bestem Wege, sich einen Stammplatz bei den Löwen zu sichern.

Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff gab es Szenenapplaus von den 500 Löwen-Fans, die sich an der Grünwalder Straße 114 eingefunden hatten. Der Beifall galt dem vermummten Herrn neben dem blauen Materialcontainer, der sich auf artistische Weise als Ballbub bestätigt hatte. Ja, auch Löwen-Präsident Dieter Schneider hatte seinen Spaß beim 3:0 (1:0)-Testspielsieg gegen den Ligarivalen VfR Aalen. Endlich wieder Spaß, muss man dazu sagen, denn das Ismaik- und Eriksson-Theater zu Beginn des Jahres hatte dem Oberlöwen arg zugesetzt, wie er gequält lächelnd zugab.

Löwen gewinnen Test gegen Aalen - Bierofka verletzt raus

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Am Samstag jedoch erlebte Schneider (65) mal wieder die angenehmen Seiten des Präsidenten-Daseins. Kein Investor weit und breit, auch kein Phantomtrainer. Dafür: Elf 1860-Profis, die nicht nur der Kälte wegen viel in Bewegung waren. Drei schöne Tore, die auf die Konten von Neuzugang Ola Kamara (31.), Bobby Wood (60.) und Moritz Stoppelkamp (79.) gingen. Und, wie Schneider selbst urteilte: „Ich sehe, dass sich der Trend aus dem Trainingslager bestätigt. Die Mannschaft kommuniziert viel, pusht sich gegenseitig, es sind gewisse Laufwege erkennbar.“ Selbst der Schreckmoment des Tages erwies sich im Nachhinein als einigermaßen glimpflich. Vorzeigelöwe Daniel Bierofka brach sich zwar das Nasenbein, als er in den Arm von Schiedsrichter Robert Hartmann gerannt war, doch – Glück im Unglück – der Mittelfeldmotor muss nicht operiert werden. Bierofkas Einsatz beim Wiederauftakt gegen Aufstiegskonkurrent Kaiserslautern (Montag, 20.15 Uhr) ist nach Auskunft der Ärzte nicht in Gefahr.

Schiedsrichter bricht Bierofka die Nase

In Abwesenheit des erkrankten Neuzugangs Rob Friend war es vor allem der einsatzfreudige Kamara, der auf sich aufmerksam machte. „Zwei Spiele, zwei Tore – was will man mehr?“, meinte Defensivkollege Guillermo Vallori mit Blick auf die Testspielbilanz des Norwegers. Hobbykicker Schneider hob vor allem die Sekundärtugenden des ersten Winterzugangs hervor. „Er ist ein richtig guter Strafraumkämpfer, das hat er schon in Belek gezeigt“, sagte der Präsident. „Auch vom Typ her passt er gut rein.“ Alexander Schmidt wollte das Testspiel aufgrund des vereisten Bodens nicht überbewerten, doch auch der anspruchsvolle Coach hatte für den vermeintlichen 1b-Stürmer Lob parat, ein sehr spezielles: „Ola beschäftigt die gegnerische Abwehr ganz schön. Er ist der Sauhund, den ich mir gewünscht habe.“

„Sauhund“ Kamara ist offenbar auf bestem Wege, sich einen Stammplatz zu sichern. Rob Friend dagegen, als 1a-Lösung gepriesen, muss sich noch ein paar Tage gedulden. Die fiebrige Grippe, die er aus Frankfurt mitbrachte, machte einen Einsatz gegen Aalen unmöglich, doch gleiches Recht für alle: Auch Friend wird noch seine Bewährungschance erhalten. Eigens für den Kanadier setzten die Löwen ein Testspiel gegen Unterhaching an (Mittwoch, 14.30 Uhr, Trainingsgelände). Wood ist zwar auch gut drauf, doch Schmidts Planung geht dahin, in den zwei Spielen ohne den gesperrten Benny Lauth mit einer Doppelspitze Kamara/Friend anzutreten.

Spätestens gegen den FCK soll dann auch Bierofka wieder mitmischen. Schmidt: „Ich gehe davon aus, dass er mit Maske spielen kann.“

Von Uli Kellner

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