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Manuel Schäffler

Schäffler: „Maximal motiviert gegen die Löwen“

München - Der Leih-Duisburger Manuel Schäffler fiebert dem Wiedersehen mit dem TSV 1860 entgegen. Im Interview spricht er über seinen neuen Arbeitsplatz und die Beweggründe seines vorübergehenden Abschieds.

Vor zwei Jahren war Dortmunds Talentspäher Heiner Schumann Stammgast in der Allianz Arena. Sein Auftrag: Manuel Schäffler (21) beobachten. Jetzt ist der Angreifer tatsächlich im Westen gelandet, allerdings eine Liga tiefer, beim MSV Duisburg. Dort fiebert die Löwen-Leihgabe dem Wiedersehen mit seinem Ex-Verein (Samstag, 13 Uhr) entgegen.

Manuel Schäffler, wie lebt es sich als Oberbayer tief im Westen?

Duisburg liegt tatsächlich tief im Westen. Der Pott unterscheidet sich erheblich von München, nicht nur landschaftlich, sondern auch von der Lebensart her. Die Menschen hier sind offen, freundlich und total fußballverrückt. Ich fühle mich wohl hier.

Warum ist Ihre Wahl gerade auf Duisburg gefallen? Laut Ex-Trainer Ewald Lienen war ja die halbe Liga hinter Ihnen her. Bei einem Wechsel nach Ingolstadt hätten Sie sich die Umzugskosten gespart.

Die Umzugskosten waren nicht so sehr das Problem, weil mir meine Familie beim Umzug geholfen hat. Aber im Ernst: Der Kontakt zu Milan Sasic und Bruno Hübner bestand seit vielen Wochen. Besonders die Gespräche mit Sasic haben mich überzeugt.

Ihr Abschied im Sommer wirkte wie eine Flucht. Erst hatten Sie mit Lienen Probleme. Dann kamen Sie auch unter Reiner Maurer nicht in Schwung.

Es war alles, nur keine Flucht. Ich hatte im Vorjahr fast komplett durchgespielt, war ohne Pause bei der U 20-WM und hatte so gut wie keine Vorbereitung. Das Jahr unter Lienen war dann sicher nicht leicht für mich. Er hatte ganz eigene Vorstellungen, was für einen Fußball er spielen wollte, und mir war bald klar, dass ich in seinen Überlegungen keine Rolle spielte. In dieser Saison war klar, dass 1860 einen neuen Stürmer holen will und dass das nur geht, wenn ich mich ausleihen lasse.

Auf den ersten Blick hat sich in Duisburg nicht viel an Ihrer Situation geändert. In den ersten beiden Ligaspielen kamen Sie nur zu einem 24-minütigen Joker-Einsatz.

Stammplatzgarantien gibt es nirgends. Ich habe mich für den Klub entschieden, wo ich für mich die beste Perspektive sehe. Ich habe im Pokal mein erstes Tor erzielt, daran will ich anknüpfen.

Ihr Problem ist 2,02 m lang und heißt Stefan Maierhofer. Der scheint unter Sasic gesetzt zu sein.

Ich habe kein Problem - und auf keinen Fall ein so langes. Stefan Maierhofer ist wichtig für uns, weil er Tore schießt. Ich möchte meinen Beitrag zum Mannschaftserfolg leisten und das Gleiche tun. Daran gilt es zu arbeiten, und ich merke, dass mein altes Selbstbewusstsein wieder da ist. Ich habe einen eisernen Willen mich durchzusetzen.

Ihr Leihvertrag mit dem MSV ist bis 2011 datiert, danach sind Sie noch bis 2012 an die Löwen gebunden. Wie wahrscheinlich ist es, Sie noch mal im 1860-Trikot zu sehen?

Dazwischen liegen 32 Ligaspiele. Und denen gilt meine Konzentration.

Ein Tor gegen die Löwen beim Wiedersehen am Samstag wäre bestimmt das Größte für Sie. Haben Sie sich schon einen besonderen Jubel überlegt?

Jedes Tor ist geil - ob gegen die Löwen oder wen anders. Sollte mir ein Tor gelingen, wird mir bestimmt spontan was einfallen. Ich freue mich total aufs Wiedersehen und bin maximal motiviert.

Das Interview führte Uli Kellner

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