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Schäffler-Tanz nach närrischem Mittelteil

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Muss nach einer Schnittverletzung um seinen Einsatz gegen den Hamburger SV im Pokal bangen: Löwen-Kapitän Daniel Bierofka.
Muss nach einer Schnittverletzung um seinen Einsatz gegen den Hamburger SV im Pokal bangen: Löwen-Kapitän Daniel Bierofka. © dpa

München - Der Junglöwe rettet beim Test in Aalen ein spätes 2:2 - Bangen um Bierofka und Lars Bender.

Ausnahmezustand in Aalen: Seit Sonntagfrüh war die Innenstadt gesperrt, aus allen Richtungen strömten Menschen, sie feierten, lärmten, tanzten auf dem Marktplatz. So viel Ausgelassenheit wegen eines Besuchs der Münchner Löwen? Nicht ganz. Zeitgleich zum Gastspiel des Zweitligisten beim Drittligisten VfR fand ein Narrentreffen in dem schmucken Ostalb-Städtchen statt, und dieser bedeutende Umzug der "Fasnachtszunft zum Sauren Meckereck e.V." zog noch ein bisschen mehr als der Auftritt der Giesinger Fußballzunft TSV 1860 e.V.

Jene 630 Spaßbremsen, die sich dem närrischen Treiben verweigerten und lieber in die städtische Scholz-Arena pilgerten, werden ihre Entscheidung möglicherweise bereut haben.

Zumindest die aus München angereisten. Der erste Auftritt der Löwen seit dem Teneriffa-Trainingslager - noch immer nicht das Gelbe vom Ei. Zwar glich der TSV kurz vor dem Schlusspfiff durch Manuel Schäffler zum 2:2-Endstand aus, nachdem Sven Bender mittels Gewaltschuss eine Halbzeitführung herausgeschossen hatte (28.). Doch hinterher bemängelte Marco Kurz wie so oft, dass die Seinen den anfänglichen Schwung nicht 90 Minuten durchgezogen hätten.

"50 Minuten" seien okay gewesen, meinte der Trainer, da hätte man "nur vergessen, das zweite Tor zu machen". Die anderen 40 Minuten: teilweise närrisch-konfus, bedingt allerdings auch durch zahlreiche Wechsel. Vor allem über den Mittelteil der zweiten Hälfte wird noch zu sprechen sein: Da gestattete die Sechzger-Abwehr dem unterklassigen Gegner zwei Tore: Ex-Bayern-Amateur Nagorny traf per Kopf nach einer Ecke (60.), Boudadoud mit einem Drehschuss (69.).

Noch bitterer für die Kurz-Elf ist aber, dass erneut zwei Leistungs- und Hoffnungsträger auszufallen drohen. Kapitän Daniel Bierofka konnte die Reise wegen einer Fersenverletzung gar nicht antreten; eine Schnittwunde musste mit vier Stichen genäht werden - Bierofka bangt sogar um das Pokalspiel am 27. Januar in Hamburg. Juniorchef Lars Bender, der eben erst Genesene und von Leverkusen Umworbene, musste zur Halbzeit ausgewechselt werden. Das rechte Knie. Noch ist nicht genau klar, ob Anlass zu ernster Besorgnis besteht. Vorerst diagnostizierte Teamarzt Dr. Willi Widenmayer eine Innenbandzerrung.

Lobenswert für Kurz: die Einstellung seiner Elf. "Nach dem Rückstand hat die Mannschaft mit einer Willensleistung noch den Ausgleich erzielt", sagte er. Insgesamt kein Grund für närrische Heiterkeit. Aber auch keiner fürs saure Meckereck.

TSV 1860: Tschauner - Thorandt (61. Burkhard), Béda, Berhalter, Johnson (46. Hoffmann) - Aigner (46. Baumgartlinger), Sven Bender (70. Jungwirth), Lars Bender (40. Danny Schwarz), Holebas (46. Schäffler) - Rösler, Lauth (61. Pourie).

Uli Kellner

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