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Mit Schroth nach Teneriffa

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Geduldsprobe: An Mannschaftstraining ist für Markus Schroth noch immer nicht zu denken.
Geduldsprobe: An Mannschaftstraining ist für Markus Schroth noch immer nicht zu denken. © mm

München - Zwei Tage bleiben dem TSV 1860 noch, um alle Vorkehrungen für die Reise ins Trainingslager zu treffen. Die Sonnencreme (gestern lagen die Temperaturen auf Teneriffa bei 18 Grad) sollte sich problemlos besorgen lassen, schwieriger gestaltet sich die Zusammensetzung der Reisegruppe.

Seit dem Wochenende ist Geschäftsführer Stefan Reuter in ständigem Kontakt mit Mönchengladbach, wo bisher noch Sascha Rösler unter Vertrag steht. Doch die Zeit wird knapp, um den offensivstarken Mittelfeldspieler rechtzeitig mit einem Flugticket auszustatten und viel wichtiger: einem Vertrag.

Die Verhandlungen mit der Borussia, wo Rösler seit der Ankunft des neuen Trainers Hans Meyer nicht mehr wohlgelitten ist, sollten nicht zu schwierig werden. Kompliziert wird die Angelegenheit dadurch, dass Rösler ein begehrter Mann ist (Kaiserslautern, Nürnberg), 1860 hingegen nicht die allererste Adresse. Dieser Widerspruch ließe sich nur durch ein ansprechendes Gehaltsangebot überwinden, das für die notorisch klammen Löwen einen Kraftakt bedeuten würde. Marco Kurz hofft dennoch "fest, dass der Neue im Trainingslager dabei ist", wie auch immer der Neue heißt. Für seine Verhältnisse ist das eine deutliche Ansage. Dass die Lücke, die Timo Gebharts Wechsel hinterlassen hat, mit eigenen Kräften zu schließen ist, wird intern ausgeschlossen.

Ein anderer Teneriffa-Reisender steht seit gestern fest. Überraschend wird Markus Schroth mit auf die Kanareninsel fliegen, wo die Bedingungen allemal besser sind als im eiskalten München mit seinen gefrorenen Böden. Nach den jüngsten Erklärungen der Löwen-Bosse war damit nicht mehr zu rechnen, doch der seit anderthalb Jahren am Knie verletzte Stürmer (Knorpelschaden), dessen Vertrag im Sommer ausläuft, gibt plötzlich unerwartete Signale: "Es zwickt noch ein bisschen, aber es geht bergauf." Erstmals ist von ihm sogar eine konkrete Ansage zu hören: "Ich hoffe, dass ich in der Rückrunde spiele." Noch muss das nicht viel heißen, womöglich ist es nur das Wunschdenken eines ewigen Patienten.

Der Weg zurück ist lang für Schroth, der sein letztes Spiel am 26. Mai 2007 beim Pokalsieg des 1. FC Nürnberg hatte. Marco Kurz glaubt trotzdem, dass sein Schützling endlich Fortschritte macht. Er ist seit gemeinsamen Profizeiten mit Schroth befreundet und hält es für ein positives Signal, "wenn er selber sagt, er habe ein gutes Gefühl". Im Training sieht er bei Schroth zudem "bessere Bewegungsabläufe" als vor der Winterpause, konkret "Beugungen, die er bisher noch nicht konnte".

Gestern hätte der Coach seinen Stürmer gut einsetzen können. Nur 13 Feldspieler trainierten mit, der Rest wurde geschont (Lars Bender), war krank (Fabian Johnson), angeschlagen (Sven Bender/Muskelbeschwerden, Jose Holebas/Wade) oder laboriert an einer hartnäcligen Blessur (Benjamin Schwarz/Knie). Doch bis er sich in diesem Kreis wieder bewegen kann, muss sich Schroth noch gedulden. Am Mannschaftstraining nimmt er auch auf Teneriffa nicht teil.

Marc Beyer

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