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Warnt 1860 vor der Dritten Liga: Schabl sagt, „das ist eine bis zwei Klassen stärker“.

Schwabl freut sich auf Derbys

„Mit diesem 1860 kann man sich nur mitfreuen“

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Bei der SpVgg Unterhaching hat man dem TSV 1860 die Daumen gedrückt - Manfred Schwabl: „Löwen werten die Dritta Liga noch einmal auf“

Unterhaching – Vom Hinspiel des TSV 1860 gegen den 1. FC Saarbrücken sah Manfred Schwabl noch nichts, der Präsident der SpVgg Unterhaching war da für seinen eigenen Klub unterwegs – aber am Sonntag ließ er es sich nicht nehmen, das Treiben live vor Ort zu erleben. Vor der Partie schaute er im Löwen-Stüberl vorbei, danach auch wieder, und die 90 Minuten verfolgte er auf der Tribüne im Grünwalder Stadion. Lokalrivalität hin oder her, sagte er gestern, „man muss sich mit diesem TSV 1860 einfach mitfreuen – diese Fans, diese Basis, dieses Herzblut, also da bricht uns auch als Hachinger jetzt nix aus der Krone, wenn man sagt: Das ist eine wunderbare Geschichte. Da gibt es keine zwei Meinungen.“

Das Verhältnis der beiden Klubs, das früher eine ausgeprägte Rivalität charakterisierte, habe sich laut Schwabl verbessert. „Man kennt und respektiert sich“, sagt der Präsident der „Rot-Blauen“, dessen Trainer Claus Schromm ja nicht umsonst im Vorfeld der Relegation schon erklärt habe, „dass wir 1860 die Daumen drücken“. Am Sportpark freut man sich nun auf Derbys in der Dritten Liga, „es gibt ja nichts Geileres im Fußball“, so Schwabl, „und dass wir den Löwen den Aufstieg gönnen, heißt noch lange nicht, dass denen im Derby auch nur irgendetwas geschenkt wird – da wird es zur Sache gehen, in sportlichem Rahmen“. Schwabl hofft, dass die nächste Saison im Sportpark die aktuell gesperrte Ostkurve freigegeben wird: „Wir hätten gegen 1860 sicher eine volle Bude – und das Grünwalder war sowieso immer schon mein Lieblingsstadion. In den Derbys wird Stimmung sein.“

Der Löwen-Aufstieg werte „die Dritte Liga noch einmal auf, das tut allen Vereinen gut, denn so ein traditionsreicher Name sorgt für Interesse und Attraktivität“, erläutert Schwabl. Probleme im Werben um Neuzugänge erwartet er nicht; dafür sind die strategischen Ausrichtungen beider Clubs zu unterschiedlich. „Es gibt genug gute Spieler“, sagt der Hachinger Präsident, „und 1860 hat sowieso andere finanzielle Möglichkeiten, da konnten wir nie konkurrieren.“ Man verfolge gleiche Ziele mit verschiedenen Mitteln, das sei doch spannend. „1860 hat sich einem Investor verschrieben. Wir versuchen, es aus eigener Kraft zu schaffen“, sagt Schwabl. „Daraus ergibt sich aber auch, dass bei 1860 vielleicht mehr Druck auf dem Kessel ist, schneller aufsteigen zu müssen. Wir können uns da ein bisschen mehr Zeit lassen. Unser Ziel ist, es in drei bis fünf Jahren zu packen.“ Wie es um die Chancen der Löwen steht in der kommenden Saison, will der Hachinger Clubchef nicht sagen: „Ich weiß ja nicht, wie sie den Kader planen. Fakt ist aber schon, dass die Dritte Liga ein bis zwei Klassen stärker ist.“ Die Hachinger hielten ihr junges, hochtalentiertes Team zusammen und wurden im Aufstiegsjahr Neunter.

Schwabl rief am Sonntagabend um halb neun sein Giesinger Pendant Robert Reisinger an, um zu gratulieren. Eine WhatsApp-Nachricht oder Ähnliches hätte er als stillos empfunden, erzählt er, „da gehört sich schon ein Anruf“. Auch Daniel Bierofka habe er versucht, zu erreichen, „aber der ist nicht mehr rangegangen – da war vielleicht schon zu viel Alkohol im Spiel, da haben wir Verständnis, bei uns war es nicht anders“, witzelt Schwabl. „Ich hole meine Glückwünsche noch nach.“

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