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TSV 1860: Ude wirft Präsidium "schwere Fehler" vor

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Hat schon vieles beim TSV 1860 erlebt: Christian Ude.
Hat schon vieles beim TSV 1860 erlebt: Christian Ude. © dpa

München - Chaos-Tag beim TSV 1860: Nach dem geplatzten Deal mit dem Berliner Investor Nicolai Schwarzer wirft Aufsichtsrat Chrisitan Ude dem Präsidium "schwerwiegende Fehler" vor. Sportdirektor Miki Stevic will weitermachen.

Am Ende des Chaos-Tages bringt Aufsichtsrat (und Oberbürgermeister) Christian Ude das auf den Punkt, was viele Löwen-Fans am Dienstag kopfschüttelt gedacht haben mögen: "Die Leidensfähigkeit, die man als Löwe ohnehin haben muss, wird in diesen Tagen aufs Äußerste strapaziert." Ude ist  einer der ersten, der deutlich wird: Das Präsidium, sagt er im Gespräch mit dem Münchner Merkur, habe "schwerwiegende Fehler" gemacht. In dem Vertrag mit Schwarzer habe es "äußerst kritische Punkte" gegeben. Demnach habe der Investor bei den Löwen einen "bestimmenden Einfluss" erhalten. Dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) dem nicht zustimmen konnte, sei für ihn keine Überraschung.

Und so bleiben: Fragen.

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Chaos ohne Ende - Löwen in der Krise

Es sind die Fragen, die heute die Schlagzeilen dominieren: Was kommt als nächstes? Ist der Deal mit Schwarzer noch zu retten? Will man ihn retten? Was passiert mit dem Präsidium? Tritt der neue Sportdirektor, erst seit einer knappen Woche im Amt, zurück, bevor er richtig mit dem Projekt "Aufstieg 2010" begonnen hat? Vielleicht ist es bezeichnend, dass Miki Stevic diese Frage mit einer Frage beantwortet: "Warum sollte ich aufhören?", sagte er der tz am Dienstag.

Nicolai Schwarzer investiert nun doch nicht in die Löwen.
Der Berliner Nicolai Schwarzer investiert nun doch nicht in die Löwen. © fkn.

Stevic will, aber darf er auch? Am Dienstag wurde die Lage bei den Sechzgern intern sondiert. Auch über seine Zukunft wurde beraten. Letztlich müsse der Sportdirektor selbst "entscheiden, ob er vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung diese Aufgabe noch erfüllen kann oder will", berichtete Löwen-Vize Franz Maget.

Der SPD-Politiker bezeichnete die jüngsten Entwicklungen um den Verein als "Rückschlag" - und fügte trotzig hinzu: "1860 wird nie untergehen." Mag sein. Die Fans sind jedenfalls mächtig sauer. In einschlägigen Foren fordern bereits einige den Rücktritt des Präsidiums.

Das Prädisum des TSV 1860 mit Sportdirektor Miki Steviv (3.v.l.): Die Vizepräsidenten Franz Maget, Michael Hasenstab und Präsident Rainer Beeck (v.l.).
Das Löwen-Prädisum mit Sportdirektor Miki Stevic (3.v.l.): Franz Maget, Michael Hasenstab und Rainer Beeck (v.l.). © dpa

Der Deal mit dem Berliner Investor Nicolai Schwarzer hatte große Hoffnungen bei ihnen geweckt. Viele Fans verstehen nicht, warum das Engagement Schwarzers nach nicht einmal einer Woche geplatzt ist. Warum der Verein einräumte, dass die Vereinbarungen bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) "auf erhebliche Bedenken" stößen - obwohl die DFL das Engagement Schwarzers (noch) gar nicht verboten hat.

Das hatte die DFL am Dienstag in einer Pressemitteilung betont. Es gebe "bislang keine Untersagung des angekündigten Investoren-Einstiegs. Die DFL hält weiter ein Gespräch mit 1860 für erforderlich, um eine Klärung der Angelegenheit herbeizuführen." Ein Termin sei für die kommenden Tage vorgesehen, hieß es.

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Darauf hatte das Löwen-Präsidium prompt reagiert: Ihnen sei am Montag von der DFL schriftlich mitgeteilt worden, dass die DFL nach aktueller "Prüfung der Unterlagen die Einschätzung vertritt, dass die vertragliche Ausgestaltung des Modells in Teilen nicht mit den Vorschriften des Ligaverbandes vereinbar" sei. In dem Schreiben der DFL seien "zwei elementare Vertragspunkte" beanstandet worden.

Die Fans fragen sich jedoch, ob man deswegen die sieben Millionen für Transfers und den Aufstiegsplan für 2010 gleich ganz aufgeben muss. Und ist der Rückzug Schwarzers endgültig? Er selbst hatte gesagt: "Wenn es (das Finanzierungsmodell, die Red.) abgelehnt wird, dann ziehe ich mich halt wieder zurück. Wenn es darüber Unmut gibt, verliere ich das Interesse."

Hat er das Interesse verloren? Oder liegt das Problem bei der DFL, die vielleicht befürchtet, Stevic sei von Investor Schwarzer beim TSV 1860 installiert worden? Maget: "Darum geht es. Um eine unmittelbare Verbindung zwischen Stevic und Schwarzer. Aber Herr Schwarzer hätte keinen bestimmenden Einfluss auf die Geschäftsführung gehabt." Warum der Verein die Angelegenheit jetzt auf Eis gelegt hat, erklärte der SPD-Mann Maget folgendermaßen: "Wir wollten das Ganze nicht gefährden. Deshalb haben wir es erstmal zurückgezogen."

Fest steht: Es sind noch viele Fragen offen. Es sind Fragen, die das Löwen-Präsidium bald beantworten sollte, will es den Unmut der Fans nicht verstärken.

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