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Ein Geschenk des Schiedsrichters

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Torben Hoffmann (r.) spielte für den erkrankten Radi Felhi. © dpa

München - Da dachte man schon, die Löwen hätten nach dem 1:0 beim Tabellenführer in Bielefeld so richtig Mumm bekommen – und dann das: 2:0 bis zur 70. Minute gegen Fortuna Düsseldorf geführt und am Ende stand’s 2:2.

Wieder mal gingen die blauen Fans enttäuscht und frustriert nach Hause. Und wieder mal zerknüllten sie die Stadionzeitung, in der Geschäftsführer Manfred Stoffers im Vorwort blumig erklärt hatte, warum man die Hoffnungen auf den Aufstieg noch nicht ganz in die Ecke stellen sollte. Und jetzt? Nach nur einem Punkt gegen den Aufsteiger aus Düsseldorf? Bei den Löwen herrscht erst mal wieder ­Tristesse.

Und es herrscht Wut auf Schiedsrichter Siebert. Der hatte in der 70. Minute auf Freistoß gegen 1860 entschieden, obwohl Holebas gegen Lambertz eindeutig den Ball gespielt hatte. Jovanovic war’s wurscht, er haute den Ball direkt zum Anschlusstreffer, dem 1:2 rein. Ewald Lienen war hernach fuchsteufelswild: „Das ist schon bitter, wenn man so einen Freistoß reinkriegt, der keiner ist und das Spiel dann derart kippt. Dass diese Entscheidung falsch war, dazu habe ich aus 60 Metern nicht mal eine Zeitlupe gebraucht.“

Dass Lambertz hinterher zugab, nicht gefoult worden zu sein, verbesserte Lienens Laune auch nicht. „Dann soll er das gleich auf dem Platz dem Schiedsrichter sagen, hinterher nützt es mir nichts. Das würde ich mir wünschen. Aber so ist es das Verlogenste, das es gibt.“ Dabei hatte Ewald Lienen seine Löwen bis dahin schon auf der Siegerstraße gesehen: „Wir haben das Spiel kontrolliert und durften es eigentlich nicht mehr aus der Hand geben. Man hat gesehen, dass wir immer stabiler werden. Und wir hätten die drei Punkte eigentlich verdient gehabt. Düsseldorf hatte den einen Punkt jedenfalls nicht verdient.“

Die Löwen in der Einzelkritik

Den holten sich die Fortunen aber, weil drei Minuten nach dem Anschlusstreffer Torhüter Gabor Király nach einer Ecke am Ball vorbeigriff und Zoundi die Chance zum 2:2 eiskalt nutzte. Da war es vorbei mit der Freude über den herrlichen Doppelpass zwischen Benny Lauth und Ale­xander Ludwig vor dem 1:0 oder über den zweiten Treffer, den Torben Hoffmann erzielte, der ansonsten nur ganz selten unter den Torschützen zu finden ist. „Aber wir haben ja wenig Erfahrung mit einer Führung“, meinte Lienen zynisch auf die Frage, wa­rum seine Mannschaft den Vorsprung nicht über die Runden gebracht hatte.

„Noch mal. Der Anschlusstreffer fiel durch ein Geschenk des Schiedsrichters!“ Als sein Düsseldorfer Kollege Norbert Meier die Brisanz aus dem Thema nehmen wollte und vorschlug, dass man sich doch drauf einigen solle, „dass der Freistoß doch sehr schön geschossen war“, hatte Lienen genug: „Komm, lass uns aufhören, sonst rege ich mich noch so richtig auf.“

Claudius Mayer

Der 14. Spieltag:

27.11.0918:00Karlsruher SC-TuS Koblenz2:1
Alemannia Aachen-Rot Weiss Ahlen0:2
FSV Frankfurt-Hansa Rostock0:1
28.11.0913:00MSV Duisburg-FC Augsburg2:2
SC Paderborn 07-SpVgg Greuther Fürth1:0
29.11.0913:30Energie Cottbus-Rot-Weiß Oberhausen3:0
FC St. Pauli-1. FC Union Berlin3:0
TSV 1860 München-Fortuna Düsseldorf2:2
30.11.0920:151. FC Kaiserslautern-Arminia Bielefeld-:-
11. FC Kaiserslautern1393121:91230
2FC St. Pauli1492333:151829
3Arminia Bielefeld1391322:91328
4Fortuna Düsseldorf1473422:14824
51. FC Union Berlin1472523:21223
6FC Augsburg1457229:24522
7MSV Duisburg1464425:22322
8SC Paderborn 071455420:18220
9Rot-Weiß Oberhausen1462616:24-820
10SpVgg Greuther Fürth1460825:25018
11Energie Cottbus1453622:23-118
12Karlsruher SC1453618:21-318
13Hansa Rostock1460818:22-418
14Alemannia Aachen1444611:17-616
15TSV 1860 München1443716:19-315
16TuS Koblenz1433812:21-912
17FSV Frankfurt1423911:27-169
18Rot Weiss Ahlen141499:22-137

dpa

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