Lieber 1860 als Inter: U19-Talent Stefan Bell. Foto: getty

Stefan Bell: Lieber 1860 als Inter?

München - Am Mittwoch herrschte Ruhe beim TSV 1860. Trainer Reiner Maurer hat seinen Profis noch einmal frei gegeben. Das gab es nicht oft in letzter Zeit, in sieben Wochen Vorbereitung hat der Rückkehrer seinen Löwen ganze vier Tage zum Ausspannen eingeräumt.

Harte Zeiten, die das Vertrauen des kickenden Personals in den neuen Chef indes weiter festigten. „Das Training ist sehr abwechslungsreich“, stellte der Rumäne Florin Lovin kürzlich fest, „anders als im letzten Jahr, wo man meistens vorher schon wusste, was passieren wird.“ Auch Kollege Stefan Aigner hat Fortschritte im Gegensatz zur Ära Ewald Lienen ausgemacht: „Der Trainer gibt uns genau vor, wie wir von hinten herausspielen sollen - so etwas hat es im letzten Jahr nicht gegeben.“

Bleibt die Frage, ob sich die positive Grundstimmung auch in den sportlichen Auftritten niederschlagen wird. Die Testspiele waren weitgehend vielversprechend. Erste echte Erkenntnisse wird aber wohl erst der Pokalausflug am Samstag zum SC Verl bringen. Der Regionalligist heizt auf seiner Internetseite mit dem Slogan „5000 gegen 11 Löwen“ schon einmal die Stimmung für das Duell an.

Doch eigentlich kann Maurer dem ersten Ernstfall ganz entspannt entgegensehen. Personell ist er gut bestückt. Die letzten Sorgenfalten in der gerade bei Standardsituationen noch anfälligen Defensive sollen tunlichst noch in dieser Woche beseitigt werden. Und wie bereits vermeldet deutet wohl alles darauf hin, dass der Mainzer U19-Nationalspieler Stefan Bell die nötige Stabilität in den Abwehrverbund bringen soll. Der Innenverteidiger stand vor drei Monaten schon beim Champions-League-Sieger Inter Mailand auf der Wunschliste. Den Lombarden, die immerhin 1,5 Millionen Euro Ablöse in die Waagschale warfen, sagte er seinerzeit aber ab, weil er keine echte Einsatzchance sah.

Jetzt kann er möglicherweise bald beim TSV 1860 Spielpraxis sammeln. Laut „Rhein-Zeitung“ hat Löwen-Sportdirektor Miki Stevic, der ursprünglich allerdings einen „erfahrenen Innenverteidiger“ gesucht hatte, bei Mainz 05 wegen eines einjährigen Leihgeschäfts angeklopft. Und Christian Heidel, Manager des Bundesligisten steht der Sache durchaus aufgeschlossen gegenüber: „Ein Jahr lang Zweite Liga zu spielen, könnte für ihn unter Umständen im Moment der bessere Weg sein.“ Die von Stevic erhoffte Kaufoption allerdings lehnte Heidel kategorisch ab.

Patrick Reichelt

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