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Stranzls Notbremse bringt die Löwen in Not

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- München - Sieg, Remis, Niederlage - so hatte der TSV 1860 die Saison begonnen, und exakt diese Ergebnisse brachte auch der Rückrundenstart. Das 0:2 (0:1) gestern Abend gegen Borussia Dortmund (Hinspiel 1:3) war insofern ärgerlich, als bis zur Schlüsselszene in der 40. Minute ein Erfolg möglich schien. Dann jedoch leistete sich Martin Stranzl eine Notbremse, flog vom Platz und ermöglichte Ewerthon per Elfmeter seinen ersten von zwei Treffern (41., 60.). Jetzt müssen die Löwen zweimal reisen: Am Samstag nach Wolfsburg, dann nach Köln.

Roman Tyce verletzt, der andere Linksverteidiger, Janne Saarinen, auf der Bank - Falko Götz hatte sich offensichtlich mal wieder ein neues Abwehrsystem ausgedacht. Trat 1860 in Schalke noch mit einer Fünferkette an, warteten sie gestern mit einer Art Dreierreihe auf, wobei sich Stranzl meist in der Nähe des gefürchteten Koller aufhielt und dessen Sturmpartner Ewerthon im Wechsel von Costa oder Hoffmann beschattet wurde.

Überraschend auch: Görlitz begann auf der ungewohnten linken Seite, Linksfuß Weissenberger auf rechts, aber dies war nur ein Blöff für die Anfangsviertelstunde. An der Rollenverteilung im Spiel änderte dies wenig: Dortmund drückte, die Löwen lauerten - und hatten nach 20 Minuten erstmals Glück. Koller profitierte von einem Missverständnis in der 1860-Abwehr und zog mit rechts vom Fünfmeterraum ab. Keeper Michael Hofmann passte jedoch auf - er parierte Kollers strammen Schuss ebenso wie den anschließenden Hoppelball von Frings.

Die Löwen wurden in der Folge agiler: Lauth kam nach feiner Baier-Flanke einen Tick zu spät, einen Kopfball von Kioyo entschärfte Rosicky im eigenen Strafraum (26.). Zwar nicht aufs Ergebnis, aber wenigstens auf das Selbstvertrauen wirkten sich diese Aktionen positiv aus. Der Ball lief jetzt wesentlich flüssiger durch die eigenen Reihen; an einem Angriff waren fast alle Löwen-Spieler beteiligt, was von den Fans mit erstaunten "Heya"-Rufen gefeiert wurde.

Berauscht ob der eigenen Kurzpasskunst, ließ die Konzentration in der Defensive ein wenig nach. Gleich zweimal durfte Ewerthon alleine Richtung 1860-Tor sprinten (36., 40.). Beim ersten Mal konnte Torhüter Hofmann noch in höchster Not klären, beim zweiten Versuch kam Stranzl zu spät und schubste den flinken Brasilianer leicht. Schiedsrichter Meyer entschied: Rote Karte und Elfmeter. Den Strafstoß verwandelte der Gefoulte cool in die linke untere Ecke, den Verweis verteidigte Schiri-Obmann Manfred Amerell auf der Tribüne: "Letzter Mann - klare Rote Karte."

Ohne Baier, dafür mit Saarinen und Viererkette (Görlitz rückte für Stranzl zurück) ging es nach der Pause weiter; auf Seiten der Dortmunder mit den gleichen Hauptdarstellern: Koller verlängert zu Frings, der schickt Ewerthon - Hoffmann und Hofmann ohne Abwehrchance beim überlegten 15-m-Schuss des Torjägers (60.). Damit war das Spiel entschieden. Die Gäste verwalteten den Vorsprung, die Löwen brachten Cerny und Agostino, hatten auch noch zwei Minichancen durch Lehmann und Poschner (78.) und einen Schuss ans Außennetz (Cerny, 89.), das war's. Aber: Alles kein Problem, so lange die Rückserie weiterhin deckungsgleich verläuft. Zur Erinnerung: Gegen Wolfsburg und Köln gab es in der Hinrunde volle sechs Punkte.

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