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TSV 1860: Sunnyboy Felhi stört nur der Regen

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Neuzugang beim TSV 1860 München: Radhouène Felhi mit Trainer Ewald Lienen. © Sampics

München - Die Löwen haben mit Radhouène Felhi ihren Wunsch-Abwehrspieler verpflichtet – der setzt sich als Ziel den Aufstieg.

Ewald Lienen ist immer für eine Überraschung gut. Vor kurzem gab er einem griechischen Reporter in der Landessprache Auskunft. Gestern parlierte er spontan französisch. Anlass war die Präsentation des tunesischen Abwehrspielers Radhouène (lies: Raduan) Felhi. „Un petit peu“ beherrsche er auch Französisch, verriet Lienen. Felhi sagte auf die Frage nach seinem Deutsch: „Ein bisschen.“ Was den Fremdwortschatz betrifft, gibt es also große Übereinstimmung zwischen dem 1860-Trainer und seinem neuen Abwehrchef.

Radhouène Felhi: Der neue 1860-Abwehrchef ist da

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Auch was die sportlichen Ziele betrifft, funken Lienen und der tunesische Nationalspieler auf einer Wellenlänge. Selbstverständlich sei er gekommen, „um mit München in die 1. Liga aufzusteigen“, ließ Felhi (25) übersetzen. Aus diesem Grund habe er andere, besser dotierte Angebote ausgeschlagen. Klubs aus der Schweiz, aus Frankreich und Katar hätten ihn gelockt, doch Geld sei für ihn „nicht das Wichtigste“. Wichtig sei für ihn vielmehr, seine Erfahrung aus erfolgreichen Jahren beim afrikanischen Spitzenklub Etoile Sportive du Sahel einzubringen zu können. „Ich hoffe“, sagte Felhi auf bestem Universitäts-Englisch (er studiert in seiner Heimat Sport), „dass ich dem Team und mir selber helfen kann.“ Vorerst ist er für ein Jahr ausgeliehen. Danach kann ihn 1860 mittels einer Option langfristig binden.

Wie er in München gelandet ist? Lienen verwies auf über Jahre aufgebaute Netzwerke: „Es werden Millionen Spieler angeboten“, so der Coach, doch beim groß gewachsenen Felhi (1,90 m) habe man genauer hingeschaut. Denn: „Bei ihm stimmt das Komplettpaket. Er hat eine gute Aggressivität, eine sehr gute Technik beim Spielaufbau, und er ist überaus kopfballstark – offensiv wie defensiv. Gerade in der zweiten Liga ist es wichtig, ein Spiel auch mal durch eine Standardsituation oder ein Kopfballtor zu entscheiden.“

Natürlich hat auch Felhi Informationen über seinen neuen Arbeitgeber eingeholt. Seine Freunde und Landsleute Zoubaier Baya (früher SC Freiburg) und Sami Allagui (Fürth) hätten nur das Beste über die Löwen erzählt: „Gute Mannschaft, gute Spieler, nettes Land.“ Wobei: Einen kleinen Makel hat er seit seiner Ankunft bereits festgestellt: das Wetter. „Ich hoffe, es regnet nicht immer so viel.“ Dazu lächelte er, dass seine unverschämt weißen Zähne blitzen. Gepflegt, charmant und eloquent, wie Felhi sich einführte, könnte er das Zeug zum Frauenschwarm und Publikumsliebling haben.

Doch erstmal abwarten, wer die neue Multi-Kulti-Truppe der Löwen noch ergänzt. Lienen ließ sich gestern bereits nach fünf Minuten entschuldigen, er habe schließlich „noch zu tun“. Am Donnerstag um 10 Uhr startet die Vorbereitung, und der Coach ahnt: „Mit einem Abwehrspieler, einem Torwart und einem Rechtsverteidiger werden wir unsere Ziele nicht erreichen.“ Heiß gehandelt: der ecuadorianische Nationalstürmer Pablo Palacios (27). Man schauen, ob Lienen auch Spanisch beherrscht.

Von Uli Kellner

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