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Tomasov, Mulic, Vollmann: Wer ersetzt Okotie?

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Von: Uli Kellner

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Bangen um den Torjäger vom Dienst: Der Mann, der den gegnerischen Abwehrreihen das Leben schwer macht, beschäftigt seit Beginn der Woche die Löwen-Physios. Foto: dpa
Bangen um den Torjäger vom Dienst: Der Mann, der den gegnerischen Abwehrreihen das Leben schwer macht, beschäftigt seit Beginn der Woche die Löwen-Physios. © dpa

München – Die Blitzheilung, auf die die Löwen-Gemeinde gehofft hatten, fand nicht statt – so viel stand bereits fest, als Rubin Okotie am Freitag auf dem Vereinsgelände an der Grünwalder Straße eintraf.

In der Hand trug er eine Eisbox mit Kühlelementen für sein gestauchtes Knie, sein Gang war leicht unrund, und der angeschlagene Stürmer kam zu einer Uhrzeit, die verdächtig war: Kurz nach halb zwölf war es, das Training sollte erst dreieinhalb Stunden später stattfinden, doch an normales, unbeschwertes Fußballspielen war für Okotie zwei Tage vor dem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt nicht zu denken – wie schon die ganze Woche nicht.

„Er hat Schmerzen“, teilte Trainer Markus von Ahlen zum Gesundheitszustand seines wichtigsten Spielers mit: „Rubin wird heute ein reduziertes Trainingsprogramm absolvieren. Stand jetzt ist er fraglich für Sonntag.“ Fraglich bedeutet: Es müsste schon ein kleines medizinisches Wunder passieren, dass Okotie im Spiel gegen die auswärtsstarken Frankfurter auf Torejagd gehen kann.

Von Ahlen gab sich Mühe, einigermaßen unbeeindruckt zu wirken, doch so recht wollte es ihm nicht gelingen. Ein Blick auf das Datenblatt vor ihm reichte schließlich, um schwarz auf weiß bestätigt zu sehen, welcher Ausnahmespieler da momentan die gegnerischen Abwehrreihen beschäftigt (und jetzt leider die Löwen-Physios). Zusammen mit Bochums Terrodde führt Okotie mit zehn Treffern die Torschützenliste der zweiten Liga an. In der Vereinshistorie des TSV 1860 hat es erst einen Stürmer gegeben, der nach 14 Spieltagen bereits zehn Mal jubeln durfte. Sein Name: Rudi Völler.

„Rubin ist ein superwichtiger Spieler für uns“, gab von Ahlen zu. „Er hat sich von Beginn an in einer Superverfassung gezeigt, und wenn er nicht spielen kann, dann ist es unser Auftrag, Alternativen zu schaffen.“ An welche er da gedacht hat, wollte der Trainer nicht verraten – vielleicht auch, weil er dann hätte zugeben müssen, dass den Löwen derzeit keine Alternative zur Verfügung steht, die auch nur annähernd an Okoties Klasse heranreicht. Um niemanden vor den Kopf zu stoßen, beließ es von Ahlen bei der vagen Aussage: „Da gibt es Spieler, auf die wir vertrauen.“

Bloß welche? Rodri ist seit Wochen verletzt, Wood wurde zur U 21 verbannt, Leonardo durch Nichtbeachtung so zermürbt, dass er seinen Vertrag auflösen ließ. Marius Wolf und Fejsal Mulic wären zwei junge Spieler, die Okotie positionsgetreu ersetzen könnten. Denkbar ist zum Beispiel, dass Wolf in die Mitte rückt – und Marin Tomasov oder Korbinian Vollmann die rechte Außenbahn übernehmen. Auch Daniel Adlung könnte ein paar Meter nach vorne rücken. Wäre schon deswegen nicht unpraktisch, weil dann ein Mittelfeldplatz für Ilie Sanchez frei würde. Der Spanier wurde zwar kaum vermisst beim 4:1 in Berlin. Als Stammspieler, der er vor seiner Gelbsperre war, dürfte er jedoch gesetzt sein.

Zu guter Letzt wurde von Ahlen noch gefragt, ob er es auch als Auftrag sieht, für Gerhard Mayrhofer zu siegen, den am Dienstag zu bestätigenden Löwen-Präsidenten: „Ich denke, mit einem Sieg würden wir uns alle einen Gefallen tun“, sagte er: „Uns selber, unseren Fans – und wenn das dann noch ein Nebeneffekt sein sollte, dann nehmen wir den auch gerne mit.“

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