+
Sven-Göran Eriksson wird NICHT Löwen-Trainer

Eriksson-Deal mit 1860 geplatzt

Wem gibt Ismaik jetzt die Schuld?

Belek/München - Es ist eine der irrsten Nummern in der Geschichte des TSV 1860: Sven-Göran Eriksson, der 64-jährige ehemalige Welttrainer aus Schweden, kommt doch nicht zu den Löwen.

Die Bombe platzte am Freitag kurz vor 15 Uhr deutscher Zeit. Robert Schäfer und Dieter Schneider baten die Reporter im türkischen Belek zur improvisierten Pressekonferenz ins Mannschaftshotel Voyage. Und was der Geschäftsführer im Beisein des Präsidenten verkündete, wird als eine der groteskesten Nummern in die Geschichte des TSV 1860 eingehen: Sven-Göran Eriksson, der 64-jährige ehemalige Welttrainer aus Schweden, kommt doch nicht zu den Löwen. Der „geile Sven“, Wunschkandidat von Investor Hasan Ismaik, hat den Sechzigern abgesagt. Seine Begründung - laut Schäfer: „Herr Eriksson meinte, dass mit Alexander Schmidt bereits eine gute Entwicklung in der Mannschaft zu erkennen sei. Er sieht nicht, wo er zum jetzigen Zeitpunkt eine Hilfe für 1860 sein könnte.“ Im Gegenteil: Erikssons Kommen würde zumindest anfangs für Unruhe sorgen und dem sportlichen Erfolg damit eher im Wege stehen. Ein schwedischer Korb für die Löwen, aber einer mit dem sie wohl leben werden können. Schließlich soll der Dreijahresplan mit den seit Montag zugesicherten Darlehen auch ohne Eriksson weitergeführt werden.

Alles über Eriksson: "Geiler Sven" fiel auf falschen Scheich herein

Alles über Eriksson: "Geiler Sven" fiel auf falschen Scheich herein

„Unabhängig von der Entscheidung Sven-Göran Erikssons hat Hasan Ismaik versichert, dass die am Montag dieser Woche getroffene Einigung der beiden Gesellschafter und der darin enthaltene Dreijahresplan weiterhin Gültigkeit besitzt“, bestätigte Schäfer. Bekommen hatte der Geschäftsführer die Absage bereits am Donnerstagnachmittag. Warum das Ganze erst am Freitag bekanntgegeben wurde, habe laut Schäfer daran gelegen, dass er der Mannschaft die Nachricht in Belek persönlich mitteilen wollte, ehe die Öffentlichkeit davon erfahren sollte. Und wie kam’s nun genau zur Absage? Schäfer berichtete, dass er am Dienstag Kontakt zu Eriksson aufgenommen habe und am Mittwoch nach London geflogen sei, wo er sich mit Eriksson getroffen habe. „Wir haben überlegt, wie ein Trainergespann und die Einbindung in das bestehende Team aussehen kann“, teilte Schäfer mit. Der Schwede habe nach dem anderthalbstündigen Treffen um Bedenkzeit bis Donnerstag gebeten und Kontakt mit Ismaik aufgenommen. Doch auch der Investor habe Eriksson nicht mehr von einem Engagement bei 1860 überzeugen können. Am Donnerstagnachmittag schließlich teilte Eriksson Schäfer telefonisch mit, dass er das Angebot der Löwen nicht annehmen werde. „Wir haben nie gesagt, dass das ein Selbstläufer ist“, beteuerte Schäfer gestern in Belek. „Ich habe wirklich versucht, ihn zu überzeugen. Das war nicht vorgeschoben, ich habe alles gegeben.“

1860 in Belek: Sintflut-Training, Pool-Spaß, Strand-Shooting

1860 in Belek: Sintflut-Training, Pool-Spaß, Strand-Shooting

Eriksson ließ sich in der 1860-Presseerklärung so zitieren: Seit dem ersten Kontakt mit dem Verein im November ist einige Zeit vergangen und wir alle wissen, wie schnelllebig das Profi-Fußballgeschäft ist. Deshalb bitte ich alle Beteiligten, meine Entscheidung zu respektieren. Ich wünsche meinem Freund Hasan Ismaik und dem TSV 1860 München viel Erfolg für die Zukunft.“ Die Mannschaft reagierte laut Schäfer „gefasst“ auf die Nachricht. Wie Ismaik reagiert hat, ist noch ungewiss. Schäfer immerhin sagte: „Er hat gemeint, dass es im November einfacher gewesen wäre, Eriksson zu verpflichten, als nach dem Hickhack jetzt.“ Wen Ismaik für dieses Hickhack verantwortlich machen wird, darüber gibt es nach tz-Informationen keine zwei Meinungen. Das Präsidium um Dieter Schneider wird den Zorn des Arabers zeitnah zu spüren bekommen. Wer bei 1860 an Frieden glaubt, der glaubt auch an den Osterhasen.

lk

Auch interessant

Kommentare