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Schweinfurt-Trainer mit überraschender Aussage - will er 1860 einlullen?

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Von: Florian weiß

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Schweinfurts Trainer Gerd Klaus.
Schweinfurts Trainer Gerd Klaus. © picture alliance / Karl-Josef Hi

Am Samstag steigt im Grünwalder Stadion das Regionalliga-Topspiel zwischen dem TSV 1860 und dem 1. FC Schweinfurt 05. Die Franken stehen unter Druck - eigentlich.

München - Resignation vor dem Top-Duell der Regionalliga Bayern - oder schlichtweg Understatement, um die Löwen in Sicherheit zu wiegen? Fakt ist: Schon eineinhalb Wochen vor dem Duell der Blauen gegen Schweinfurt, das am kommenden Samstag im Grünwalder Stadion steigen wird, überraschte Gerd Klaus, der Trainer der Unterfranken, mit dieser Aussage: „Wir müssen uns generell vom TSV 1860 München verabschieden.“ Dieses Statement, das er gegenüber der Mainpost tätigte, fiel bereits am vergangenen Mittwoch, auf der Pressekonferenz zum Spiel des 1. FC Schweinfurt 05 gegen Schalding-Heining (3:1) - und vor dem 3:0 der Blauen bei Unterföhring.

Klaus ging aber noch weiter. Er sagte, es sei schwer, „einer Mannschaft, die sieben, acht Millionen Euro Etat hat, dauerhaft Paroli zu bieten. Da müssen sich ganz viele Leute umstellen in ihrem Denken. Ob Fans, Verantwortliche, der ganze Verein. Wir sind einfach viel zu weit von den Sechzigern weg, um uns ständig mit denen zu beschäftigen. Wir sind gut beraten, jedes Spiel für sich abzuarbeiten.“

„Ich bin so froh, dass nächste Woche endlich das Sechzig-Spiel ist“

Jetzt jedenfalls steht das Spiel an, jetzt müssen sich die Schweinfurter mit 1860 beschäftigen. Die Blauen führen das Tableau an, die Schnüdel liegen fünf Punkte dahinter, das Münchner Torverhältnis ist um 13 höher als das der Unterfranken. Heißt: Der Druck liegt klar bei Schweinfurt. Bei einer Niederlage in Giesing enteilt Sechzig auf acht Punkte. „Ich bin so froh, dass nächste Woche endlich das Sechzig-Spiel ist“, sagte Klaus nun am Wochenende. „Ich kann es nicht mehr hören: Sechzig, Sechzig, Sechzig – und auch Frankfurt schon, obwohl das noch weit weg ist. Beim dem, was da alles auf meine Jungs seit Wochen einprasselt, konnten sie sich kaum noch auf die Punktspiele konzentrieren.“

FCS im April: „Mit aller Macht in die Dritte Liga“

Folgende Sätze sind übrigens erst ein halbes Jahr alt. „Wir geben jetzt Vollgas und wollen mit aller Macht in die Dritte Liga“, sagte der FCS-Vorsitzende Markus Wolf noch im April. Schweinfurt stellte auf Profifußball-Bedingungen um, ab der aktuellen Saison sei das Ziel Meisterschaft und Aufstieg 2018 realistisch. Damit passt das Understatment der vergangenen Woche nicht mit zusammen.

Dass sich die Blauen von den Worten des Schweinfurt-Trainers aus der vergangenen Woche beeindrucken lassen, ist allerdings nahezu ausgeschlossen. Schon als Unterföhrings Präsident sagte, er habe mit einer klaren Pleite gegen 1860 kein Problem, reagierte Löwen-Trainer Daniel Bierofka mit einem milden Lächeln. „Jaja“, sagte er, „so naiv sind wir nicht. Wir lassen uns nicht einlullen. Der hockt zu Hause und träumt von einem 1:0-Sieg gegen uns.“ Und der FCU war Tabellenletzter - jetzt kommt mit dem 1. FC Schweinfurt 05 der derzeit ärgste Verfolger zu den Münchnern.

Da sollte jeder Löwe schon von vornherein auf der Hut sein ...

fw

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